Kinder und Erwachsene können ein Wochenende lang in die Welt der Forschung eintauchen. © Wirtschaftsagentur Wien/Christian Husar

Forschungsfest: Ein Fest für EntdeckerInnen

Drei Tage, 40 Stationen, ein Ziel. So spannend kann Wissenschaft sein! Kinder und Erwachsene erleben Wissenschaft und Innovation hautnah. Von 14. bis 16. September in der CREAU.

Wer neugierig ist, kommt um das Forschungsfest nicht herum. Wo sonst gibt es die Gelegenheit, in einer Straßenbahn zu sitzen, die noch nicht gebaut ist, eine Roboterhaut zu berühren und einen Vogelschwarm zu lenken? Beim Forschungsfest ist das alles möglich. Einfach mit der U2 bis zum Veranstaltungsgelände CREAU fahren und drei spannende Tage erleben.

40 Stationen bei freiem Eintritt

Auf dem Veranstaltungsgelände direkt neben der Station "Stadion" sind rund 40 Stationen aufgebaut. Die Besucherinnen und Besucher können in den ehemaligen Pferdestallungen, einem Zelt und im Freien Forschungsprojekte zum Angreifen erleben und sich unterschiedlichen Aufgaben stellen. Der Eintritt ist gratis. Mit dabei sind Unternehmen, Universitäten, Fachhochschulen und die Stadtverwaltung.

Sechs Themenwelten

Die Stationen sind in sechs Themenwelten eingeteilt. Bei "Gesundes Leben" geht es um Bakterien, Schimmel, Essen und Umwelt. "Hilfe im Alltag" umfasst digitale Unterstützung wie Sturzsensoren, Roboter, intelligente Ringe mit Brailleschrift und eine Toilette, die das Aufstehen erleichtert. "Digitale Realitäten" zeigt, was mit Tablets udn Smartphones möglich ist. Die Bandbreite hoch entwickelter Erzeugnisse made in Vienna - vom Roboter bis zur Straßenbahn - wird bei "Intelligente Produktion" sichtbar. "Moderne Stadt" verdeutlicht, wohin sich Wien in den kommenden Jahren entwickeln wird, und "Spielend lernen" zeigt, wie man Spiele mit Gedanken steuert und so das Gedächtnis trainiert.

Eigenes Kinderprogramm

Auch kleine HobbyforscherInnen kommen auf ihre Kosten. Gemeinsam mit den Eltern können sie im Labor experimentieren, Sonnenflecken mit dem Teleskop beobachten und Robiter programmieren. Wer dabei Hunger bekommt, kann Pause bei einem der Food Trucks machen und sich mit kulinarischen Schmankerln stärken.

Experimente mit Farben

Ob beim Essen oder in der Natur: Farbe spielt eine wichtige Rolle, weil damit Emotionen verbunden sind. Blau und Grün etwa stehen für Frische, deshalb werden Mineralwasserflaschen künstlich eingefärbt. Das Institut für Materialchemie der TU Wien stellt diese Farbstoffe her und zeigt unter anderem, wie sich weißer Tomatensaft auf das Empfinden auswirkt und Pflanzenzellen durch Einfärben sichtbar werden.

Roboterarm mit Gefühl

Wenn Mensch und Roboter zusammenarbeiten, spielt Sicherheit eine große Rolle. In der Automobilindustrie werden deshalb oft Schutzzäune errichtet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor der Maschine schützen, aber auch viel Platz brauchen. Das Wiener Unternehmen Blue Danube Robotics hat jetzt eine Lösung für das Problem gefunden und demonstriert diese auch am Forschungsfest. Roboterarme werden mit AIRSKIN, einer druckempfindlichen Sensorhaut, überzogen. Greift jemand den Roboter an, stoppt er sofort. Möglich machen das Sensoren, die den Luftinnendruck der AIRSKIN-Pads messen.

Smartes Klo

Um älteren Menschen möglichst lange ein selbstständiges Leben zu Hause zu ermöglichen, ist eine passende Toilette wichtig. Während es bei Standardklos nur zwei fixe Höhen gibt, stellt sich die iToilet automatisch auf unterschiedliche Benutzerinnen und Benutzer ein. Hinsetz- und Aufstehhilfen sorgen für Sicherheit. Entwickelt wurde die Technologie von einer Forschungsgruppe rund um Paul Panek an der TU Wien. Noch laufen Tests, ausprobiert werden kann sie aber bereits.

Spurensuche

Bodenradar, Magnetometer udn 3D-Laserscanner an Spezialflugzeugen: Auch Archäologinnen und Archäologen gehen mit der Zeit. Um dem Boden Geheimnisse zu entlocken, müssen sie nicht mehr wochenlang graben, sondern scannen ihn auf der Suche nach verborgenen Spuren. Diese Messbilder werden dann von Forscherinnen und Forschern am Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie analysiert. Dabei wurden zum Beispiel die Überreste einer römischen Gladiatorenschule in Carnuntum oder eine Königshalle aus der Wikingerzeit in Norwegen entdeckt. Die Expertinnen und Experten demonstrieren, wie das funktioniert und wo die Herausforderung liegt.

Autonomen Bus testen

Er fährt mit bis zu 20 km/h, sieht über Kameras und Laser, hat Platz für elf Personen und wird ab 2019 im Fahrgastbetrieb in der Seestadt unterwegs sein - und zwar ohne Lenkerinnen oder Lenker, sondern mit einem Operator an Board. Im Projekt auto.Bus Seestadt erforschen die Wiener Linien gemeinsam mit Partnern wie Siemens und AIT die Mobilität der Zukunft. Im Herbst startet der fahrgastlose Testbetrieb. Ausprobieren auf dem Forschungsfest ist möglich.

Lesen mit Braille-Ring

Die Frage nach einem optimalen Braille-Display beschäftigt die Forschung schon lange. Jetzt wurde das Problem vom Wiener Start up Tetragon, einem künftigen Spin-off der TU Wien, gelöst. Das Studierenden-Team rund um den ehemaligen TU-Professor Wolfgang Zagler hat einen Ring entwickelt, der in jede Jackentasche passt. Er kann an Smartphones und Tablets angesteckt werden und fungiert als E-Reader. Gelesen wird mit dem Zeigefinger, der die Buchstaben im Inneren des Ringes ertastet. Die Braille-Schrift schafft damit einen wichtigen Schritt ins Zeitalter der Digitalisierung.

Über Rennwagen fachsimpeln

Wie baut man eigentlich ein Rennauto? Diese Frage können Studierende der FH Campus Wien im Schlaf beantworten. Das Os.car Racing Team mit der Kapitänin Natalie Gemovic nimmt seit 2012 am internationalen Konstruktionswettbewerb Formula Student teil. Zurzeit wird auf Hochtouren an der Fertigstellung des CR118, des fünften Boliden, gearbeitet. Dabei fließt des Know-how aus unterschiedlichen Studiengängen von angewandter Elektronik bis Physiotherapie ein. Beim Forschungsfest erzählen die Teammitglieder über die Rennsaison, Stolpersteine bei der Konstruktion und die Begeisterung für Wettbewerbe.

Ins Weltall reisen

Im mobilen Planetarium können Besucherinnen und Besucher Planeten, Monde und Galaxien beobachten. Wer in einer Großstadt wohnt und den Sternenhimmel sehen möchte, muss in ein Planetarium gehen oder an den Stadtrand fahren. Einfacher wäre es doch, wenn man das Universum in Schulklassen, Kindergärten, Parks und zu Straßenfesten bringen könnte. Das dachte sich eine Gruppe von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern der Universität Wien und startete "Astronomy To Go".

Im Handumdrehen entwickelten sie ein mobiles, aufblasbares Planetarium, das in 30 Minuten überall dort aufgebaut werden kann, wo Platz ist und sich jemand für das Universum interessiert. Das Weltall wird per Knopfdruck in das igluförmige Zelt geholt. Wie das funktioniert, erklärt Astrophysiker Stefan Wallner: "Wir setzen einen Projektor mit Fischaugenobjektiv ein, projiziert wird auf die Kuppel. Mit einer speziellen Software können wir Planeten, Galaxien und Monde zeigen und jedes sichtbare Objekt per Mausklick aufrufen." Das macht vor allem den Unterricht in Schulen spannend. Platz ist für 25 Personen, das Programm ist variabel.