Essen, das für die Feiertage in zu großen Mengen eingekauft wurde, droht letztlich, im Mistkübel zu landen. © Getty Images

 

Weihnachtsessen ohne Mist

Gerade zu den Feiertagen ist die Versuchung groß, zu viel Lebensmittel einzukaufen. Vieles droht daraufhin übrig zu bleiben und zu verkommen, um schließlich im Müll zu landen. Mit wenigen Vorkehrungen kann das aber vermieden werden.

Heiligabend, die Geschenke wurden entweder bereits ausgepackt oder die Bescherung findet jeden Augenblick statt. Der Tisch ist reich gedeckt, schließlich kommt die Familie nicht so oft zusammen. Das will gefeiert werden und an Köstlichkeiten soll nicht gespart werden. Niemand will als schlechte Gastgeberin oder schlechter Gastgeber dastehen - lieber zu viel Essbares einkaufen als zu wenig. Oder etwa nicht? Immerhin wird weltweit rund ein Drittel aller produzierten Lebensmittel einfach weggeworfen. Für Österreich bedeutet das: Jede Person wirft jedes Jahr rund 20 Kilo Lebensmittel in den Mistkübel. Das ist zu Weihnachten nicht anders, im Gegenteil. Man muss ja auch über die Feiertage kommen.

Müll beim Einkaufen vermeiden

Damit allerdings keine kostbaren Nahrungsmittel im Mist landen, sollte schon im Vorfeld vorgesorgt werden. "Bereits beim Einkaufen der Lebensmittel können wir Müll vermeiden", erklärt Barbara Reinwein von der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22). "Um nicht mehr einzukaufen, als man tatsächlich braucht, empfiehlt sich, einen Einkaufszettel zu führen." Vor allem offenen, also unverpackten Produkten sollte dabei der Vorzug gegeben werden. Spezielle Shops bieten die Möglichkeit, individuelle Lebensmittelmengen ohne oder mit nur wenig Verpackung zu erwerben. Auch in vielen Supermärkten kann man für Produkte in Bedienung, etwa in der Feinkost, bereits eigene Behältnisse mitbringen. Das verringert den Anteil von Verpackungen im Müllberg rund ums Festtagsmenü erheblich.

Einkauf rasch nach Hause bringen

Viele Konsumentinnen und Konsumenten lassen sich auch im Advent ihr Obst und Gemüse von diversen Biokistl-Vertreiberinnen und -Vertreibern liefern. Die Ware kommt meist in wiederverwendbaren Steigen. Wer trotzdem lieber zum Lebensmittelhändler oder in den Supermarkt geht, sollte den Einkauf rasch nach Hause bringen und entsprechend lagern. Auch das verringert die Gefahr, dass Lebensmittel vorzeitig verderben und so ungenutzt im Müll landen. Die Finger sollte man prinzipiell auch von Lockangeboten lassen, nach dem Motto: "Nimm 3, zahl 2". Barbara Reinwein warnt: "Lockangebote sollen uns dazu verleiten, 'preisgünstig' einzukaufen. Oftmals nehmen wir dadurch aber mehr von einem Produkt mit, als wir verwerten können. Die Folge: Die Nahrungsmittel verderben und landen im Müll. Schlecht für die Umwelt, schlecht fürs Geldbörsl und mehr ausgegeben als vorgegaukelt wurde."

 

Regional, saisonal, biologisch und vegetarisch

Was den Festtagsschmaus selbst anbelangt, so sollten die dafür verwendeten Zutaten regional, saisonal, biologisch und vorwiegend vegetarisch sein. Barbara Reinwein: "Wenn vegetarisch keine Option ist, dann sollten wir zugunsten des Tierwohls darauf achten, Bio-Produkte zu kaufen. Diese werden nachhaltig produziert und garantieren artgerechte Tierhaltung. Mit dem Griff zu regionalen und saisonalen Produkten tun wir aktiv etwas für den Klimaschutz. Regionale Zutaten fürs Festtagsmenü haben nur kurze Transportwege und müssen nicht Tausende Kilometer mit dem Flugzeug transportiert werden."

Schmackhafte Restlverwertung

Bleibt vom großen Festessen allen Vorbereitungen zum Trotz etwas übrig, sollten diese Reste nicht dem Mülleimer überantwortet werden. Daraus lässt sich in den meisten Fällen noch eine schmackhafte Mahlzeit zaubern, Stichwort: Restlverwertung. Nicht ohne bestimmte Vorkehrungen getroffen zu haben, wie Barbara Reinwein weiß: "Übrig gebliebene Gerichte sollten so rasch wie möglich gekühlt werden, damit sie nicht zu schnell verderben. Vieles kann auch in den Tiefkühler wandern und zu einem späteren Zeitpunkt genossen werden." Verwerten lässt sich grundsätzlich alles, so es den Geruchs- und Geschmackstest besteht und ansprechend aussieht. Allerdings: "Rohes Fleisch oder roher Fisch sollten nicht über das angegebene Verbrauchsdatum konsumiert werden", so Reinwein.

Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum

Besagtes Verbrauchsdatum ist dabei nicht mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum zu verwechseln. Es findet sich meist unter dem Hinweis "zu verbrauchen bis" auf leicht verderblichen Produkten. Das Mindesthaltbarkeitsdatum wiederum ist jenes Datum, bis zu dem ein Lebensmittel bei richtiger Lagerung eben mindestens haltbar ist und bedenkenlos gegessen werden kann. "In vielen Fällen sind diese Waren aber deutlich länger haltbar und können auch darüber hinaus konsumiert werden. Zuvor jedoch immer Aussehen, Geruch und Beschaffenheit prüfen", empfiehlt Reinwein.

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Überschüssige genießbare Lebensmittel weitergeben

Überschüssige, selbstverständlich genießbare Lebensmittel können dank der Initiative foodsharing auch weitergegeben werden. "Damit können wir übrig gebliebene Speisen Menschen zur Verfügung stellen, die sich den einen oder anderen Leckerbissen vielleicht nicht leisten können", so Reinwein. "Das hilft anderen und das hilft der Umwelt, weil weniger weggeworfen wird." Nicht nur zur Weihnachtszeit bietet sich das an. Eine Möglichkeit sind etwa öffentliche Kühlschränke, sogenannte Fair-Teiler. Wie und wo das am besten geht, hat die MA 22 in einem Leitfaden zusammengestellt.

Weihnachten ist bekanntlich das Fest der Liebe. Dafür gilt das Motto: Liebe geht durch den Magen - und nicht in den Mistkübel. Und zum Verpacken der Präsente bietet sich der umweltfreundliche Wiener Geschenksack der MA 48 an. Eine schöne, praktische und vor allem wiederverwendbare Lösung, um Verpackungsmüll zu vermeiden. Nicht nur zu Weihnachten.