Im Rahmen von PlasticFreeDanube werden Kunststoffabfälle entlang der Donau in Österreich und der Slowakei untersucht. © Sebastian Pessenlehner

 

Gemeinsam für eine Donau ohne Plastik

Flüsse gelten als Hauptpfade der Plastikverschmutzung in den Ozeanen. Im Projekt PlasticFreeDanube werden Kunststoffabfälle in und entlang der Donau um Wien und Bratislava gesammelt und analysiert. Kernziel des Projekts ist Bewusstseinssteigerung.

Sie ist der zweitlängste Fluss in Europa und fließt durch zehn Länder, darunter auch Österreich und die Slowakei: die Donau. Naheliegend, dass sich die beiden Nachbarstaaten gemeinsam dem vielbesungenen Strom widmen. Das EU-geförderte Projekt PlasticFreeDanube hat sich dabei der Analyse von Kunststoffabfällen im Makrobereich verschrieben. Darunter wird Müll verstanden, der aus Teilen besteht, die größer als fünf Millimeter sind.

Gesammelt und untersucht wird in der Donau und an ihren Uferbereichen von den Ballungsräumen Wien und Bratislava bis zum Kraftwerk Gabčíkovo in der Slowakei. Österreich ist mit der BOKU, dem Nationalpark Donau-Auen und dem Wasserstraßenbetreiber viadonau beteiligt. Die Slowakei wiederum steuert Fachwissen und Tatkraft über das Polymer Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften und die im Abfallmanagement tätige Nichtregierungsorganisation RepaNet bei.

Ernst zu nehmendes, weltweites Problem

Das von 2017 bis 2020 laufende Projekt hat einen überaus aktuellen Hintergrund, gilt Plastik doch ungeachtet seiner Vorteile als ernst zu nehmendes, weltweites Problem. Vor allem Kunststoffabfall in den Ozeanen belastet die Umwelt schwer - global wie regional. Flüsse werden dabei mittlerweile als Hauptpfade für die Verschmutzung angesehen. Die Quellen des Unrats und seine Auswirkungen auf die Umwelt sind aber nach wie vor unzureichend erforscht.

Dank PlasticFreeDanube sollen durch den gesammelten Abfall also einerseits Daten erhoben und entsprechendes Wissen erworben werden. Andererseits soll erarbeitet werden, wie künftig nach vereinheitlichten Maßstäben Proben genommen und untersucht werden können. Und zu guter Letzt soll das Bewusstsein aller gesteigert werden, um die Menge an Plastikabfällen in der Donau nachhaltig zu reduzieren. Das kann über öffentliche Veranstaltungen wie den Danube Day, in Schulen, in Nationalparks oder über Umweltbildungsinitiativen geschehen. Informationstafeln sollen darüber hinaus helfen, die Bevölkerung zum sorgsamen Umgang mit Müll zu motivieren. Außerdem werden weitere Mistkübel installiert. Zum Schluss steht ein gemeinsam erarbeiteter Aktionsplan in Sachen Makro-Kunststoffverschmutzungen in der Donau.

Kurzer Bereich von rund 100 Flusskilometern

Der Donauabschnitt zwischen Wien und Gabčíkovo ist mit Bedacht gewählt worden, eignet er sich doch besonders gut für das Projekt PlasticFreeDanube. In einem relativ kurzen Bereich von rund 100 Flusskilometern befinden sich mit Wien und Bratislava zwei Großstädte, ein Nationalpark, mehrere Zuflüsse wie etwa die March sowie zwei Kraftwerke. Jede Menge potenzielle Quellen für Kunststoffabfall also. Was die Arbeitsteilung anbelangt, so kümmern sich die BOKU in Wien und das Polymer Institut in Bratislava um Analyse und Messungen. Die anderen Partnerinnen und Partner in Österreich und der Slowakei haben vorwiegend, aber nicht ausschließlich Abfallmanagement und -wirtschaft inne. Wie der Kunststoff zusammengesetzt ist und wo er letztlich im Hinterland landen könnte, konnte so bereits erarbeitet werden.

Möglich ist dies alles dank der Abteilung für Europäische Angelegenheiten (MA 27) der Stadt. Sie ist in beratender und unterstützender Funktion bei verschiedensten grenzüberschreitenden Projekten innerhalb der EU tätig. Die Finanzierung erfolgt aus den grenzüberschreitenden EU-Förderprogrammen zwischen Österreich und seinen Nachbarländern: Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Im Fall von PlasticFreeDanube geht das über INTERREG V-A Slowakei-Österreich über die Bühne. Zu finden sind dieses und weitere für Wien relevante Projekte unter CBC.Wien, kurz für "cross border cooperation", auf Deutsch "grenzüberschreitende Zusammenarbeit". Diese funktioniert bei PlasticFreeDanube ganz wunderbar und wird bestimmt auch nach Auslaufen der Regionalförderung weitergehen.