Im Herbst gibt es jede Menge zu feiern. In der Nacht auf den 1. November ist Halloween an der Reihe. © Bohmann/Christian Pichler

 

Herbstzeit ist Brauchtumszeit

Erntedank, Halloween, St. Martin: Auch im Herbst werden die Feste gefeiert, wie sie fallen. Doch wo liegt der Ursprung dieser unterschiedlichen Bräuche? CLUB WIEN klärt auf, woher diese Traditionen stammen und weiß, wo man in Wien am besten feiern kann.

Das Licht verändert sich, es wird früher dunkel, die Blätter der Bäume wechseln ihre Farbe und fallen ab, es wird kühler. Klarer Fall: Der Herbst ist da. In die farbenfrohe Jahreszeit zwischen Sommer und Winter fallen auch Feste, die sich bei den Wienerinnen und Wienern großer Beliebtheit erfreuen. Erntedank, St. Martin und Halloween werden allesamt gerne gefeiert, sind dabei aber auch sehr unterschiedlich. Doch wo liegen ihre Ursprünge? CLUB WIEN weiß mehr.

Erntedank und Thanksgiving

Das Erntedankfest trägt seine Bedeutung bereits im Namen. Bei dem christlichen Fest danken Gläubige seit dem dritten Jahrhundert den Gaben der Ernte. Bei Feiern in Kirchen oder bei Prozessionen werden dabei Feldfrüchte, Getreide und Obst sowie Naturprodukte wie Mehl, Honig oder Wein dekorativ aufgestellt. Sie werden später an Bedürftige verteilt. Traditionell wird es mit einem Gottesdienst am ersten Sonntag nach St. Michael gefeiert. Beim Erntedankfest bedankt sich Österreichs Jungbauernschaft jährlich für die eingebrachte Ernte. Land- und Forstwirtinnen und -wirte aus allen Regionen Österreichs präsentieren die kulturelle und kulinarische Vielfalt der heimischen Landwirtschaft.

 

Das US-amerikanische Thanksgiving ist ähnlich, findet aber später statt: Am vierten Donnerstag im November wird dem ersten Erntedankfest der Pilgerväter gedacht. Verzehrt wird für gewöhnlich ein Truthahn im Kreise der Liebsten. Außerdem ist es ein staatlicher Feiertag.

Von Samhain zu Halloween

Ganz anders geartet ist jenes Fest, das in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert wird: Halloween. Im 19. Jahrhundert wurde es von irischen Einwanderern in die USA quasi importiert, in Erinnerung an die Heimat ausgebaut und populär gemacht. Seit den 1990ern wird es auch in Europa gefeiert und ist heute nicht mehr wegzudenken. Schon das Wort weist darauf hin, wann es gefeiert wird: "Halloween" stammt aus dem englischen "All Hallows' Eve", dem Abend vor Allerheiligen.

Seinen Ursprung hat Halloween im keltischen Fest Samhain, bei dem der Jahreszeitenwechsel zelebriert wurde. Die Kelten glaubten, dass zu diesem Zeitpunkt die Grenzen zwischen der Welt der Lebenden und der der Toten durchlässig werden. Mit Opfergaben sollten womöglich feindselige Seelen, die Unruhe stiften könnten, besänftigt werden. Erst in der Neuzeit entstand der Glaube, dass sich die Kelten als Vampire, Hexen und Skelette verkleidet hätten, um die Geister in die Unterwelt zurückzuschicken. Daraus entwickelte sich das Halloween, wie wir es heute kennen. Allerdings hat das Fest seinen schaurigen Charakter zumindest in Europa weitestgehend abgelegt und ist für Kinder eine willkommene Gelegenheit, zu Süßigkeiten zu kommen.

In Wien lässt sich Halloween besonders gut beim Halloweenzug durch den Wiener Prater feiern. Garantiert mit Gruselfaktor.

Ganslessen und Laternenfest zu St. Martin

Ruhiger geht es am Martinstag zu. Am 11. November wird des heiligen Martin von Tours gedacht. Er war ein im vierten Jahrhundert lebender römischer Soldat, der der Legende nach seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Bekannt sind heute Laternenumzüge mit Kindergartenkindern. Nach der Dämmerung sind sie in Begleitung von Erwachsenen mit selbstgebastelten Lampen unterwegs und singen oft das Laternenlied: "Ich geh' mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir ..."

Eine bei allen Altersgruppen ebenfalls beliebte Tradition ist zu Martini das Ganslessen. Dieser Brauch leitet sich aus der Zeit des Lehnwesens ab, bekannter sind allerdings Legenden zu dessen Ursprung wie diese: Martin sollte zum Bischof von Tours geweiht werden, empfand sich als bescheidener Mann aber so unwürdig, dass er sich in einem Gänsestall versteckte. Die Vögel waren aber dermaßen aufgeregt, dass sie ihn mit ihrem Geschnatter verrieten und Martin das Bischofsamt annehmen musste.

Auch im Prater findet das traditionelle Ganslessen statt. Während der Ganslwoche wird die Gans in unterschiedlichsten Variationen serviert. Zu genießen in Bio-Qualität von 23. Oktober bis 17. November.