Unter den ausgezeichneten Projekten ist auch das Computerspiel "Path Out". Darin erzählt ein syrischer Grafiker von seiner Flucht nach Österreich. © Causa Creations

Technologie und Kreativität

Mit dem Content Award fördert die Wirtschaftsagentur Wien digitale Projekte von Wiener Jungunternehmen mit je 10.000 Euro. Unter den GewinnerInnen ist das autobiografische Computerspiel "Path Out".

Games, kreative Anwendungen für Internet und mobile Anwendungen, Formate mit Animation und Visual Effects: Das alles unterstützt die Wirtschaftsagentur Wien. Voraussetzung ist, dass es sich im Projektstadium beziehungsweise in der Entwicklung befindet. Fünf Mal 10.000 Euro Preisgeld wurden Mitte November im Rahmen des Wettbewerbs Content Vienna an Medien- und Kreativschaffende vergeben.

Junge Start-ups aus dem digitalen Bereich hatten zuvor rund drei Monate lang Gelegenheit, sich und ihr Können unter Beweis zu stellen. Unterstützung seitens der Wirtschaftsagentur Wien ist für die Jungunternehmer höchst willkommen, ermöglicht sie in vielen Fällen doch überhaupt erst weiteres Arbeiten.

Entwickler als Teil des Spiels

Journalistin und Autorin Ingrid Brodnig, Filmemacher Virgil Widrich, Medienexperte Elmar Giglinger und Games-Studies-Spezialist Stephan Schwingeler bildeten die Jury des Content-Vienna-Preises. Sie beurteilten nach Kriterien wie kreative Qualität, wirtschaftliches Potenzial oder Qualifikation und Professionalität.

Diese Anforderungen erfüllt hat unter anderen das autobiografische Adventure-Spiel "Path Out". Es erzählt von der Flucht des syrischen Grafikdesigners Abdullah Karam aus dessen Heimat. Dieser war nicht nur als Koautor und Grafiker an der Entstehung des Spiels beteiligt. Er ist auch selbst Teil der Geschichte. Über kurze Video-Einspielungen taucht er immer wieder im Spielverlauf auf und kommentiert das Geschehen.

Abdullah Karam taucht während des Spiels über Video-Einspielungen auf und kommentiert das Geschehen. © Causa Creations

Expertise für sensibles Thema

"Im Moment existiert ein erstes Kapitel von 'Path Out', das vom Beginn des Krieges und Abdullahs Flucht in die Türkei erzählt", erläutert Georg Hobmeier, Gründer des für "Path Out" verantwortlichen Start-ups Causa Creations. Hobmeier lernte Abdullah Karam zufällig kurz nach dessen Ankunft in Österreich 2015 kennen. "Abdullah zeigte großes Interesse an der Spieleentwicklung. Er wurde während des Wartens auf seinen Asylbescheid von Causa Creations unter die Fittiche genommen", so Hobmeier.

Während dieser Zeit kam die Idee auf, ein Computerspiel zu entwickeln, das auf Abdullahs Erlebnissen während der Flucht basiert. Zuvor hatte Hobmeier bereits Projekte zu der Thematik mit der Salzburger Gruppe "gold extra" umsetzen können. So eignete er sich eine Expertise an, was die Behandlung von sensiblen Themen angeht.

An der Entstehung von "Path Out" war ein Netzwerk aus Freelancerinnen und Freelancern beteiligt. © Causa Creations

Netzwerk aus FreelancerInnen

Obwohl es von "Path Out" bis dato lediglich das erste Kapitel als Demoversion gibt, konnte das Spiel bereits international Aufsehen erregen. Nun ist Causa Creations bemüht, das Game mithilfe von Content Vienna über eine Kickstarter-Kampagne, also über Gruppenfinanzierung im Internet, weiterzuentwickeln. "Leider ist Spieleentwicklung sehr, sehr teuer", erklärt Georg Hobmeier. "Aber wir werden versuchen, das erhaltene Geld möglichst effizient einzusetzen, um 2018 weitere Episoden von 'Path Out' produzieren zu können."

Causa Creations ist bereits seit 2014 offiziell aktiv und besteht aus einem im zentraleuropäischen Raum angesiedelten Netzwerk aus Freelancerinnen und Freelancern. "Wir alle haben davor mehrere Jahre unabhängig voneinander an der Schnittstelle zwischen Kunst, Design und Spieleentwicklung gearbeitet", so Hobmeier. Für "Path Out" holten sich die Entwicklerinnen und Entwickler zusätzlich Unterstützung von außen. So wurden der in Wien lebende US-amerikanische Illustrator Brian Main und das Wiener Musikproduzententrio Wobblersound an Bord geholt.

Bei "Creature Craft" können Besucherinnen und Besucher mithilfe von Lego-Tierchen in einen farbenfrohen 3D-Dschungel tauchen. © OMAi GmbH

3D-Dschungel und Plattenspieler als Joystick

Nicht nur "Path Out", auch die anderen ausgezeichneten Projekte können sich sehen lassen. "Creature Craft" etwa ist eine interaktive Installation der Wiener Firma OMAi im Tech Museum of Innovation im kalifornischen Silicon Valley. Dabei können Besucherinnen und Besucher Tiere aus Lego-Steinen bauen, die über einen 3D-Scanner in digitale Puppen umgewandelt werden. Diese werden dann Teil einer großflächig projizierten Dschungel-Umgebung und über eine Live-Animation schließlich zum Leben erweckt. Gleichzeitig Medien-Kunst und Gaming-Konsole ist vinylOS. Ein Turntable, also ein DJ-Plattenspieler, fungiert als Spielekonsole. Dabei wird eine weiße Schallplatte sowohl als Leinwand, auf die von oben projiziert wird, als auch als Eingabegerät verwendet. Durch Scratchen können dann einerseits Games gespielt werden, der erzeugte Sound andererseits ist wieder Teil des Spielerlebnisses.

Bei vinylOS wird der Plattenspieler zum Joystick. © Jonas Bohatsch

Verdeckte Gesichter und viel Rhythmus

"Incognito" von We Are the Faces ist eine Anwendung, die erweiterte Realität, bekannt durch Spiele wie "Pokémon Go", und Mode verknüpft. Das ist beispielsweise mit speziellen T-Shirts oder Hauben möglich. Beim Fotografieren oder beim Filmen überblendet die App dann die Gesichter der Trägerinnen und Träger mit Animationen. Das vor allem für mobile Geräte geplante Spiel "Eloh" wiederum verbindet viel Rhythmus, selbst erzeugte Sounds und erdige Klänge sowie liebevolles Design und Rätselspaß.

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