Aspern ist als Modell der Stadtentwicklung ein internationales Vorzeigeprojekt. Die Aspern Smart City Research hat hier perfekte Bedingungen zu forschen. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Die Zukunft der Wiener Energienutzung

Aspern Smart City Research betreibt Forschung mitten in der Seestadt. Hier werden drei Gebäude und deren Energienutzung genau überwacht, ausgewertet und gesteuert. Die Ergebnisse könnten den Umgang mit Energie in Wien für immer verändern.

Morgen wird es regnen. Diese Information ist für Menschen relevant. In der Zukunft wird sie aber auch für die Häuser von Bedeutung sein. Die intelligenten Gebäude von morgen berücksichtigen die Wetterdaten. Ist mit einem Kälteeinbruch zu rechnen, nutzt das Gebäude die noch vorhandenen Sonnenstrahlen und speichert Wärme auf Vorrat.

Nachhaltige Energietechnik und intensive Kooperation

Diese Zukunft wird heute schon getestet. Die Aspern Smart City Research analysiert derzeit Verbrauchsdaten von drei Gebäuden in der Seestadt: einer Schule, einem Wohnhaus und einem Studierendenheim. "Wir sind ein gemeinsames Unternehmen von den städtischen Energieunternehmen Wien Energie und Wiener Netze sowie Wiener Wirtschaftsagentur, der aspern Seestadt Stadtentwicklung und Siemens", erklärt Geschäftsführer Reinhard Brehmer.

Geschäftsführer Reinhard Brehmer darf mit der Projektentwicklung zufrieden sein. Nicht umsonst gewann die ASCR einen World Smart City Award. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Die Gebäude sind mit modernster und vor allem nachhaltiger Energietechnik ausgestattet. Photovoltaik, Grundwasser- und Luftwärmepumpen erzeugen Energie direkt am Haus. Ein großer Teil des Energiebedarfs wird also direkt vor Ort erzeugt. "Früher ging die Versorgung immer vom Kraftwerk über ein Umspannwerk zum Endverbraucher. Heute erzeugen viele Häuser selbst Energie. Sie kann gespeichert, verkauft oder umgewandelt werden." Erwartet man hohen Verbrauch bei wenig Sonnenschein, wird vorgespeichert. Gibt es einen Überschuss, kann er zwischengespeichert oder verkauft werden.

Video: Smart City

Die Menschen steuern das System

König und Kaiser des Forschungsprojekts ist der Smart User, sprich die Bewohnerinnen und Bewohner. Bei der ASCR läuft alles auf freiwilliger Basis. Die Menschen können ihre Daten teilen, müssen aber nicht. Doch wenn sie es tun, können ihre Daten ausgewertet werden. "In der aktuellen Projektphase geht es darum zu analysieren, wie die Bewohnerinnen und Bewohner der Häuser mit der Energie umgehen, wie viel und wann verbraucht und erzeugt wird. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden wir in der nächsten Phase steuernd eingreifen. Unser Ziel wird sein, den Verbrauch zu optimieren", so Brehmer.

Mit dieser App lässt die Smarte Wohnung steuern. Auch die voreingestellten Modi kann man mit ihr aktivieren. © Aspern Smart City Research (ASCR)/APA-Fotoservice/Schedl

Zentraler Teil des Projekts ist eine App, mit der man die eigene Wohnung steuern kann. In dieser sieht man genau, wie warm es aktuell ist, wie hoch die Luftfeuchtigkeit ist und wie viel Strom verbraucht wird. Und man kann steuernd eingreifen. Ein einfaches Beispiel dafür wäre, dass man einfach kurz bevor man die Arbeit verlässt, via App die Heizung zu Hause aufdreht. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es wird nicht den ganzen Tag Wärme verbraucht, sondern nur dann, wenn man sie wirklich braucht. Selbiges geht auch im Urlaub. Bleibt man etwa einen Tag länger in Italien, kann man den Start der Fußbodenheizung von dort aus um einen Tag nach hinten verschieben.

Vom Urlaub bis zur Party

Bewohnerinnen und Bewohnern stehen auch verschiedene voreingestellte Energieprogramme zur Verfügung. "Im 'Nicht-zu-Hause-Modus' etwa werden sämtliche nicht gebrauchten Steckdosen deaktiviert - etwa jene, an der die Espressomaschine dranhängt", erklärt Brehmer. "Um einen Modus zu aktivieren, muss man nur beim Verlassen der Wohnung einen Knopf auf dem Kontrollpanel, das jede Wohnung hat, drücken." Interessant ist auch der "Party-Modus". Da bei einer Feier viele Menschen in der Wohnung sind, wird hier einfach die Solltemperatur der Heizung reduziert. Grund dafür ist, dass mehr Körperwärme im Raum vorhanden ist und diese die Temperatur erhöht.

 

 

Grundlage des Projekts ist ein Kreislauf aus moderner Technologie, dem Stromnetz und leistungsstarker Software. Herzstück des Zyklus ist aber immer der Mensch und seine Bedürfnisse. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Nicht minder ausgeklügelt ist der Einsatz von Wärmepumpen. In der Garage etwa wird damit Motorwärme direkt in Energie umgewandelt. Über die Entlüftung wird die Wärme der Autos abgesaugt und in Energie umgewandelt, die entweder als Strom genutzt oder zu Heizungswärme wird. Selbiges macht man in der Schule. "Jeder Raum dort hat sein eigenes Entlüftungssystem. Wir merken, dass mehr Feuchtigkeit entnommen wird, wenn die Schülerinnen und Schüler sich mehr anstrengen. Mit einem Überraschungstest könnte man also auch für Schlechtwettertage vorsorgen", so Brehmer mit einem Schmunzeln.

Dass Zukunftspotenzial ist hoch


Das Ergebnis der Forschung in Aspern kann den Energieverbrauch in Wien verändern. "Wir stehen in enger Zusammenarbeit mit der Stadtplanung", so Brehmer. "Wir sind ein lebendes Testfeld und unsere Erkenntnisse werden bei der Planung künftiger Stadtteile, aber auch bei der Sanierung bestehender, Verwendung finden." Die Wien Energie zum Beispiel kann hier Dienstleistungen testen, etwa vorprogrammierte Modi. Aus der Einsicht, was angenommen wird und was nicht, kann man das Angebot verbessern oder im Bedarfsfall neu ausrichten.

 

 

In diesem Gebäude in der Seestadtstraße forscht die ASCR. Über die aktuellen Temperaturen ist man glücklich, denn so wird der Umgang mit den Heizungen gleich auf eine harte Probe gestellt. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Das Projekt wurde 2016 mit dem World Smart City Award ausgezeichnet. Das zeigt, dass es in Sachen nachhaltiger Stadtentwicklung weltweit für Anerkennung und Interesse sorgt. Die Daten, die hier gesammelt werden, haben das Potenzial, Wien schon in kürzester Zeit noch umweltfreundlicher zu machen und den Stromverbrauch dauerhaft zu senken. Hier entsteht das System, das die intelligente Stadt der Zukunft braucht.

Über die ASCR

Die Forschungsgesellschaft ASCR wurde von Siemens AG Österreich (44,1%), Wien Energie GmbH (29,95 %), Wiener Netze GmbH (20%) und der Stadt Wien (Wirtschaftsagentur Wien 4,66%; Wien 3420 Holding GmbH, 1,29%) ins Leben gerufen. Ein Kooperationsmodell in dieser Größenordnung ist bis dato einmalig. Über 100 Personen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen sind an diesem Forschungsvorhaben direkt beteiligt. Sitz der ASCR in aspern ist das Technologiezentrum aspern IQ der Wirtschaftsagentur Wien.

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