Seit 2002 sitzt Wien im Vorstand des Städteverbands EUROCITIES. © European Communities , 1996

 

Wien als Teil vom Europa der Städte

EUROCITIES ist das größte informelle Netzwerk europäischer Großstädte ab einer Größe von 250.000 EinwohnerInnen. Schon seit 1995 ist Wien eines der über 140 Mitglieder. CLUB WIEN hat sich über die Rolle Wiens innerhalb des EU-Städteverbands erkundigt.

Was 1986 von Barcelona, Birmingham, Frankfurt, Lyon, Mailand und Rotterdam ins Leben gerufen wurde, hat heute beachtliche Ausmaße angenommen. Von anfänglich sechs ist EUROCITIES auf über 140 Mitgliedstädte und mehr als 45 Partnerstädte angewachsen. Damit ist es das größte Städtenetzwerk Europas und vertritt rund 130 Millionen Menschen. Seit 1995 ist Wien als einzige österreichische Stadt dabei. Das Kriterium einer Einwohnerinnen- und Einwohner-Zahl von mindestens 250.000 erfüllt die Donaumetropole dabei spielend.

Sichtbare Städte auf europäischer Ebene

Das oberste Ziel von EUROCITIES ist klar definiert: Großstädte sollen auf europäischer Ebene gestärkt und sichtbar gemacht werden. Vorrang haben dabei Erfahrungsaustausch untereinander und das Erarbeiten gemeinsamer Strategien und Projekte. Grundsatzthemen wie Informations- und Kommunikationstechnik, Kultur, Soziales, Umwelt, Verkehr und Wirtschaft werden in entsprechenden Foren beziehungsweise Gremien diskutiert. Dazu treffen sich die Vertreterinnen und Vertreter mehrmals im Jahr an wechselnden Orten. Diese Foren werden dann in verschiedenen Work Groups, also Arbeitsgruppen, zu konkreten Themen erörtert. So werden Lösungen zu spezifischen Problemen erarbeitet. Stabilität und Zusammenhalt sind garantiert.

Vorsitz in drei Arbeitsgruppen

Die verwendete Sprache in den Gremien und Arbeitsgruppen ist Englisch, daher tragen auch die jeweiligen Foren und Work Groups englische Namen. Im "Knowledge Society Forum", dem Forum zur Wissensgesellschaft, hatte Wien bis 2012 den Vorsitz. Von 2016 bis 2018 übernahm die österreichische Bundeshauptstadt im "Economic Development Forum", also dem Forum zu Wirtschaftlicher Entwicklung, diese Funktion. Heute hat Wien den Vorsitz in drei Arbeitsgruppen von EUROCITIES: Nachbarschaftspolitik und EU-Erweiterung, Intelligente und vernetzte Mobilität sowie Wohnen.

Von Wien gegründet wurde im Juni 2018 auch eine neue Work Group, nämlich für "Longterm Investment", also für langfristige Investitionen. Dabei sollen auf lange Sicht europäischen Städten durch bessere EU-Budgetregeln mehr Handlungsspielräume für Investitionen geschaffen werden. Letztlich geht es also um Nachhaltigkeit und dauerhafte Lebensqualität im urbanen Raum. Bereits im Gründungsstadium der Arbeitsgruppe ist der Zuspruch der mitarbeitenden Städte sehr groß.

40 Wiener Delegierte in 30 Gremien

Mit 40 Delegierten in 30 Gremien zählt Wien zu den aktivsten Städten des Netzwerks und ist mit 40 Delegierten in 30 Gremien vertreten. Die Abteilung Europäische Angelegenheiten (MA 27) koordiniert die Wiener Mitglieder, das Wien-Haus in Brüssel stellt die Vertretung im Executive Committee, dem Vorstand, auf Beamtenebene. In diesem ist die Donaumetropole seit 2002 ununterbrochen Mitglied.

Für die Stadt Wien dient das Netzwerk als wertvolle Plattform, um ihre Interessen innerhalb der Europäischen Union durchsetzen zu können. Außerdem ist der stete Informations- und Erfahrungsaustausch mit den anderen Mitglied- und Partnerstädten befruchtend, ist der Verband doch nie versiegender Quell für Ideen. Friede, Respekt, aber eben auch Politik und Wirtschaft, machen EUROCITIES für Wien wertvoll.

Jahrestreffen 2019 in Prag

Höhepunkt des Austauschs ist jeden November das EUROCITIES-Jahrestreffen, bei dem die politischen Aspekte im Vordergrund stehen. Dabei werden drei Preise vergeben: für jeweils das beste Projekt zu Innovation, Kooperation und Partizipation. Heuer werden sich die Vertreterinnen und Vertreter in Prag treffen. Wien wird selbstverständlich auch dabei sein.