Es leben die 90iger! Das dachten wir uns im CLUB WIEN auch und probierten uns an einem Klassiker dieses Jahrzehnts: das Batikmuster. © Bohmann/Weidinger

 

Lang leben die 90er: DIY-T-Shirts mit Batikmuster

Batikmuster sind wieder voll im Trend, auch im CLUB WIEN: Nutzen wir die Zeit zu Hause, sortieren wir unsere Kleiderkästen aus und machen wieder einmal aus Alt wunderschön Neu. Diesmal im Batikmuster.

Aus Alt mach Neu? Vielmehr lautet diesmal das Motto: Aus Alt mach Bunt! Der Frühling steht vor der Tür, und bevor dieser Einzug hält, bereiten wir uns schon zu Hause auf das farbenfrohe Erwachen vor. Und zwar mit selbst gefärbten Batik-Kleiderstücken. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Alles, was Sie dafür brauchen, sind alte T-Shirts, Hosen, Kleider oder Pullis in Weiß, eine Schnur, Textilfarbe oder die Geheimzutaten aus der Küche zum Kleiderfärben. Wie es geht, zeigt Ihnen der CLUB WIEN. Probieren Sie es aus und verleihen Sie alten Kleidungsstücken oder Deko-Gegenständen wie Tischläufern oder Servietten einen neuen bunten Batik-Look.

Das Material

Für den perfekten Batik-Look benötigen Sie folgende Materialien:

  • weiße Kleidungsstücke (auch Kleider in hellen Tönen können gefärbt werden, die Farbe greift allerdings bei Weiß am besten)
  • Schüssel, Topf oder Flaschen
  • natürlich hergestellte Farben (je nach Saison können Sie die Farben auch selbst herstellen)
  • Alternativ: Textilfarbe
  • Farbfixierer
  • Gummihandschuhe
  • Baumwollschnur

 

Färben mit Naturprodukten: Zutaten und Anwendung

Wer beim Färben auf Naturprodukte zurückgreifen will, hat etliche Möglichkeiten, sich in der Küche nach den geeigneten Zutaten umzuschauen. So kann für die Farbe Gelb Kurkuma verwendet werden, Hellbraun wird aus den Schalen von roten Zwiebeln hergestellt. Für die Farben Blau oder Violett kann man Heidelbeeren oder Blaukraut verwenden. Strahlendes Mintgrün bekommt man von Brennnesselblättern, Pink-Rot von Roter Bete und die Farbe Rosa von Avocados.

Um die Farbe herzustellen, kochen Sie die jeweiligen Zutaten in heißem Wasser auf, bis dieses die gewünschte Farbe angenommen hat. Tauchen Sie anschließend die weißen Kleidungsstücke je nach Lust und Laune in das gefärbte Wasser oder schütten Sie dieses in Flaschen, damit Sie die Kleidungsstücke anschließend gezielter färben können.

Hinweis: Achten Sie bei der Herstellung von Naturfarbe auch immer auf die aktuelle Saison. Sich im Winter Heidelbeeren oder Brennnessel zu kaufen, ist nicht nachhaltig und nicht sehr sinnvoll. Rote Bete hingegen ist ein Wintergemüse.

Wenn Ihnen eine Farbe fehlt und Sie nicht darauf verzichten wollen, können Sie Textilfarben auch mit Naturfarben kombinieren und Ihre Kleider in den verschiedenen Farben erstrahlen lassen. Das Schöne dabei ist, dass Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Textilfarben sind ganz schnell hergestellt: Kochen Sie dafür Wasser auf, geben Sie dieses in einen größeren Topf oder Kübel, schütten Sie je nach Gebrauch entsprechend viel Farbpulver in das Wasser, und dann heißt es rühren, bis das gefärbte Wasser richtig leuchtet. Zum Färben anschließend wieder im Kübel oder Topf lassen oder auf Fläschchen verteilen.

Rollen Sie Ihr T-Shirt kreisförmig zusammen und binden es dann mit der Schnur zu einer Rolle. Anschließend binden Sie die Schnur so herum, dass Kuchenstücke entstehen. Diese werden dann mit den unterschiedlichen Farben eingefärbt. © Bohmann/Weidinger © Bohmann/Weidinger
Für ein Unikat knoten Sie so viele Knoten wie Sie wollen in das Kleidungsstück. Je fester und intensiver Sie die Knoten gebunden haben, desto intensiver erscheinen dort später die weißen Muster auf dem Kleidungsstück. © Bohmann/Weidinger
Schritt 1: Probieren Sie auch andere Muster aus. Wenn Sie beispielsweise eine leere Flasche oder ein Rohr haben, umwickeln Sie dieses mit dem Kleidungsstück. © Bohmann/Weidinger
Schritt 2: Nachdem Sie dieses umwickelt haben, wickeln Sie die Schnur ebenfalls um die Flasche und schieben abschließend alles in eine Richtung, sodass das Shirt zusammengezogen ist. Durch die Farbe entstehen dort dann Linien. © Bohmann/Weidinger

Los geht's:

Schritt 1: knoten, binden oder wuzeln

Bevor es ans Färben geht, heißt es, die Kleidungsstücke richtig zu verknoten, damit die für Batikmuster typischen Kreise entstehen. Dazu nehmen Sie vom flach ausgebreitet liegenden T-Shirt kleine Stoffareale nach oben und binden diese nach Belieben mit Ihrer Schnur oder einem Gummiband ab. Beginnen Sie circa in der Mitte des Shirts und rollen Sie es immer weiter ein, bis das gesamte Kleidungsstück eine Art Rolle bildet.

Sie können Ihrem Kleidungsstück aber auch eine ganz individuelle Note verleihen und an den unterschiedlichsten Stellen einen Knoten machen oder das Kleidungsstück zusammenrollen oder binden. Dadurch entstehen viele unterschiedliche Muster und Formen. Die Stellen, die abgedeckt sind, bleiben später heller oder ganz weiß. Je fester und dicker Sie das jeweilige Areal mit Gummi oder Faden umwickeln, desto intensiver erscheinen später die weißen Muster auf dem Kleidungsstück.

Schritt 1: Jetzt heißt es endlich färben! Neben Sie die Farben und schütten Sie diese in jedes Kuchenstück des gebundenen Shirts. © Bohmann/Weidinger
Schritt 2: Schütten so lange bis das gesamte Shirt mit Farbe bedeckt ist. Sie können den Knoten auch umdrehen und von der anderen Seite die Farbe drüber schütten. Das kann aber dazu führen, dass sich die Farben mischen und Brauntöne entstehen. © Bohmann/Weidinger
Hier wird gesprüht. Dazu einfach von einer alten Putzflasche den Sprühverschluss herunternehmen, ausspülen, in die Farbflasche geben und lossprühen – so viel Sie wollen. Anschließend in einem Plastiksack rund eine Stunde ziehen lassen. © Bohmann/Weidinger
Der untere Teil des T-Shirts wird hier im grünen Wasserbad eingetunkt, sodass sich das Shirt unten komplett färbt. Anschließend wird der Stoff zusammengeschoben und mit blauer Farbe übergossen. Das ergibt am Ende ein schönes Linienmuster. © Bohmann/Weidinger

Schritt 2: farbenfrohes Färben

Wenn Sie Ihre Kleidungsstücke verknotet haben und die Farben zum Färben bereitstehen, kann der Spaß nun endlich beginnen.

Einfarbig färben: Wenn Ihr Kleidungsstück nur eine Farbe haben soll, tauchen Sie das ganze Kleidungsstück in den Topf mit der Farbe. Lassen Sie dieses nun rund eine Stunde in der Farbe schwimmen. Je länger es der Farbe ausgesetzt ist, desto intensiver wird das Farbergebnis. 

Färben mit vielen Farben: Wenn Ihr Kleidungsstück richtig bunt werden soll, füllen Sie die jeweiligen Farben in verschiedene Fläschchen. Wenn vorhanden, verwenden Sie einen Sprühaufsatz. Damit können Sie die Farbe optimal auf den Kleidern auftragen. Aber auch ohne Sprühaufsatz kann man mit den Fläschchen die Farbe gut auf den Kleidern verteilen. Schütten Sie dazu die Farbe einfach auf die gewünschten Stellen. Halten Sie die verknoteten Kleider dazu über einen Topf oder die Badewanne, denn es wird ordentlich gekleckert. Legen Sie die gefärbten Kleider anschließend in Müllsäcke oder in den Farbtopf und lassen Sie diese wieder ziehen.

Schritt 3: waschen, waschen, waschen

Nach rund einer Stunde können Sie Ihre Kleidungsstücke endlich entknoten und erstmals betrachten. Passt Ihnen das Muster, heißt es ab unter die Dusche oder in die Badewanne und gut auswaschen; so lange, bis das Wasser klar ist.

Falls das Muster noch nicht wie gewünscht ist, haben Sie jetzt die Möglichkeit für einen Feinschliff. Die neue Farbe wieder kurz einwirken lassen und danach alles gründlich auswaschen.

Schritt 4: das Fixierbad

Damit die Farbe in den Kleidungsstücken auch wirklich gut hält, wird ein Fixierbad empfohlen. Den Farbfixierer können Sie im Drogeriehandel besorgen. Er steigert die Farbbrillanz und die Haltbarkeit.

Nachdem Sie die gefärbten Kleidungsstücke ordentlich ausgewaschen haben, geben Sie alle zusammen in die Waschmaschine. Schütten Sie den Farbfixierer in das Fach für den Weichspüler und waschen Sie alles mit 30 Grad ein Mal durch.

Nach dem Waschen werden die Kleider noch aufgehängt und am nächsten Tag ... © Bohmann/Weidinger © Bohmann/Weidinger
... sind die neuen Kleidungsstücke im Batik-Look fertig. © Bohmann/Weidinger

Schritt 5: trocknen lassen und staunen

Aufhängen, trocknen lassen und fertig sind Ihre neuen Lieblingskleidungsstücke. Hinweis: Je nachdem, wie lange und wie viel Farbe Sie auf die Kleider gegeben haben, desto intensiver oder heller wird das Endprodukt.

CLUB WIEN wünscht viel Spaß beim Ausprobieren und einen farbenfrohen Waschvorgang!