Nutzen Sie die Fastenzeit, um Ihren Körper, aber auch Ihre Seele zu reinigen, um mit neuer Energie und Tatendrang durch das Jahr zu schreiten. © Getty Images

 

Fit durch die Fastenzeit

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Das bedeutet, sich vierzig Tage lang im Verzicht zu üben. Wie Sie das am besten durchstehen, zeigen wir Ihnen hier:

Corona hin oder her, die Fastenzeit bleibt bestehen und unsere Mägen die kommenden vierzig Tage leer, fast leer. Denn ab Aschermittwoch steht für viele Wienerinnen und Wiener der Verzicht am Tagesprogramm. Worauf dabei verzichtet wird, ist unterschiedlich. Denn egal, ob auf Fleisch, Süßigkeiten oder Social Media, eines haben diese Dinge gemeinsam, es wird eine Herausforderung. Und das soll es auch sein. Beim klassischen Fasten wird die Ernährung gänzlich umgestellt. Das kann sich zunächst als große Schwierigkeit entpuppen, doch mit der richtigen Vorbereitung und einem starken Willen werden Sie aus der Fastenzeit mit neuer Energie und Motivation herauskommen. Wie Sie Ihr Durchhaltevermögen die kommenden Wochen stärken können und was Sie dafür brauchen, erklärt Ihnen der CLUB WIEN gemeinsam mit Michaela Knieli von DIE UMWELTBERATUNG.

Was hat es mit der Fastenzeit eigentlich auf sich?

Als Fastenzeit wird in der christlichen Kirche der vierzigtägige Zeitraum des Fastens und Betens zur Vorbereitung auf das größte christliche Fest, das Osterfest, bezeichnet. Die Fastenzeit begann dieses Jahr am Aschermittwoch, dem 17. Februar, und endet am Ostersamstag, dem 3. April. Der Aschermittwoch ist neben dem Karfreitag der einzige Tag, der in der katholischen Kirche noch heute als strenger Fasttag gilt.

Während früher das Fasten sehr streng geregelt war und neben Fleisch teils auch Milchprodukte verboten waren, fasten heutzutage die Menschen auf unterschiedlichste Art und Weise. Zu den häufigen Fastenpraktiken zählt der Verzicht auf Fleisch oder Süßigkeiten, das Nicht-Benützen des Autos oder auch von Social Media, der Verzicht auf Zigaretten oder auch Alkohol. Viele nutzen die Fastenzeit zudem dazu, ihre Ernährung bewusster zu gestalten und sich gesünder zu ernähren. So ist auch bei Menschen, die mit Glauben wenig am Hut haben, das Fasten schwer im Trend. Durch Fasten bauen wir innere Stärke auf und entlasten unseren Körper. Denn es bedeutet nicht nur, auf Fleisch und Co zu verzichten, sondern Verzicht generell. Wie stärkt man sein Durchhaltevermögen? Und wie fastet man richtig?

 

CLUB WIEN: Wie bereitet man sich auf eine Fastenkur vor?

Michaela Knieli, DIE UMWELTBERATUNG: Bevor es ans Fasten geht, sollte man sich die Frage stellen, was man mit dem Fasten erreichen möchte. Fastet man aus religiösen Gründen, wünscht man sich eine Stärkung der eigenen Willenskraft oder eine Gewichtsreduktion? Je nach Beweggrund erfordert dies unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema Fasten. Daher ist der erste wichtige Schritt sicher die Zielsetzung und in weiterer Folge die Planung, um das Fasten optimal in den eigenen Alltag einzugliedern. Ist das Ziel eine Gewichtsreduktion, sollte man sich auch Gedanken über die Zeit nach dem Fasten machen, um einen Jo-Jo-Effekt zu verhindern.

Worauf ist beim Fasten generell zu achten?

Es gibt viele verschiedene Fastenvarianten, die bekannteste Variante, das Nullfasten, also der vollständige Verzicht auf Nahrung, ist jedoch nicht für jede und jeden geeignet. Kinder, Jugendliche, Schwangere, Stillende und ältere Menschen sollten nicht fasten. Menschen mit Erkrankungen sollten nur unter ärztlicher Betreuung fasten.

In der Fastenzeit auf tierische Lebensmittel zu verzichten ist jedoch nahezu für alle Menschen möglich. Das ist eine Fastenvariante, die der Gesundheit und dem Klima wohltut.

Auf www.umweltberatung.at/rezepte finden Sie viele vegane Rezepte, die Appetit auf Klimaschutz machen.

Wie setze ich mein Fastenvorhaben am besten in die Praxis um?

Fasten kann ein guter Start für eine Ernährungsumstellung sein, und diese kann auch vor der beginnenden Fastenkur schon geplant werden. Es macht Sinn, im Vorhinein die Vorratsschränke zu leeren, um nicht eventuellen Verlockungen widerstehen zu müssen. So kann man auch verhindern, dass Lebensmittel verderben und weggeworfen werden müssen.

Falls man sich für das Heilfasten mit Suppen und Säften entscheidet, ist natürlich hochwertiges Bioobst und -gemüse empfehlenswert, um den Körper zu entgiften.

Eine Obst- und Gemüse-Abokiste vom Bioanbieter kann hier auch beim Einkaufen entlasten und nach dem Fasten beim Kochen von gesunden Rezepten helfen. Koffein und Alkohol sind in dieser Zeit tabu, auch auf Nikotin sollte man besser verzichten.

Jetzt heißt es: durchhalten!

Viele nutzen die Fastenzeit, um sich und ihrem Körper eine Auszeit zu gönnen. Dabei wird vor allem darauf geachtet, sich gesünder zu ernähren und auf Ungesundes wie Süßigkeiten oder Fast Food zu verzichten. Das kann einem allerdings nach all den köstlichen Krapfen in der Faschingszeit und den restlichen Weihnachtsleckereien recht schwerfallen.

Welche Tipps gibt es, um das Durchhaltevermögen zu steigern?

Das Durchhaltevermögen lässt sich steigern, indem man sich bereits vorab damit auseinandersetzt. Überlegen Sie sich persönliche Gründe, die Ihre Motivation steigern. Notieren Sie diese und bringen Sie sie sichtbar an einem guten Platz an. Hilfreich ist auch, sich Verbündete zu suchen, um sich in schwierigen Zeiten gegenseitig zum Durchhalten motivieren zu können.

Bewusst trinken, langsam essen und gut kauen sind das A und O jeder Mahlzeit. Damit werden die Weichen in Richtung Ernährungsumstellung gelegt. Wer vierzig Tage durchhält, wird es auch nach der Fastenzeit als selbstverständlich erachten, bewusst zu essen und zu trinken. Durch das langsame Essen setzt das Sättigungsgefühl oft schon beim Essen ein. Fasten bringt meistens Gewichtsverlust und steigert die Stimmung.

Kann man während des Fastens Sport treiben?

Wer sehr streng fastet und kaum feste Nahrung zu sich nimmt, wird kaum die Kraft für Sport aufbringen können. Wird nur auf ein bestimmtes Nahrungsmittel verzichtet wie Süßigkeiten oder Fleisch, kann nach Lust und Laune Sport betrieben werden, denn so ist der Körper durch andere Nahrungsmittel ausreichend mit Nährstoffen versorgt.

Was hilft gegen das Hungergefühl?

Bewegung an der frischen Luft und warme Tees oder heißes Wasser mit Zitrone helfen gut, um den Hunger zu besänftigen. Sind die ersten Tage aber geschafft, kommt es zum Fastenhoch und man ist motiviert weiterzumachen.

In diesem Sinne wünscht Ihnen CLUB WIEN eine schöne Fastenzeit, gutes Durchhaltevermögen und viel Energie!