Bei den "Tagen des Roten Wien" wird die Vergangenheit lebendig. © Getty Images

 

Die Tage des Roten Wien

Von 1919 bis 1934 währte die Epoche des Roten Wien. Am 4. und 5. Mai wird bei den "Tagen des Roten Wien" an jene Jahre erinnert. An insgesamt 15 Standorten werden kostenlose Führungen angeboten, die zu spannenden Zeitreisen einladen.

Der 4. Mai 1919 war ein Wendepunkt für Wien. An diesem Tag wurde gewählt und die Sozialdemokraten hatten fortan die absolute Mehrheit in der Stadtregierung. Unter der Regie von Bürgermeister Jakob Reumann legte man bis 1934 den Grundstein für jene Lebensqualität, für die Wien heute international anerkannt ist. Der Fokus auf soziale Fürsorge, kommunalen Wohnbau und die Bildungsreform prägen die Stadt noch heute.

100 Jahre später wird des Erbes des Roten Wien gedacht. Am 4. und am 5. Mai feiert man die "Tage des Roten Wien". An 15 Standorten quer durch die Stadt werden kostenlose Führungen angeboten, für die Sie sich am besten jetzt schon online anmelden.

Rathaus, Stadion, Feuerhalle

Im Rathaus etwa werden stündlich Führungen durch den Gemeinderatssitzungsaal, den Stadtsenatssitzungssaal, den Festsaal und zur Gedenktafel angeboten. Mehrmals täglich gibt es Rundgänge durch die Viktor-Slama-Ausstellung in der Wienbibliothek.

Erbstücke des Roten Wien gibt es viele. Eines davon ist das Ernst-Happel-Stadion, das 1931 eröffnet wurde. Bei den Führungen kann man unter anderem einen Grundstein mit Widmungsinschrift, eine Gedenktafel in Erinnerung an die Internierung jüdischer NS-Häftlinge und eine Kleinausstellung mit Schautafeln sehen. Auch das Krematorium, die sogenannte Feuerhalle Simmering, war eine Initiative Jakob Reumanns. Bei den "Tagen des Roten Wien" gibt es unter anderem eine Filmvorführung. Mehr zur Feuerhalle können Sie in unserem stadtUNbekannt-Beitrag lesen.

Schauplatz Gemeindebau

Das vielleicht größte Erbe des Roten Wien sind Wiens Gemeindebauten. Viele der größten und architektonisch sowie geschichtlich bedeutendsten entstanden in der damaligen Zeit. Der größte und imposanteste ist zweifelsohne der Karl-Marx-Hof, wo es neben den Führungen auch eine Dauerausstellung zum Roten Wien im Waschsalon Nr. 2 gibt. Mehr zum "Versailles der Arbeiter" finden Sie in diesem Beitrag der Serie stadtUNbekannt.

Der Rabenhof im Bezirk Landstraße wurde 1929 eröffnet. Im Rahmen der Führungen können Sie Wissenswertes rund um den 4.000 Quadratmeter großen Haupthof, den Kindergarten sowie das Rabenhof-Theater erfahren. Architektonisch ein besonderes Highlight ist die Werkbundsiedlung, die in den Jahren 1929 bis 1932 errichtet wurde. Bei der Führung stehen die Architekten Adolf Loos und Josef Hoffmann sowie die Architekturpionierin Margarete Schütte-Lihotzky im Fokus.

Nicht minder spannend ist der Goethehof. Die Kaisermühlener Institution war eines der Zentren der Kampfhandlungen im Bürgerkrieg 1934. Sehenswert sind die Hauptfassade und die Bibliothek sowie die Sonnenuhr von Oskar Thiede. Uhrturm, Ehrenhof sowie der Turnsaal zählen wiederum zu den Wahrzeichen des Karl-Seitz-Hofs in Jedlesee. Beide Gemeindebauten werden Schauplatz von Führungen sein.

Das volle Programm und alle Schauplätze der "Tage des Roten Wien" finden Sie auf der Themenseite "100 Jahre Rotes Wien" auf wien.gv.at.