Herr Wolfgang Kastel, Geschäftsführer der Helfer Wiens, arbeitet seit Jahren mit voller Leidenschaft in der Präventionsarbeit. © Bohmann/Bubu Dujmic

 

Wissen schafft Sicherheit

Richtiges Wissen kann in Notsituationen Leben retten. Doch wie handle ich bei Brand, Unfall oder auch Stromausfall richtig? Die Helfer Wiens bieten Infos und kostenlose Kurse an, die das eigene Leben und das unserer Gesellschaft sicherer machen können.

Es ist wieder so weit. Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter, der Duft von Lebkuchen und Weihnachtspunsch erfüllt die Straßen Wiens. Weihnachten steht vor der Tür. Was für die einen die schönste Zeit im Jahr ist, ist für viele Helferinnen und Helfer Wiens die turbulenteste. Denn trotz aller Warnungen kommt es Jahr für Jahr zur Advent- und Weihnachtszeit verstärkt zu Zimmer- und Wohnungsbränden. Aber nicht nur trockene Adventkränze können zur Gefahrenzone werden, auch das Heizen mit Gas kann gefährlich enden. Doch wie verhalte ich mich in Gefahrensituationen? Die Gefahr steckt oft in der Unwissenheit, denn die meisten Wienerinnen und Wiener wissen sich bei Brandfällen, bei kleineren oder größeren Notfällen im Alltag oder auch in Notsituationen - Weihnachten hin oder her - gar nicht zu helfen. Dabei kann richtiges Verhalten Leben retten und sich mit möglichen Gefahren vorzeitig auseinanderzusetzen, kann Notfälle sogar verhindern.

Die Helfer Wiens sind eine Serviceeinrichtung der Stadt Wien und informieren Wienerinnen und Wiener über Sicherheit und wie sie sich in Notfällen richtig verhalten. Dazu bieten sie kostenlose Vorträge an und veranstalten viele verschiedene Events wie das alljährliche Sicherheitsfest. CLUB WIEN hat Wolfgang Kastel, Geschäftsführer der Helfer Wiens getroffen und mit ihm über Prävention gesprochen.

 

Was machen die Helfer Wiens?

Die Helfer Wiens sind die offizielle Präventionseinrichtung der Stadt Wien und ein umfassender Dienstleister in allen Fragen der Sicherheit. Der ehemalige Wiener Zivilschutzverband wurde 1964 gegründet und lehrt Wienerinnen und Wienern das richtige Verhalten in Notfällen. Alle Angebote sind kostenlos und an die jeweiligen Zielgruppen angepasst - angefangen von der persönlichen Beratung bis hin zu diversen Veranstaltungen. "Es beginnt bei der persönlichen Beratung, die mir vor allem sehr wichtig ist. Denn jede beziehungsweise jeder hat unterschiedliche Ängste. Bei der persönlichen Beratung kann man auf diese sehr gut eingehen und Lösungen finden. Wenn jemand beispielsweise im Dunkeln Angst hat, zu seinem Auto zu gehen, kann man gemeinsam nach Lösungen suchen. Und vielleicht gibt es einen anderen Weg, der beleuchtet ist", erklärt Wolfgang Kastel. Persönliche Beratung erhalten Interessierte auch auf den zahlreichen Sicherheitsveranstaltungen und Leistungsschauen, die von den Helfern Wiens in Kooperation mit Einsatz- und Hilfsorganisationen sowie mit Magistratsabteilungen und Dienstleistungsunternehmen der Stadt Wien veranstaltet werden.

So halten die Helfer Wiens jährlich rund 200 Vorträge, besuchen Schulen, Kindergärten, Unternehmen und sind auch in vielen Bezirken mit Informationsmaterial unterwegs. "Wir sind auch bei vielen Veranstaltungen der Stadt Wien anzutreffen und machen vor Ort Präventionsarbeit. Das heißt, uns ist ganz wichtig, dass sich die Leute schon im Vorhinein informieren können, wie sie in Notsituationen handeln sollen. Beispiel: Es brennt, ich ruf die Feuerwehr. Bis diese eingetroffen ist, kann ich mein, aber auch das Leben von anderen retten – wenn ich weiß, was ich tun kann", so Kastel.

Was bedeutet Sicherheit?

"Sicherheit ist ein vielschichtiger Begriff und hat für jede beziehungsweise jeden eine andere Bedeutung. Sicherheit bezogen auf die Stadt hat aber nicht nur mit dem Blaulicht zu tun. Es hat mit Gesundheit, Umwelt, Sozialem zu tun, mit einem Wohlfühlen in der Stadt", erklärt Kastel. Deshalb unterstützen die Helfer Wiens die Stadt Wien mit Präventionsarbeit an vielen unterschiedlichen Anlaufstellen in ganz Wien. Zudem gibt es bei den Helfern Wiens die Plattform "Freiwillig für Wien". Diese Plattform vernetzt Organisationen und mögliche Freiwillige. "Durch die Plattform bekommen Menschen, die sich freiwillig engagieren möchten, aber auch jene, die glauben nicht mehr gebraucht zu werden oder sich einsam fühlen, die Möglichkeit, sich wieder ein Netzwerk aufzubauen, soziale Kontakte zu knüpfen und anderen zu helfen – denn auch das gehört zur Sicherheit dazu, dass man wieder ein positives Lebensgefühl bekommt. So sehen wir bei den Helfern Wiens den Begriff Sicherheit etwas umfassender", erklärt der Geschäftsführer. Wollen Sie auch anderen helfen? Dann werden Sie eine Helferin oder ein Helfer Wiens - Informationen gibt es hier.

Sie haben Fragen?

Sie wissen nicht genau wie Notrufe richtig durchgeführt werden oder wie Sie in Notsituationen wie bei einem Brand oder Blackout richtig handeln sollen – die Helfer Wiens vermitteln in Vorträgen, Kurzseminaren und Trainings wesentliches Wissen, Handgriffe und Tricks, die das eigene Leben, aber auch das unserer Gesellschaft sicherer machen kann. In den kostenlosen Vorträgen erhalten Sie alle wichtigen Informationen zu Selbst- und Zivilschutz. Die Vorträge richten sich an Groß und Klein.

Für eine persönliche Beratung rufen Sie am besten im Vorhinein an und machen sich einen Termin aus. Die Termine und nähere Infos zur Plattform "Freiwillig für Wien" finden Sie auf der Homepage der Helfer Wiens.