V. l.:Gesundheitsstadtrat Peter Hacker, Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr und Bildungsdirektor Heinrich Himmer stellen das Sicherheitskonzept vor. © PID/Christian Fürthner

 

Sicherer Start durch bewährtes Testsystem

Zum Schulstart schnürt die Stadt Wien ein Maßnahmenpaket: Die Ausweitung von „Alles gurgelt!“ sorgt für mehr Sicherheit. Auch Luftfiltergeräte werden eingebaut.

Rund 240.000 SchülerInnen kehrten vor Kurzem wieder in ihre Klassenzimmer zurück. Damit der Schulstart reibungslos gelingt und der Herbst trotz der anhaltenden Corona-Pandemie so unproblematisch wie möglich verläuft, entwickelte Wien ein strenges Sicherheitskonzept. So muss am jeweils ersten Schultag der Woche von den Kindern ein 3-G-Nachweis erbracht werden. Ist ein Kind nicht geimpft, muss es einen Antigen-Schnelltest und einen zusätzlichen PCR-Test absolvieren. Dabei setzt Wien auf das bereits bewährte Test- system von „Alles gurgelt!“.

Sicherheit durch Gurgeln

Dieses wird großflächig zum Einsatz kommen und an allen Wiener Schulen ab der 5. Schulstufe etabliert. Gegurgelt wird drei Mal pro Woche – Montag, Mittwoch und Freitag. „Wir arbeiten seit Anfang des Jahres an einer Ausrollung von PCR-Tests für die Wiener Schülerinnen und Schüler. Dieser Schritt ist gerade angesichts der grassierenden Delta-Variante wichtig“, ist Gesundheitsstadtrat Peter Hacker von dieser Strategie überzeugt. Und er ergänzt: „Die PCR-Tests schaffen eine ganz andere Sicherheit als die Schnelltests, weil wir Infektionen frühzeitig und auch bei asymptomatischen Fällen erkennen können, was bei vielen Kindern der Fall ist.“ Das Programm steht nicht nur SchülerInnen, sondern dem gesamten Schulpersonal zur Verfügung. Abholboxen werden täglich entleert. Mit einer eigenen App kann auch zu Hause gegurgelt werden. Damit Kinder der richtigen Schule bzw. Klasse zugeordnet werden können, ist eine einmalige Registrierung notwendig. In den Volks- und Sonderschulen kommt das Testprogramm des Bildungsministeriums zum Einsatz. Dort sind zwei PCR-Testungen pro Woche vorgesehen.

Frische Raumluft

Auch Lüften ist weiterhin ein wichtiger Faktor im Kampf gegen Infektionen. Die Stadt setzt auf natürliches Lüften der Klassenzimmer. In den vergangenen Jahren wurde in diesem Bereich viel investiert. Dennoch werden auch Luftfilteranlagen eingesetzt. „Wir haben den Bedarf von insgesamt 312 Luftfiltergeräten gemeldet. 60 davon sind für öffentliche Pflichtschulen vorgesehen, der Rest für Bundesschulstandorte“, so Wiens Bildungsdirektor Heinrich Himmer. Die Luftfiltergeräte sollen dort eingerichtet werden, wo natürliches Lüften vorübergehend nicht möglich ist, zum Beispiel im Fall von Bauarbeiten.

Studie in Kindergärten

Auch der Kindergartenbesuch für Kinder und PädagogInnen soll so sicher wie möglich gestaltet werden. „Wir wollen evidenzbasierte Produkte, auf die Verlass ist und die Infektionen tatsächlich abbilden. Deshalb entwickeln wir hochwertige PCR-Lutschertests auch für den Kindergarten“, erläutert Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr. Die Studie mit den „Lutschertests“, die auch für kleine Kinder geeignet sind, wird deshalb ausgeweitet auf 23 Standorte – jeweils einen pro Bezirk. Darüber hinaus kann und soll „Alles gurgelt!“ auch jetzt schon von älteren Kindergartenkindern (4- bis 6-Jährige) mithilfe der Eltern verwendet werden. Für neues Personal in Kindergärten gilt eine Impfpflicht.

Impfangebot

Neben dem engmaschigen Testkonzept soll die Impfquote beim Bildungspersonal und vor allem unter den Jugendlichen weiter erhöht werden. Am 13. September beginnt die Stadt deshalb, mit mobilen Teams in Berufsschulen und an den größten 50 Wiener Schulen zu impfen. Andere Schulstandorte können sich dort Terminslots für ihre SchülerInnen reservieren. „Wir bringen die Impfung damit direkt an die Schulen“, so Gesundheitsstadtrat Hacker.

 

Schwachstelle des Coronavirus?

Wiener Forscher entdeckten, dass zwei zuckerbindende Proteine den Erreger am Eindringen in menschliche Zellen hindern könnten.Weltweit wird daran geforscht, am Wiener Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) haben Forscher rund um Genetiker und Gruppenleiter Josef Penninger (l.) nun eine mögliche Achillesferse des Coronavirus gefunden.

Virus braucht Zucker

Dieses versteckt sich hinter einer Zuckerschicht, damit es vom Immunsystem nicht erkannt wird. So kann es ungehindert in den Körper gelangen. Das Forschungsteam fand heraus, dass zwei zuckerbindende Proteine das Eindringen des Virus blockieren könnten. Durch diese Erkenntnis sind eventuell sogar Medikamente gegen alle Varianten des Coronavirus möglich. Die ersten Studien dazu sind bereits in Arbeit.

Die Impfung gibt’s jetzt auch im Supermarkt

Eine Kooperation der Stadt Wien und der REWE Gruppe macht’s möglich: ohne Termin den Einkauf mit der Schutzimpfung gegen COVID verbinden. Rund 64.000 WienerInnen haben sich bereits ohne Termin impfen lassen. In Bezirken mit niedriger Impfquote gibt es jetzt ein weiteres Angebot, sich unkompliziert und ohne Voranmeldung impfen zu lassen: nach dem Einkauf in bzw. vor einigen Supermärkten. Als kleines Dankeschön gibt es nach der Impfung ein Erfrischungsgetränk gratis.

Impfen schützt

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker betont: „Ungeimpfte Personen machen einen Großteil der Infektionen und der Spitalsaufenthalte aus. Dieses Risiko lässt sich durch die Schutzimpfung einfach, aber deutlich reduzieren. Je besser wir die Impfung in unseren Alltag einbetten, umso besser wird sie angenommen.“

Wo man sich in Supermärkten impfen lassen kann:

.) BILLA, 10., Franz-Koci-Straße 8, Mo–So 8–19 Uhr;
.) BILLA PLUS, Millennium City, 20., Handelskai 94–96,
Mo–Fr 8–20 Uhr, Sa 7.40–18 Uhr;
.) PENNY, 11., Simmeringer Hauptstraße 59–61, Mo–Fr 8–19 Uhr, Sa 7.40–18 Uhr;
Mittagspause an allen Standorten 12–13 Uhr, Lichtbildausweis und – wenn vorhanden – e-Card mitbringen.