Gerade noch ein altes T-Shirt, jetzt schon ein Knäuel Garn. © Bohmann

 

DIY: Altes T-Shirt wird neues Garn

Wegschmeißen ist Ihnen ein Gräuel? Uns auch! Alte T-Shirts zum Beispiel landen nie in der CLUB WIEN-Mülltonne. Wussten Sie aber, dass daraus mehr werden kann als ein Putzlappen? Nach Anleitung von DIE UMWELTBERATUNG verwandeln wir Altshirts in neues Garn.

Es waren schöne Zeiten. Auf der Couch liegen, Soletti mampfen, lesen und einfach die Zeit zu Hause genießen. Unser grünes T-Shirt hat uns durch so manch faule Stunde begleitet, und das fast zehn Jahre lang. Doch wie das halt so ist, passt uns das T-Shirt einfach nicht mehr. Ob das mit den Soletti zu tun hat? Da wir dringend Platz im Schrank brauchen, haben wir uns dazu entschlossen, aus dem alten Shirt etwas Neues zu kreieren. DIE UMWELTBERATUNG brachte uns auf die goldene Idee: Wir verwandeln das Leiberl in Garn.

Klingt kompliziert und wir sind beileibe keine Bastelmeisterinnen und -meister. Unsere bisherigen Versuche erreichen meist nicht einmal Volksschulniveau. Aber Übung macht ja bekanntlich die Meisterin beziehungsweise den Meister und in dem Sinne starten wir das neue Projekt.

 

Schritt eins: Weg mit den Ärmeln

Sowohl die Ärmel als auch der Kragen sind für unser Vorhaben nutzlos. Daher schneiden wir das Shirt einfach direkt unter den Ärmeln ab, übrig bleibt dann ein rechteckiges Stück Stoff. Tipp vorab: Ein Textilstift ist dabei sehr nützlich. Wir haben leider keinen und machen das daher nach Augenmaß. Ganz gerade schaffen wir es nicht, aber es hätte schlimmer sein können. Der obere Teil ist danach eigentlich wirklich nicht mehr zu gebrauchen, außer vielleicht als bauch- und brustfreies Shirt. Wer weiß, was noch in Mode kommt.

Schritt zwei: Vorbereitung auf das große Schneiden

Wir legen das Shirt so auf einen Tisch, dass die geschlossenen Kanten waagrecht zu uns liegen. Jetzt klappen wir die Unterkante ein und falten sie bis zwei oder drei Zentimeter vor der Oberkante. Unser Bastelobjekt ist dann also nur noch gut halb so hoch und die beiden Kanten liegen nahe beieinander. Als Nächstes markieren wir auf der nun neuen Unterkante in drei Zentimeter Abständen die Stellen, an denen wir einschneiden wollen. Wir wiederholen uns ungern, aber auch hier wäre ein Textilstift leiwand. Bei uns muss der Kugelschreiber herhalten.

Schritt drei: Schnipp, schnapp

Wir schneiden entlang unserer Markierungen nach oben bis wir die geschlossene Kante, die zwei bis drei Zentimeter vor der Oberkante liegen sollte, durchtrennt haben. Nicht weiter! Das Leiberl sollte jetzt in etwa so aussehen wie die fransigen Ärmel einer Wild-West-Lederjacke. Jetzt fächern wir das Shirt auf dem Tisch auf. Der noch nicht durchtrennte Teil soll in der Mitte liegen, die Fransen gehen links und rechts weg. Wir schneiden von rechts in das Shirt ein und durchtrennen den ersten Fransen. Das nun lose Ende ist der Beginn unseres Garns.

Jetzt schneiden wir in schrägen Linien von Fransenende zu Fransenende und lösen nach und nach die Fäden vom Hauptteil. Wir haben dann einen breiten Stoffstreifen, der immer länger wird. Wir empfehlen, vorher zu markieren, wo man schneidet, aber, genau, kein Stift. Wir machen es nach Augenmaß und das klappt auch ganz gut. Im Nachhinein betrachtet, sollte man vielleicht doch mehr Wert auf Genauigkeit legen. Wir schneiden weiter, bis wir das andere Ende des Shirts erreicht haben.

Schritt vier: Rollen und fertig

Unseren langen Stoffstreifen rollen wir jetzt einfach zu einem Knäuel. Das sieht dann aus wie ein breites Wollknäuel. Geschafft!

Was also machen wir nun damit? Das Garn kann sehr gut zum Häkeln oder Stricken verwendet werden. Wenn Sie einen Pullover daraus machen wollen, werden Sie noch ein paar weitere Shirts brauchen. Wir werden unser Garn wohl eher für kleinere Dekoprojekte nutzen, zum Beispiel zum Verzieren von unansehnlichen Schachteln und Boxen. Oder wir binden es uns in Rambo-Manier um den Kopf und nennen es Stirnband. Der Fantasie sind ja zum Glück keine Grenzen gesetzt.