Sommer, Sonne, Hitze – nicht mit uns. So kühlen Sie sich auch ohne Klimaanlage richtig cool ab. © Getty Images

 

Cool-down-Tipps

Mitte August, der Sommer ist zur Hälfte überstanden. Zum Glück für die einen, schade finden es die anderen. Eines ist aber klar, auch heuer gab es extreme Hitzetage und es kommen noch weitere. Wie Sie sich ohne Klimaanlage abkühlen können, lesen Sie hier:

Hui, dieses Jahr kam der Sommer mit wuchtigen, dicken, heißen Hitzewolken. In den letzten Tagen stiegen die Temperaturen nochmals auf über 34 Grad an. Abgesehen von ein paar wenigen kühleren Tagen soll das in den kommenden Wochen auch so weitergehen. Was für die einen eine Qual ist, ist für die anderen eine tolle Möglichkeit, wertvolle Tipps und Tricks zur Kühlung auszuprobieren - natürlich ohne Klimaanlage. Denn diese kann im Geschäft bleiben, wo sie auch hingehört. Der Vorteilsclub zeigt Ihnen, was Sie tun können, um die Hitzewellen gut zu überstehen.

Klimaanlage? Nein, danke!

Die Temperaturen steigen auf 30 Grad und mehr, Büro und Wohnung heizen sich auf, Abkühlung tut Not. Nicht immer ist der Sprung in den nächsten Swimmingpool, Badeteich oder die Donau möglich. Oft sitzt man im Büro oder muss aus diversen Gründen die eigenen vier Wände hüten. Und diese heizen sich schnell auf. Ein beliebtes Mittel gegen den Hitzestau: Klimaanlagen. Während sie in Supermärkten und vielen anderen Geschäften sowie zunehmend auch in den Öffis nicht ungewöhnlich sind, finden sie sich in den letzten Jahren vermehrt auch in Privatwohnungen. Dabei ist aber Vorsicht geboten. Einerseits können über diese Geräte Keime verteilt werden. Anderseits verbrauchen sie viel Strom, erwärmen die Umgebungsluft der Gebäude, in denen sie zum Einsatz kommen, und gelten als mitverantwortlich für den voranschreitenden Klimawandel. Außerdem muss vor der Installation und Inbetriebnahme einer Klimaanlage die jeweilige Vermieterin oder der jeweilige Vermieter um Erlaubnis gefragt werden. Alternativen sind also ein Gebot der Stunde - vor allem solche, die ohne großen Aufwand auch selbst angewandt werden können.

 

Nachtluft schafft Abkühlung

Eine leichte Übung zu Beginn: Lüften. Dabei gilt: Fenster aufmachen, wenn es draußen kühl ist, Fenster schließen, wenn es draußen heiß ist. "Das Lüften während der kühlen Nachtstunden ist eine umweltfreundliche Art, die Räume kühler zu halten", erklärt Sabine Seidl von DIE UMWELTBERATUNG. "Der Innenraum kühlt am besten ab, wenn in der Nacht die Fenster weit geöffnet bleiben. Sobald es in der Früh draußen wärmer ist als drinnen, sollten die Fenster wieder geschlossen werden, um die Hitze draußen zu halten." Eine abgekühlte Wohnung nach dem Aufstehen erleichtert tatsächlich den Start in den Tag.

Lediglich ein Wäscheständer und nasse Hand- oder Geschirrtücher werden benötigt, um sich die Verdunstungskälte zunutze zu machen. "Werden nasse Tücher oder Wäsche im Raum aufgehängt, verdunstet das Wasser", so Seidl. "Bei der Verdunstung wird der Umgebung Wärme entzogen, der Raum kühlt dadurch etwas ab. Diese Methode funktioniert am besten an trockenen Tagen mit niedriger Luftfeuchtigkeit." Und in der Tat wird das Zimmer ein wenig kühler - angenehm!

Verdunkeln und begrünen

Ebenfalls einfach handzuhaben und effizient: Verdunkeln. Also Jalousien oder Rollos runterlassen, so kann das einstrahlende Sonnenlicht nicht den jeweiligen Raum erhitzen. "Außen liegende Verschattung erzielt eine bessere Wirkung als Innenjalousien", so Seidl. "Bewegliche Rollläden, Markisen und Fensterläden oder fixe Bauelemente halten die Hitze draußen. Die Sonnenstrahlen werden von den Glasflächen abgeschirmt und die Wärme gelangt nicht ins Gebäude." Diese Varianten sind zwar kostspieliger als Jalousien oder Rollos, werden aber von der Stadt Wien gefördert. Mehr dazu finden Sie hier.

Auch gefördert werden übrigens Fassaden-, Dach- und Innenhofbegrünungen. Alle Möglichkeiten dazu hat DIE UMWELTBERATUNG hier zusammengefasst. Aus gutem Grund, wie Sabine Seidl weiß: "Pflanzen tragen wesentlich zur Reduzierung der sommerlichen Überwärmung bei. An der richtigen Stelle gepflanzte Bäume oder Sträucher beschatten die Glasflächen im Sommer. Begrünte Fassaden oder Dachflächen wirken durch das Verdunstungsprinzip kühlend auf die Oberflächen."

Ventilator statt Klimaanlage

Wenn die Hitze bereits im Raum steht und auf Klimaanlagen und -geräte verzichtet werden soll, sind Ventilatoren eine energiesparende Alternative. "Sie kühlen nicht die Luft, sondern durch den Verdunstungseffekt den Körper und verbrauchen nur einen Bruchteil der Energie, die ein Klimagerät verschlingt", erklärt Sabine Seidl. Das kann man im Selbstversuch nur bestätigen. So wird der Sommer richtig cool.

Wenige elektrische Geräte aufdrehen

Damit es in Innenräumen nicht erst heiß wird, sollten tunlichst auch Wärmequellen vermieden werden. "Elektrische Geräte erzeugen Wärme, deswegen sollten in der heißen Zeit möglichst wenig Geräte eingeschaltet sein", sagt Sabine Seidl. "Darunter fallen alte Lampen und Fernsehapparate, Herde oder zu kalt eingestellte Kühl- und Gefriergeräte. Energieeffiziente Geräte verbrauchen hingegen weniger Strom und geben weniger Wärme ab, zum Beispiel LED-Lampen, LED-TV- oder moderne Kühlgeräte."

Leichte Speisen

Die durchschnittliche Temperatur unseres Körpers beträgt 37 Grad Celsius. Bei starker Hitze schaltet der Körper seine Funktionen einen Gang runter, die Verdauung verlangsamt sich. Das hat zur Folge, dass große Portionen und schweres Essen wie Schweinsbraten mit Knödel länger im Magen bleiben. Dies kann zu Übelkeit führen, den Blutdruck senken und uns schlapp und müde machen. Daher sollte im Sommer zu leichten Mahlzeiten wie Salaten oder Gemüse gegriffen werden. Daher gilt, wenn es heiß ist, keine schweren, zu fettreichen, Speisen zu sich zu nehmen, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten. Essen Sie besser öfter kleine Portionen wasserreiches Obst, Gemüse, Suppen und Salate. Zudem haben viele Obst- und Gemüsesorten im Sommer Saison und schmecken daher besonders gut. Auch der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen ist bei ausgereiften Obst- und Gemüsesorten am höchsten.

Essen in Maßen, trinken in Massen

Noch wichtiger, als das Richtige zu essen, ist, ausreichend und kontinuierlich zu trinken. Das einfachste und beste Getränk ist Leitungswasser oder kohlensäurearmes Mineralwasser. Gut geeignet sind auch ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. In der Regel benötigt der Körper am Tag um die eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit. Bei sommerlichen Temperaturen kann dieser Bedarf durchaus auf das Doppelte ansteigen. Besonders kleine Kinder und ältere Menschen vergessen oft, etwas zu trinken, oder spüren den Durst nicht. Trinkflaschen, die stets griffbereit sind, können dabei helfen, regelmäßig und ausreichend zu trinken.

Wenn das Trinken schwerfällt, kann auch ein Drittel Fruchtsaft mit zwei Dritteln Wasser vermengt werden. Um dabei nicht in eine Kalorien- und Zuckerfalle zu stolpern, ist bei der Auswahl von Getränken Vorsicht geboten. Limonaden und Energydrinks sollten besser gemieden werden. Aber auch viele Fruchtsäfte und vermeintlich gesunde Getränke wie Mineralwasser in diversen Geschmacksrichtungen entpuppen sich oft als richtige Zuckerbomben. Ein guter Durstlöscher ist beispielsweise pures Mineralwasser. Wem der Geschmack fehlt, kann etwas Zitronensaft hinzufügen.

Der Vorteilsclub der Stadt Wien wünscht Ihnen noch einen schönen restlichen Sommer und immer cool bleiben.