In der Therme Wien wird es jetzt bunt, denn mit den Austrian Mermaids kommen Schwanzflossen in vielen Farben in die Schwimmbecken. Erlernen können es kleine und große Unterwasserfans. © Bohmann/Kristina Sumper

Endlich Meerjungfrau!

Einmal schwimmen wie eine Meerjungfrau - der Traum vieler. Dass der Traum zur Realität werden kann und Meerjungfrauenschwimmen sogar eine echte Sportart ist, beweist der Verein Austrian Mermaids eindrucksvoll. Wir haben's ausprobiert!

In die Flosse, fertig und los! In den letzten Jahren ist das Meerjungfrauenschwimmen immer beliebter geworden. Ob es daran liegt, dass insgeheim jede und jeder mal durch das Wasser gleiten will wie Arielle, die Meerjungfrau, oder einfach der Reiz, Neues auszuprobieren, aufkommt, steht in den Sternen. Aber mit Sicherheit kann gesagt werden, dass die Monoflosse die Schwimm- und Hallenbäder erobert. Auch unsere CLUB WIEN-Redakteurin Linda wollte den neuen Trend ausprobieren und einmal als Meerjungfrau abtauchen. Wie Meerjungfrauenschwimmen funktioniert, worauf man achten soll und welche Atemübungen vorweg helfen, zeigt Austrian-Mermaids-Trainerin Marlene. Gemeinsam ging es ab in die Therme Wien.

Schritt 1: Mermaids als Botschafterinnen des Meeres

Wer denkt, dass man beim Meerjungfrauenschwimmkurs einfach nur mit einer Monoflosse im Wasser herumplanscht, hat sich schwer geirrt. Denn bevor es bei den Austrian Mermaids ins Wasser geht, werden die Neulinge über die wichtigste Aufgabe der Meerjungfrauen aufgeklärt. "Wir sind Botschafterinnen der Meere und unsere Aufgabe ist, die Unterwasserwelt zu schützen und die Menschen über den Umweltschutz aufzuklären", erzählt Marlene. Es gibt zwei Altersgruppen bei Austrian Mermaids: Kinder bis 13 Jahre und alle anderen ab 13 Jahren. Vorwiegend wird der Kurs von der ersten Altersgruppe besucht. Spielerisch wird den Kindern im Kurs das Thema Naturschutz nähergebracht. Gemeinsam wird überlegt, was gegen die Gefährdung des Meeres getan werden kann, im Speziellen gegen den Müll, die Verschmutzung durch Öl und die Überfischung. "Viele kennen sich mit dem Thema schon sehr gut aus, einige wissen noch nicht so viel, aber dafür sind wir Meerjungfrauenschwimmerinnen da", so die Trainerin. Pro Übungseinheit sind immer zwei Trainerinnen vor Ort, damit die Sicherheit der gesamten Gruppe gewährleistet ist.

Nach dem Theorieteil bereiten wir uns langsam auf den Sprung ins kühle Nass vor. Doch bevor wir uns in Meerjungfrauen verwandeln, wird der Körper aufgewärmt und die richtige Atemtechnik geübt. Denn wie bei jeder anderen Sportart auch, sind beim Meerjungfrauenschwimmen das Aufwärmen und die richtige Technik für den Erfolg entscheidend.

Bevor es ins Wasser geht, wird aufgewärmt. © Bohmann/Kristina Sumper © Bohmann/Kristina Sumper
Bevor es ins Wasser geht, wird aufgewärmt. © Bohmann/Kristina Sumper © Bohmann/Kristina Sumper
Bevor es ins Wasser geht, wird aufgewärmt. © Bohmann/Kristina Sumper © Bohmann/Kristina Sumper

Schritt 2: Trockenübungen

Die richtige Atmung ist wichtig, um sich möglichst lange und entspannt unter Wasser bewegen zu können. Hierfür werden spezielle Atemübungen und -techniken erlernt. "Tief ein- und ausatmen, dabei die Luft in den Bauch fließen lassen", erklärt Marlene. Auch der Druckausgleich ist wichtig, der beim Tiefentauchen gebraucht wird. Bei der Körperhaltung ist wesentlich, wellenförmige Bewegungen zu machen. "Oberkörper gebeugt, Kinn zur Brust und danach den Körper nach oben bewegen und wieder zurück nach unten", erklärt die Trainerin. Weiter geht es mit den Füßen. Auch hier ist die richtige Technik entscheidend. "Wenn der Fuß nach vorne geht, streift die Zehe den Boden, wenn er wieder zurück kommt streift die Ferse den Boden. Diese Übung hilft uns später, im Wasser mit der Schwanzflosse wellenförmige Bewegungen zu machen." Nach dem Aufwärmen wird es langsam ernst und die Monoflossen werden hervorgeholt. 

Schritt 3: Rein in die Flosse

Es ist es so weit. Die Flossen werden ausgepackt und aus zwei Füßen wird eine Monoflosse. Diese besteht aus einer echten Freitauchmonoflosse, der Stoff für die Schwanzflosse aus Bademodenstoff. Für den heutigen Tauchgang hat Marlene zwei Modelle mitgenommen, in Rot und in Grün. Die Schwanzflossen werden im Trockenen angezogen. Dafür setzen wir uns an den Beckenrand und schlüpfen in zwei separate Fußtaschen aus weichem Gummi. Mithilfe der einzeln verstellbaren Fersenbänder lassen sich ganz einfach verschiedene Schuhgrößen einstellen. Die getrennten Fußtaschen haben genügend Abstand und sorgen so für die optimale Fußstellung und einen sicheren Halt. Sind die Fersenbänder festgezogen und die Füße sitzen fest, kann die Schwanzflosse am Rücken liegend wie eine Strumpfhose übergestreift werden. Fertig ist die Verwandlung in eine Meerjungfrau.

Die Flossen werden am Land angezogen, denn wenn die Füße erst drin stecken, ist aufstehen nicht mehr möglich. © Bohmann/Kristina Sumper © Bohmann/Kristina Sumper
Die Flossen werden am Land angezogen, denn wenn die Füße erst drin stecken, ist aufstehen nicht mehr möglich. © Bohmann/Kristina Sumper © Bohmann/Kristina Sumper

Schritt 4: Ab ins Wasser

Am Beckenrand sitzend stoßen wir uns ab und hüpfen ins Wasser. Im Wasser fühlt sich die Schwanzflosse sehr angenehm an. Man könnte fast sagen, wie eine zweite Haut. Das Schwimmen damit, ist jedoch nicht so leicht, wie es aussieht. Meerjungfrauenschwimmen erfordert ein waches Bewusstsein für den eigenen Körper, eine gute Körperspannung und nicht zuletzt einen langen Atem. Es ist aber auch eine sehr lustige Art, seine Rücken-, Bauch- und Oberschenkelmuskulatur zu trainieren. Doch wie funktioniert das Schwimmen mit der Schwanzflosse genau?

Die Monoflosse: Das Schwimmen mit Flossen ist die schnellste Form, sich aus eigener Kraft im Wasser fortzubewegen. Wer schnell sein möchte, braucht die richtige Technik. Wichtig dabei ist, stromlinienförmig zu sein. Das heißt, der Körper ist gestreckt, die Arme nach vorne gerichtet, Hände zusammen und Kopf auf die Arme gelegt. Das Schwimmen mit der Monoflosse gleicht dem Schwimmen mit Flossen und ist eine Ganzkörperbewegung. Der Körper bewegt sich dabei wellenartig. Was wir zuvor gerade noch an Land geübt haben, setzen wir nun im Wasser um - die Trockenübungen ergeben langsam Sinn. Die Bewegung lässt sich mit der eines Delfins vergleichen.

Unter Wasser ist es wichtig möglichst wellenförmige Bewegungen zu machen. Vergleichbar mit einem Delfin. So kommt man schnell von A nach B. © Bohmann/Kristina Sumper © Bohmann/Kristina Sumper
Unter Wasser ist es wichtig möglichst wellenförmige Bewegungen zu machen. Vergleichbar mit einem Delfin. So kommt man schnell von A nach B. © Bohmann/Kristina Sumper © Bohmann/Kristina Sumper
Unter Wasser ist es wichtig möglichst wellenförmige Bewegungen zu machen. Vergleichbar mit einem Delfin. So kommt man schnell von A nach B. © Bohmann/Kristina Sumper © Bohmann/Kristina Sumper
Unter Wasser ist es wichtig möglichst wellenförmige Bewegungen zu machen. Vergleichbar mit einem Delfin. So kommt man schnell von A nach B. © Bohmann/Kristina Sumper © Bohmann/Kristina Sumper
Unter Wasser ist es wichtig möglichst wellenförmige Bewegungen zu machen. Vergleichbar mit einem Delfin. So kommt man schnell von A nach B. © Bohmann/Kristina Sumper © Bohmann/Kristina Sumper
Unter Wasser ist es wichtig möglichst wellenförmige Bewegungen zu machen. Vergleichbar mit einem Delfin. So kommt man schnell von A nach B. © Bohmann/Kristina Sumper © Bohmann/Kristina Sumper

Figurentauchen: Der Spaß darf bei der ganzen Sache natürlich nicht zu kurz kommen. Und was wäre ein Meerjungfrauenschwimmkurs ohne die schönen schwungvollen Figuren einer Nixe unter Wasser. Marlene zeigt ein paar Übungen vor und gemeinsam üben wir Rollen nach vorne, nach hinten, Rückwärts- und seitliches Schwimmen. Zum Abschluss wird der Kopfstand geübt.

Ästhetik: Am Meerjungfrauenschwimmen erfreuen sich nicht nur Kinder, auch viele Erwachsene besuchen immer öfter die Hallenbäder, um sich einmal in eine Meerjungfrau zu verwandeln. Austrian Mermaids bieten für kleine, aber auch große Meerjungfrauen Unterwasserfotoshootings an. Durchgeführt werden die Shootings von einem professionellen Unterwasserfotografen. Dann heißt es nur noch abtauchen, in die fantasievolle Unterwasserwelt eintauchen und bitte lächeln.

Im Wasser vergeht die Zeit wie im Flug und schon ist der Meerjungfrauenschwimmkurs vorbei. An Land verwandeln wir uns langsam wieder zurück. Und als die Monoflosse ausgezogen ist, freuen sich vor allem die Füße auf die wiedererlangte Freiheit.

Fazit: Liebhaberinnen und Liebhaber der magischen Unterwasserwelt sollten unbedingt selbst einmal den Schritt wagen, sich eine Schwanzflosse schnappen und ins kühle Nass springen. Es ist eine interessante Erfahrung, die viel Ausdauer, Koordination, Technik und auch Kraft abverlangt, aber vor allem viel Spaß macht. Neben dem sportlichen Aspekt wird der Fokus hauptsächlich auf das spielerische Erlernen der Fertigkeiten gelegt. Der Kurs eignet sich deshalb sehr gut für alle Kinder, die gerne im Wasser sind.