Das Arnold Schönberg Center ist nicht nur für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Besuch wert. Hier ein paar Impressionen. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Kunst, Wissenschaft und alles dazwischen

Arnold Schönberg war einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Die Stadt Wien sorgt dafür, dass sein Nachlass weiterhin zugänglich ist. So ist seit 1998 das Arnold Schönberg Center ein Treffpunkt für Forschung, Kunst und Bildung.

Die Eröffnung 1998 war eine emotionale Rückkehr. 1933 musste Schönberg vor dem Nationalsozialismus nach Los Angeles fliehen, wo er 1951 verstarb. Es dauerte fast 50 Jahre, bis sein Nachlass zu seinem Geburtsort zurückkehrte. Arnold Schönberg war Wiener, 1874 wurde er in der heutigen Oberen Donaustraße geboren. Von hier aus startete er seine Karriere als Komponist, Maler und Erfinder. Mit seiner Zwölftonmusik revolutionierte er das Verständnis von klassischer Musik.

Video: Komponierwerkstatt

Sein Nachlass befand sich zunächst in Amerika in der University of Southern California. Nach Uneinigkeiten suchten seine Erben in den 1990ern einen Ort, an dem der Nachlass nicht nur ausgewählten Menschen, sondern allen zugänglich war. Die Stadt Wien schuf 1998 diesen Ort: das Arnold Schönberg Center.

Schmelztiegel der Forschung

Das Center im ersten Stock des Palais Fanto am Schwarzenbergplatz ist heute ein Ort des Austauschs. "Zu uns kommen Forscherinnen und Forscher aus aller Welt, um den Nachlass zu studieren. Für die Wissenschaft ist bei uns alles frei zugänglich. Auch unsere Bibliothek mit über 5.000 Bänden", erzählt Direktorin Angelika Möser. Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter kommen von allen Kontinenten und aus vielen Fachgebieten. Die meisten stammen aus der Musikwissenschaft. Aber Schönbergs Werk beschäftigt auch Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker, Theologinnen und Theologen, Psychologinnen und Psychologen sowie viele mehr.

Angelika Möser ist Direktorin des Centers. Austausch ist ihr sehr wichtig. So sind aktuell rund 200 Leihgaben des Centers im Jüdischen Museum Paris ausgestellt. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Vollständig digitalisierter Nachlass

Nicht nur vor Ort, auch online kann man den Nachlass durchforsten. Alleine aus dem Bestand an Musikmanuskripten wurden bis dato mehr als 8.000 Seiten digitalisiert. Die Briefdatenbank hat die gesamte Korrespondenz Schönbergs zu bieten. Das Pressearchiv besteht aus 550 Zeitungsartikeln aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 150 seiner Gemälde befinden sich hier und es gibt 3.500 historische Fotografien. Die Fotos kann man aktuell im Rahmen der Ausstellung "Arnold Schönberg im Fokus: Fotografien 1880 bis 1950" sehen. Im Ausstellungsraum folgt man dem Arrangement von Schönbergs Kindheit bis zu seinem Tod in den Vereinigten Staaten.

Archiv und Bibliothek sind das Revier von Therese Muxeneder. Sie kennt den Nachlass Schönbergs wie ihre eigene Westentasche. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Direkt daneben befindet sich ein Highlight des Centers: Hier wurde Schönbergs Büro originalgetreu aufgebaut. Genau an diesem Schreibtisch hat er gelebt, gearbeitet und geschaffen. Bei Führungen können Besucherinnen und Besucher sowie Schulklassen alles Wissenswerte über Schönberg erfahren. Sein wohl berühmtestes Vermächtnis, die Zwölftonmusik, wird dabei von den meisten noch heute als sperrig und schwer betrachtet. Das weiß auch Angelika Möser: "Die Musik ist herb und geht nicht beim ersten Mal ins Ohr. Sie ist einfach nicht so harmonisch, wie man es gewohnt ist. Doch die Intensität vieler Stücke ist, wie etwa beim Stück 'Survivor of Warsaw', enorm."

Das Büro Arnold Schönbergs aus Los Angeles wurde im Center originalgetreu nachgestellt. Alles auf diesem Schreibtisch, war wirklich in Schönbergs Besitz. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Absage an die Harmonielehre

Die allerersten Werke Schönbergs waren im Gegensatz dazu hochromantisch und sind teilweise Klassiker der Kammermusik, wie etwa das Streichquartett "Verklärte Nacht". Die Zwölftonmusik arbeitet mit zwölf chromatischen Halbtönen. Sie beziehen sich nur aufeinander und werden in wiederkehrenden Mustern gespielt. Keiner darf ausgelassen oder öfter gespielt werden als die anderen. Die Töne sind gleichberechtigt. Den Regeln der Harmonielehre gehorcht die Zwölftonmusik nicht und Melodien sind schwer zu erkennen. "Es ist keine leichte Kost", stimmt Möser zu. "Aber bei unseren Konzerten legen wir Wert darauf, dass wir den Besucherinnen und Besuchern für Fragen zur Verfügung stehen."

Das Center zieht nicht nur Forscherinnen und Forscher, sondern auch Touristinnen und Touristen aus aller Welt an. © Bohmann/Andrew Rinkhy

Veranstaltungen finden ganzjährig statt

Der Veranstaltungsraum im Center wird für Konzerte genutzt. Ein Mal jährlich hält man ein großes Symposium ab, 2017 wird das von 12. bis 14. Oktober der Fall sein. Es gibt auch eine Komponierwerkstatt, in der Jugendliche die Chance haben, mit Gleichgesinnten ihrer Passion nachzugehen und Tipps von Professorinnen und Professoren sowie Profimusikerinnen und Profimusikern zu bekommen.

2018 wird das 20. Jubiläum des Centers gefeiert. Das heurige Jahr ist daher auch von den Vorbereitungen geprägt. Darüber hinaus will Möser die wichtigste Funktion des Centers weiter erfüllen: die einer Begegnungsplattform. "Auch in Zukunft sollen sich Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur, Schulen, Touristinnen und Touristen sowie Jugendliche hier gleichermaßen willkommen fühlen", betont Möser zum Abschluss.

Das ganze Programm des Arnold Schönberg Centers finden Sie auf der Website.

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