Billard kann man in einer Vielzahl an Varianten genießen. © iStockphoto

Das ABC der Billardspiele

Einen Tisch und Queue gibt's überall. Davon abgesehen stehen viele verschiedene Billard-Varianten zur Auswahl. 8-Ball, 9-Ball, Snooker und überhaupt: Was ist jetzt was? Wir geben einen kleinen Überblick über die beliebtesten Spiele.

Man steht am Tisch, visiert ganz genau die Kugel an, berechnet den Effet. Doch dann stellt man fest: Es gibt gar keine Löcher. Billard ist eben nicht gleich Billard. Es gibt einige Varianten, die sich ganz schön stark unterscheiden. Hier ein kurzer Überblick über die Klassiker.

Poolbillard: 8-Ball

Das ist die bei uns gebräuchlichste Variante. Der Tisch ist jener, wie man ihn bei uns heutzutage in den meisten Billardlokalen findet. Sechs Löcher, zweieinhalb Meter lang und 127 Zentimeter breit. Beim 8-Ball unterteilt man die Kugeln in volle und halbe, je nach Musterung auf der Kugel. Wie bei allen Poolbillard-Varianten ist die weiße Kugel der Spielball, mit dem andere versenkt werden. Wer nach dem Anstoß zuerst eine versenkt, spielt auf diese Farbe. Ziel ist, alle von seiner Farbe zu lochen und dann das Spiel mit dem korrekten Versenken der schwarzen Kugel zu beschließen. Die ist immer voll, egal welche Farbe man hat, und muss am Schluss fallen.

Poolbillard: 9-Ball

Hier werden die Kugeln durchnummeriert gespielt, von eins bis neun. In dieser Reihenfolge müssen sie gelocht werden. Versenkt man die Eins, geht's weiter mit der Zwei. Versenkt man keine, ist die Gegnerin oder der Gegner dran. Wer zum Schluss die Neun erfolgreich in der Tasche verschwinden lässt, darf triumphierend vom Pooltisch abdrehen. 10-Ball folgt demselben Prinzip, jedoch legt man hier in der Regel mehr Wert auf die Ansage, also auf das vorherige Festlegen, welche Kugel wo fällt.

Poolbillard: 14 und 1 endlos

Hier wird mit allen 15 Objektbällen, also den vollen und den halben, gespielt. Jede Kugel zählt einen Punkt. Begeht man ein Foul, wird ein Punkt abgezogen. Der Name kommt daher, dass immer dann, wenn 14 Kugeln gefallen sind, alle wieder aufgelegt werden. Eine bleibt immer auf dem Tisch, mit der dann auch idealerweise der Pulk in der Mitte wieder getrennt wird. Wer gewinnt also? Es wird vor dem Spiel eine Punktzahl vereinbart, also 100 oder 1.000. Und wer die zuerst erreicht, gewinnt. Eine Variante davon heißt "One Pocket". Das ist im Prinzip dasselbe, allerdings dürfen die Kontrahentinnen beziehungsweise Kontrahenten nur in die jeweils vorher vereinbarte Tasche spielen.

Poolbillard: Rotation

Hier wird wie beim 9-Ball in aufsteigender Reihenfolge gespielt. Zuerst muss man also die Eins lochen, dann die Zwei und so weiter. Bei Rotation zählt allerdings die Punktzahl, die auf der Kugel notiert ist, eins bis 15. Locht man die Vier, erhält man also vier Punkte und so weiter. Wer von 120 möglichen Punkten zuerst 61 macht, gewinnt.

Snooker

Jetzt kommen große Unterschiede. Beim Snooker ist der Tisch wesentlich größer und die Taschen, immer noch sechs, sind anders geformt. Der Tisch ist dreieinhalb Meter lang und immer halb so breit. So ein Tisch kann bis zu 1.500 Kilogramm schwer sein. Hier liegen 15 rote und sechs farbige Kugeln. Man muss immer abwechselnd eine rote und eine farbige Kugel lochen. Sämtliche roten Kugeln zählen einen Punkt, die farbigen zwei bis sieben Punkte. Sieben Punkte gibt es für die schwarze Kugel, die wertvollste auf dem Tisch. Fällt eine rote Kugel, bleibt sie in der Tasche, fällt eine farbige, kommt sie wieder auf den Punkt, es sei denn, alle roten sind schon weg. In diesem Fall versenkt man die farbigen in aufsteigender Reihenfolge. Wer dann die meisten Punkte hat, gewinnt.

Snooker erfreut sich in den letzten Jahren dank TV-Übertragungen und hoher Medienpräsenz einer steigenden Beliebtheit. In Großbritannien ist Snooker traditionell die Nummer eins unter den Billardsportarten.

Carambol

In Wien ist eigentlich Carambol der Platzhirsch und wird seit Jahrhunderten gespielt. Erst in den letzten Jahrzehnten überholten die Poolbillardspiele das Carambol in Sachen Popularität. Caramboltische sind leicht zu erkennen: Sie haben keine Löcher. Und so geht's: Es gibt drei Kugeln, eine weiße, eine gelbe und eine rote. Eine Kontrahentin oder ein Kontrahent spielt auf die weiße, der andere auf die gelbe Kugel. Ziel ist, mit dem jeweiligen Spielball so zu stoßen, dass man die beiden anderen trifft. Klingt leicht? Weit gefehlt! Für viele ist das die Königsdisziplin des Billard. Man braucht viel Können, um die Kugeln so zu stellen, dass man beide spielen kann.

Schafft man es, beide zu spielen, gibt es einen Punkt. Vor dem Spiel wird eine Punktzahl vereinbart, die erreicht werden muss, um das Spiel zu gewinnen. Auch beim Carambolspiel gibt es etliche Varianten. Der Tisch ist übrigens einen Meter und 42 Zentimeter breit und immer genau doppelt so lang.