03.OKTOBER 2019 
Freizeit
Herbstzeit ist Kürbiszeit: Am Rochusmarkt am Stand von Familienbetrieb Schätzl findet man die schönsten Kürbisse. Frau Niss vom Marktamt erklärt, worauf beim Kauf zu achten ist. © Bohmann/Michael Rausch-Schott

Der Kürbis ruft!

Der Sommer geht - der Kürbis kommt: Ob geschmort, gebraten oder geröstet, die Kürbiszeit ist für viele KürbisgenießerInnen die schönste und g'schmackigste Zeit im Jahr. CLUB WIEN verrät Ihnen, worauf Sie bei Kauf und Zubereitung achten sollten.

Die Nächte werden kälter, die Tage kürzer und die Natur erstrahlt in ihrer vollen Farbenbracht. Es ist endlich wieder Herbst - und Herbstzeit bedeutet Kürbiszeit. In allen Farben, Formen und Größen und in vielen Geschmacksvarianten bereichert die beliebte Frucht jedes Gericht. Von September bis in den November hinein erstreckt sich die Kürbissaison. Weltweit gibt es über 800 Kürbissorten, die man auf unterschiedlichste Art und Weise zubereiten kann: Geschmort, gebraten, gekocht, ob herzhaft, pikant oder süß - kaum eine andere Frucht ist so vielseitig verwendbar. So ist nahezu für jeden Geschmack etwas dabei oder zumindest eignet sich der orange Riese wunderbar als gruseliger Kürbiskopf zu Halloween. Welche Kürbissorten von den Wienerinnen und Wienern am liebsten verspeist werden und worauf man beim Kauf achten sollte, CLUB WIEN hat sich auf dem Rochusmarkt mit Carina Niss vom Wiener Marktamt getroffen und mit ihr über Hokkaido, Muskat und Co gesprochen.

Mein Marktplatz im Dritten

Einer der ältesten und bekanntesten Märkte ist der im 3. Bezirk liegende Rochusmarkt. Mit seinen 40 Marktständen ist er eher klein, zählt aber zu den meistbesuchten Märkten Wiens. Bereits 1192 befand sich auf dem Gelände ein bedeutender Handelsweg. Heute ist der Lebensmittelmarkt einer der wichtigsten Nahversorger im 3. Bezirk. Neben den vielen verschiedenen Lebensmittelständen gibt es hier viele Blumenläden. Das ist wenig verwunderlich, denn ursprünglich war er ein reiner Blumenmarkt. Erst nach und nach kamen die Lebensmittel dazu. Das Angebot der Marktstandlerinnen und -standler reicht vom Bauernbrot bis hin zu Antipasti.

Am Marktstand Nummer 26 befindet sich der Obst- und Gemüsestand von Roland Schätzl und seiner Familie. Der Familienbetrieb widmet sich seit über 30 Jahren dem Verkauf von saisonalen und exotischen Obst- und Gemüsesorten. Dabei wird vor allem auf Regionalität und Nachhaltigkeit geachtet.

Zu 100 Prozent heimisch

So sieht man bereits von Weitem am Marktstand 26 die farbenprächtigen großen und kleinen Kürbisse. Denn egal ob Hokkaido-, Muskat-, Spaghetti- oder auch Zierkürbisse, Roland Schätzl hat viel zu bieten. "Wir bekommen unsere Kürbisse von unseren Gemüselieferanten aus dem Burgenland, Niederösterreich und Umgebung - zu 100 Prozent heimisch und aus der Region", so Schätzl. Doch worauf muss man beim Kauf der beliebten Frucht achten und wie kann man sie lagern? Carina Niss vom Marktamt klärt auf.

Richtig einkaufen

Der Lieblingskürbis der Wienerinnen und Wiener ist laut Niss der Hokkaido. "Der Hokkaido-Kürbis kann mit Schale gegessen werden. Er ist einfach zuzubereiten und wird deshalb auch sehr gerne gekauft", erklärt die Expertin.

"Achten Sie beim Kauf von Kürbissen darauf, dass sie keine Druckstellen haben, nicht beschädigt oder faul sind. Betrachten Sie auch die Schale. Trockene, helle Stellen sind nur Schönheitsfehler. Dunkle, weiche Bereiche hingegen neigen zur Fäule", so Niss. Zudem sollte man von Kürbissen ohne Stiel die Finger lassen. Bakterien können dort eindringen und die Kürbisse beginnen schneller zu faulen oder auszutrocknen. Auch der Klopftest kann beim Kauf hilfreich sein: einfach mit dem Knöchel auf den Kürbis klopfen. Klingt er hohl, ist er reif.

Kühl & trocken

Ist der Kürbis ausgewählt, heißt es, ihn jetzt zu Hause richtig zu lagern. "Wenn man den Kürbis nicht gleich verspeisen möchte, sollte man ihn als Ganzes lagern, am besten kühl und trocken", so Carina Niss. Am ehesten bietet sich für die Lagerung daher der Keller oder ein kühler Vorratsraum an. So bleibt der Kürbis für einen langen Zeitraum haltbar. Aber auch im Kühlschrank kann er gut aufbewahrt werden, aber aufgepasst: "Das Problem bei alten Kühlschränken ist, dass sie oft sehr feucht sind und der Kürbis dann nicht allzu lang hält. Moderne Kühlschränke haben bereits ein Gemüse- und Obstfach, da können die Kürbisse problemlos lange gelagert werden", so die Mitarbeiterin vom Marktamt.

Gerade wenn es draußen immer kälter wird, sehnt sich der Körper nach einer wärmenden und auch nährstoffreichen Mahlzeit. Kürbisse schmecken nicht nur herrlich, sie sind auch ein wahres Superfood. Neben ihrem hohen Gehalt an Kalium, Magnesium und Folsäure enthalten sie viele Vitamine. Sie verhelfen zu einem fitten Immunsystem, zu starke Nerven und zu einer schönen Haut. Am Marktstand von Roland Schätzl sind die beliebtesten Kürbisse der Wienerinnen und Wiener erhältlich. Carina Niss weiß, welche Sorten das sind und wie sie verarbeitet werden können:

Hokkaido, Muskat & Co

  • Muskat-Kürbis ist ein Schwergewicht unter den Kürbissen und kann bis zu 40 Kilogramm auf die Waage bringen. Sein Geschmack ist sehr kräftig und erinnert, wie der Name schon verrät, an die Muskatnuss. Er eignet sich für Suppen, Chutneys und Pürees.
  • Butternusskürbis überzeugt durch sein zartes, buttriges, leicht nussig schmeckendes Fruchtfleisch. Er ist geschält als Rohkost und für Suppen, für Süßspeisen oder Marmeladen geeignet. Je länger man ihn lagert, umso intensiver wird seine Farbe und sein Geschmack.
  • Hokkaido kann mit Schale verspeist werden und ist deshalb sehr beliebt. Er eignet sich ideal für Suppen, Saucen, Kuchen, als Alternative im Salat (Rohkost) und in Scheiben geschnitten auch für Pommes.
  • Die Sorte "Langer von Neapel" ist ein sehr großer Moschuskürbis. Er kann bis zu 100 Zentimeter lang und 20 Zentimeter dick werden. Der Kürbis wird auf dem Markt frisch in Scheiben geschnitten und eignet sich sehr gut für Suppen und Kürbisgulasch.
  • Spaghettikürbis entwickelt, nachdem man ihn gekocht hat, lange Fäden, die wie Spaghettistreifen aussehen. Daher kommt auch sein Name. Er wird gerne als Pasta-Alternative verwendet.
  • Zierkürbisse sind nicht zum Verzehr geeignet. Dank ihrer lustigen Formen werden sie auch häufig Ufokürbisse genannt.

Köstliche Rezepte, ganz einfach zum Nachkochen, finden Sie hier bei DER UMWELTBERATUNG. Viel Spaß und guten Appetit wünscht CLUB WIEN.