Viele Obst- und Gemüsesorten haben im Sommer Saison und schmecken jetzt besonders gut. Wie wäre es mit köstlichen Marillen? © iStockphoto

Wenn der Bauch zur Klimaanlage wird

Richtige Ernährung im Sommer: Wer an heißen Sommertagen zu den richtigen Lebensmitteln greift, wird nicht nur satt, sondern erzielt sogar eine kühlende Wirkung.

Endlich ist der Sommer da! So sehr wir uns auch auf die heiße Jahreszeit gefreut haben, Temperaturen jenseits der 30 Grad bedeuten für unseren Körper größte Anstrengung. Denn damit unsere Organe und folglich unser Stoffwechsel optimal arbeiten können, muss unsere Körpertemperatur immer konstant gehalten werden. Beim Schwitzen beispielsweise wird überschüssige Wärme abgegeben. Bei Kälte lässt ein Selbstschutzmechanismus unsere Muskeln arbeiten. Wir zittern und erzeugen dadurch Wärme. Aber auch durch die richtige Ernährung kann die Körpertemperatur reguliert werden. Daher gilt es, die Lebensmittel der Jahreszeit entsprechend auszuwählen. CLUB WIEN hat mit Ernährungsexpertin Veronika Mayr von der Wiener Gesundheitsförderung über die richtige Ernährung im Sommer gesprochen.

Leicht soll es sein

Die durchschnittliche Temperatur unseres Körpers beträgt 37 Grad Celsius. Bei starker Hitze schaltet der Körper seine Funktionen einen Gang runter, die Verdauung verlangsamt sich. Das hat zur Folge, dass große Portionen und schweres Essen wie Schweinsbraten mit Knödel länger im Magen bleiben. Dies kann zu Übelkeit führen, den Blutdruck senken und uns schlapp und müde machen. Daher sollte im Sommer zu leichten Mahlzeiten wie Salaten oder Gemüse gegriffen werden. "Wichtig ist: Wenn es heiß ist, keine schweren, also zu fettreichen, Speisen zu sich zu nehmen, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten. Essen Sie besser öfter kleine Portionen wasserreiches Obst, Gemüse, Suppen und Salate", rät Veronika Mayr. Zudem haben viele Obst- und Gemüsesorten im Sommer Saison und schmecken daher besonders gut. Auch der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen ist bei ausgereiften Obst- und Gemüsesorten am höchsten.

Das Wasser im Körper ist unter anderem für die Regulation der Körpertemperatur verantwortlich und schützt somit den Körper vor Überhitzung. Deswegen ist es an heißen Sommertagen besonders wichtig, viel zu trinken. © iStockphoto

Essen in Maßen, trinken in Massen

Noch wichtiger, als das Richtige zu essen, ist, ausreichend und kontinuierlich zu trinken. "Das einfachste und beste Getränk ist Leitungswasser oder kohlensäurearmes Mineralwasser. Gut geeignet sind auch ungesüßte Kräuter- und Früchtetees", so die Ernährungsexpertin. In der Regel benötigt der Körper am Tag um die eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit. Bei sommerlichen Temperaturen kann dieser Bedarf durchaus auf das Doppelte ansteigen. Besonders kleine Kinder und ältere Menschen vergessen oft, etwas zu trinken, oder spüren den Durst nicht. Trinkflaschen, die stets griffbereit sind, können dabei helfen, regelmäßig und ausreichend zu trinken. "Wenn das Trinken schwerfällt, kann auch ein Drittel Fruchtsaft mit zwei Dritteln Wasser vermengt werden. Um dabei nicht in eine Kalorien- und Zuckerfalle zu stolpern, ist bei der Auswahl von Getränken Vorsicht geboten. Limonaden und Energydrinks sollten besser gemieden werden", rät Veronika Mayr.

Aber auch viele Fruchtsäfte und vermeintlich gesunde Getränke wie Mineralwasser in diversen Geschmacksrichtungen entpuppen sich oft als richtige Zuckerbomben. Ein guter Durstlöscher ist beispielsweise pures Mineralwasser. Wem der Geschmack fehlt, kann etwas Zitronensaft hinzufügen.

Besser warm statt kalt

"Eiskalte Getränke sind verlockend, haben aber einen gegenteiligen Effekt. Zuerst wirken sie erfrischend, bald darauf kurbelt der Körper jedoch die Wärmeproduktion an, da er die heruntergekühlten Körperregionen wieder auf Normaltemperatur bringen will", erklärt die Expertin. Trinken wir zu heiße Getränke, geraten wir zu stark ins Schwitzen und es wird noch schwerer, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Die Getränke sollten daher weder eiskalt noch zu heiß sein. In vielen warmen Ländern wird oft, trotz starker Hitze, warmer Tee getrunken. Denn ein warmes Getränk wie Tee kann den Körper kühlen. Durch die warme Flüssigkeitsaufnahme setzt ein leichtes Schwitzen ein - genau dieser Effekt ist das Ziel, denn auf diese Weise entsteht auf der Oberfläche der menschlichen Haut die sogenannte Verdunstungskälte. Diese kühlt den eigenen Körper, ohne den Kreislauf auf Hochtouren zu bringen. "Sehr häufig wird warmer Pfefferminztee getrunken. Die Pfefferminze vermittelt über ihren frischen Geschmack Abkühlung. Salbeitee hilft die Schweißproduktion zu vermindern", sagt Veronika Mayr.

Mit Maß und Ziel

Auch wenn ein kühles Bier oder ein Weißer Spritzer an heißen Tagen allzu verlockend ist, sollte man bei sommerlichen Temperaturen auf Alkohol verzichten. "Die Hitze erweitert die Blutgefäße, Alkohol verstärkt diesen Effekt. Da kann es dann rasch zu Kreislaufproblemen kommen. Außerdem entzieht Alkohol dem Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe", erklärt die Ernährungsexpertin. Wer dennoch nicht auf seinen Spritzwein verzichten möchte, sollte genügend Wasser dazu trinken.

Auch für Sportlerinnen und Sportler gilt: Wer trotz Sommertemperaturen nicht auf Sporteinheiten verzichten möchte, muss auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten. "Es müssen nicht unbedingt isotonische Getränke sein. Einen ähnlichen Effekt, nämlich bei starker Belastung die herausgeschwitzte Flüssigkeit und Mineralstoffe wie Natrium, Chlorid, Kalium, Kalzium oder Magnesium wieder aufzufüllen, hat Apfelsaft mit Mineralwasser gespritzt. Wer in ganz normaler Intensität Sport macht, für die beziehungsweise den reicht Wasser als Getränk aus", so Veronika Mayr.

Bestimmte Lebensmittel sind dank ihres frischen Geschmacks und ihrer Leichtigkeit besonders gut für heiße Sommertage geeignet. Wie wäre es mit einer Wassermelone? © iStockphoto

Erfrischende Lebensmittel nach der Traditionellen Chinesischen Medizin

Nicht nur die westliche Ernährungswissenschaft beschäftigt sich mit der richtigen Ernährung bei Hitze. Laut der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat jedes Lebensmittel eine thermische Wirkung. Dabei unterscheidet man zwischen kalt, kühlend, neutral, wärmend und heiß. Neutrale und kühlende Lebensmittel eignen sich besonders für Gerichte im Sommer, da diese den Körper nicht belasten und für ein wenig Erfrischung sorgen. Extreme wie heiße und kalte Lebensmittel sollten nur sparsam auf unserem Teller landen.

Laut der TCM entsprechen warm und heiß dem Yang in unserem Körper, erfrischend und kalt nähren das Yin. Neutrale Lebensmittel bilden eine gute Basis. Das Erhalten oder Wiederherstellen des Gleichgewichtes von Yin und Yang ist laut TCM die Intention einer ausgewogenen Ernährung.

Folgende Lebensmittel schlagen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, denn sie verschaffen nicht nur eine Erfrischung, sondern wirken auch positiv auf den Wasserhaushalt des Körpers.

  • Wassermelone: Die Wassermelone ist die absolute Nummer eins unter den erfrischenden Lebensmitteln. Sie besteht zu 95 Prozent aus Wasser. Ausreichend Flüssigkeit hilft uns, unsere Konzentration aufrechtzuerhalten.

  • Gurken: Gurken kühlen und erfrischen den Körper. Sie enthalten außerdem reichlich Vitamin C, welches die Haut vor den ultravioletten (UV) Strahlen der Sonne schützt und präventiv gegen Falten und Sonnenschäden wirkt.

  • Paradeiser: Genau wie Gurken haben Paradeiser einen sehr hohen Wasseranteil. Zudem sind sie auch reich an Kalium, Folsäure, Ballaststoffen, Mangan, Magnesium, Niacin und Vitamin A, B6, C, E und K.

  • Joghurt: Joghurt hat gleich zwei tolle Effekte: Es kühlt und spendet Energie. Durch die Eiweißbausteine ist es gut verdaulich und liefert uns Energie, ohne den Körper zu belasten.

  • Grüntee: Der Grüne Tee erfrischt uns nicht nur, sondern kurbelt auch die Fettverbrennung an. Zudem wirkt er entgiftend und sollte vor allem für einen "kühlen Kopf" getrunken werden, da er uns von überschüssiger Wärme befreit und somit die Konzentrationsfähigkeit fördert.

  • Minze: Minze gehört zu den ältesten Heilkräutern. Sie belebt den Geist und kühlt dazu den Körper. Wer an heißen Sommertagen unter Kopfschmerzen leidet, kann sich ein paar Tropfen Pfefferminzöl auf die Schläfen geben. In heißen Ländern wird Minze nicht nur gerne als Tee getrunken, sondern verleiht dort auch vielen Speisen einen erfrischenden Geschmack.

Integrieren Sie zwei oder drei der Lebensmittel in Ihren Alltag und Ihr Körper wird mit reichlich Flüssigkeit, einer hohen Nährstoffdichte und jeder Menge Frische versorgt. So werden heiße Sommertage zu frischen Erlebnissen.

Vorteilspartner CLUB WIEN

Wiens Sagen- und Märchenerzähler Reinhard Mut "Wieny®"

Mit CLUB WIEN-Vorteilskarte erhält man 50 Prozent Ermäßigung auf alle Aktionen.

Erfahren Sie mehr 31076

Video: The Big Invisible im KUNST HAUS WIEN

Erfahren Sie mehr 31130

Video: stadtUNbekannt – Hinter den Kulissen vom Volkstheater

Alle Vorteilspartner