Mit dem Ausbau der U2 und dem Bau der U5 starten die Wiener Linien in ein neues Zeitalter. © Johannes Zinner

Ein Blick in Wiens Verkehrs-Zukunft

Wir leben in spannenden Zeiten für den öffentlichen Nahverkehr in Wien. Die Öffis, Multimodalität und aktive Mobilität werden die Zukunft unsere Fortbewegung prägen. CLUB WIEN hat sich bei den Wiener Linien und der Stadtbaudirektion umgehört.

2017 waren 961,7 Millionen Fahrgäste mit den Wiener Öffis unterwegs. Es sind 778.000 Jahreskarten mehr im Umlauf als es angemeldete Autos gibt. In zehn Jahren werden mehr als zwei Millionen Menschen in Wien leben und die Öffis werden wichtiger sein als je zuvor. Die Wiener Linien arbeiten darum schon heute mir Nachdruck am Öffi-Verkehr der Zukunft.

So sieht die Öffi-Zukunft aus

"Die Stadt wächst und ihre Bewohnerinnen und Bewohner müssen auch weiterhin sicher, schnell und bequem von A nach B kommen. Die Mobilitätsbedürfnisse der Wienerinnen und Wiener müssen weiterhin auf so hohem Niveau wie bisher befriedigt werden, deshalb nehmen die Wiener Linien hier eine ganz besonders wichtige Rolle ein", sagt Barbara Pertl von den Wiener Linien. "Der Ausbau der U-Bahn, also das Linienkreuz U2/U5, zielt auf genau diese Zuwachsprognosen ab: Eine einzige Garnitur bringt bei einer Fahrt bis zu 900 Fahrgäste an ihr gewünschtes Ziel. Aber auch Straßenbahnen und Busse müssen ihre Beiträge leisten. Hier gilt, je weniger die Öffis mit dem Individualverkehr 'mitfahren' müssen, desto schneller und zuverlässiger sind sie. Eigenständige Gleiskörper und Busspuren sind die Zukunft."

Die Vorarbeiten für die U2 und die U5 laufen auf Hochtouren. Leitungen wie Kanal und Strom werden neu verlegt, im Herbst 2018 starten die Arbeiten rund um den Matzleinsdorfer Platz und die Pilgramgasse. Nach rund fünfjähriger Bauzeit soll die U5 als erste vollautomatische U-Bahn-Linie Wiens voraussichtlich 2024 den Betrieb aufnehmen. Die Verlängerung der U2 bis zum Matzleinsdorfer Platz wird rund zwei Jahre länger dauern.

Die U-Bahn fährt selbstständig

Ein Thema, das momentan in aller Munde ist, sind selbstfahrende Öffis. "Die Wiener U-Bahn feiert heuer ihren 40. Geburtstag. Von Beginn an sind vier der fünf Linien (Ausnahme U6) bereits halbautomatisch unterwegs. Das bedeutet, dass die Geschwindigkeit der U-Bahn-Garnituren von der Leitstelle aus zentral gesteuert wird. Die Abfertigung der Fahrgäste liegt allerdings noch in den Händen der U-Bahn-Fahrerinnen und -Fahrer. Wie bereits in anderen Weltstädten seit Jahren positiv erprobt, gehen die Wiener Linien mit der automatisierten U5 den nächsten Schritt Richtung Zukunft. Ab 2024 wird die U5 vom Karlsplatz bis zum Frankhplatz unterwegs sein. Derzeit werden die neuen Garnituren, die im Vorfeld der U5-Eröffnung mit Fahrerinnen und Fahrern auch auf den Linien U1, U2, U3 und U4 unterwegs sein werden, produziert", sagt Barbara Pertl.

Eine Zukunftsvision zum städtischen Verkehr lässt sich schon heute recht genau schildern: "In zehn Jahren wird die Multimodalität wohl noch mehr zum Alltag gehören, als dies bereits heute der Fall ist. Die Verbindung von öffentlichen Verkehrsmitteln und anderen, nicht individuellen Fortbewegungsmöglichkeiten (Car- und Bike-Sharing) wird auch für die Wiener Linien ein immer wichtigeres Thema", sagt Pertl. "Mit der WienMobil-App ermöglichen die Wiener Linien schon jetzt jedem einzelnen Fahrgast eine individuelle Variante, um den geplanten Weg so schnell und umweltfreundlich wie möglich hinter sich zu bringen."

Das Fahrrad spielt im Verkehrskonzept der Zukunft eine Hauptrolle. In der aspern Seestadt erweist sich das Radverleihsystem SeestadtFLOTTE als erfolgreiches Model. © L. Schedl

aspern Seestadt probiert schon heute dieMobilität von morgen

Wie der Verkehr der Zukunft aussehen wird, denkt die Magistratsdirektion - Geschäftsbereich Bauten und Technik, kurz Stadtbaudirektion, vor. Für visionäre Stadtbauprojekte wie aspern Die Seestadt Wiens plant eine Vielzahl von Maßnahmen mit einem Blick auf morgen. Trends der Zukunft werden dort schon ausprobiert oder mitgedacht.

"Die Seestadt setzt in Sachen Mobilität stark auf den öffentlichen Verkehr und einen Mobilitätsfonds, der umweltfreundliche Projekte wie z. B. das Radverleihsystem SeestadtFLOTTE finanziert", sagt Christine Spiess, MD-BD Projektleiterin, Stadt Wien. Quer durch das bisher bebaute Areal stellt die SeestadtFLOTTE bereits 56 E-Bikes, und Acht-Gang-Räder zur Verfügung. Außerdem ist es Wiens erstes automatisches Verleihsystem, das auch E-Lastenräder anbietet. Das Fahrrad wird hier im Nahverkehr der Zukunft eine sehr wichtige Rolle spielen ebenso wie das Zufußgehen.

Nachhaltigkeit ist Pflicht

"Als Urban Lab der Smart City Wien bietet die Seestadt auch Platz für allerlei Innovationen. Etwa für Paketlieferungen ganz ohne Autolärm und Abgase - diese Idee steckt hinter dem DPD-City-Hub-Konzept. Pakete für die Seestädterinnen und Seestädter werden in einem Paketshop kurz zwischengelagert und dann via Elektrolastenräder nach Hause zu den Empfängerinnen und Empfängern gebracht", sagt Spiess. Nachhaltiger und umweltschonender Verkehr, egal ob auf Lang- oder Kurzstrecke, wird entscheidend sein. Auch wenn die Stadt wächst, die Umweltbelastung darf es nicht.

Hier in der Seestadt setzt man auch in Sachen Forschung Akzente. "Im aspern.mobil LAB entstehen umweltfreundliche Konzepte für die städtische Mobilität - durch Forschen, Ausprobieren und Reflektieren. Ein wesentlicher Teil dieses Projekts der TU Wien ist die Zusammenarbeit mit Anrainerinnen und Anrainern und der lokalen Wirtschaft."

Vor allem drei zukunftsrelevante Mobilitätstrends werden hier erforscht. Aktive Mobilität, sprich Fortbewegung mit der eigenen Körperkraft, ist ebenso ein großes Thema wie die sogenannte "First/Last Mile Logistik". Hinter diesem Begriff steht der Gedanke, den Gütertransport im ersten oder letzten Abschnitt zu bündeln, da hier die Transportmöglichkeiten wenig ausgelastet sind. Ein Beispiel wäre eben der emissionsfreie Transport von der Post oder dem Supermarkt nach Hause. Dadurch könnte das Verkehrsaufkommen stark entlastet werden. Auch die "shared mobility", sprich Fahrradverleihsysteme und Co, beschäftigen das Labor.

Mobilitätsstation Simmering

Wie genau unterschiedliche Verkehrsangebote in Zukunft zu einem Orchester des Nahverkehrs werden könnten, kann man sich bald bei den Wiener Linien live anschauen. "Neben der WienMobil-App, die alle Fortbewegungsmittel quasi auf einen Klick vereint, startet im zweiten Halbjahr auch die erste Mobilitätsstation als Pilotprojekt bei der U3-Endstation Simmering. Dort werden unterschiedliche Verkehrsangebote wie E-Bike, Lastenfahrrad und Car-Sharing samt Infrastruktur mit dem öffentlichen Verkehr kombiniert", sagt Barbara Pertl.

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