Wer in Wien campen möchte, kann dies auf unterschiedliche Art und Weise tun. Zum Beispiel im Zelt. © Verkehrsbüro Group/Andreas Sahlender

Urlaub auf dem Campingplatz

Egal, ob mit dem Wohnmobil, dem Wohnwagen oder als RucksacktouristIn: Campingurlaub erfreut sich steigender Beliebtheit, auch in Wien. Doch wo ist Campen überhaut erlaubt? Und was muss dabei beachtet werden? CLUB WIEN hat sich schlau gemacht.

Wer beschließt, den Urlaub campend zu verbringen, entscheidet sich ganz bewusst gegen klassische Ferien mit Übernachtung in Hotel, Pension oder Appartement. Ob man schließlich im Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt schläft, der Grund und Boden, auf dem das getan wird, ist dabei streng geregelt. Anders gesagt: Gecampt werden darf nicht einfach an einem x-beliebigen Ort. Dafür gibt es Campingplätze. In Wien sind dies drei an der Zahl, verteilt über die Bundeshauptstadt. Die Möglichkeit, dort zu verweilen, nützen immer mehr Wien-Besucherinnen und -Besucher.

"2017 wurden in Wien 112.000 Nächtigungen von 34.000 Gästen auf Campingplätzen gezählt", verrät Andrea Zefferer von WienTourismus. Das ist eine nicht unwesentliche Steigerung, erklärt sie: "Bei den Nächtigungen ist das gegenüber 2016 ein Plus von 14 Prozent, bei den Gästen von zehn Prozent."

Junge schlagen Zelte auf

Betrieben werden die drei zwei bis zweieinhalb Hektar großen Campingplätze von Camping Wien, das zur Verkehrsbüro Gruppe gehört. In Summe bieten sie 530 Stellplätze für Wohnwägen und Wohnmobile sowie circa 400 Zeltplätze. "Rund drei Viertel aller Gäste kommen mit dem Wohnwagen oder dem Wohnmobil, das restliche Viertel campt in Zelten", erklärt Hannes Fikota von Camping Wien. Damit sind auch Rucksacktouristinnen und -touristen auf den Campingplätzen gern gesehene Gäste. Vor allem jüngere Besucherinnen und Besucher, die via Interrail unterwegs sind, schlagen hier immer öfter ihre Zelte auf. Das Publikum am Campingplatz wird also zusehends jünger.

Ein weiterer Camping-Trend ist das sogenannte Städte-Hopping. Vom Campingplatz aus ist es dank öffentlicher Verkehrsmittel und ausgebauter Radwege in Wien nur ein Katzensprung zum Sightseeing in die Innenstadt. "Die Aufenthaltsdauer der Gäste beträgt durchschnittlich zweieinhalb Tage. Danach geht es weiter in die nächste Stadt, nach Salzburg, München oder Bratislava", so Fikota. Welcher der drei Wiener Campingplätze letztlich besucht wird, bleibt alleine dem persönlichen Geschmack überlassen.

Wald, Wiese, Bungalows

"Camping Wien Süd" liegt inmitten eines ehemaligen Schlossparks im 23. Wiener Gemeindebezirk und ist von zweieinhalb Hektar Wiesen und Wald umgeben. Shopping City Süd und Badesee Brunn sind unweit gelegen, in die zehn Kilometer entfernte Innenstadt kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht flott. Geöffnet ist der Platz von Anfang Juni bis Mitte September. Besonders rasch in der City ist man von "Camping Neue Donau" aus, auch mit dem Fahrrad. In der Nähe befinden sich der Nationalpark "Lobau Donau-Auen" und die Donauinsel, der Prater liegt quasi gegenüber. Hier kann von Ende März bis Ende September gecampt werden.

"Camping Wien West" in Hütteldorf ist der größte der drei Campingplätze und mit Ausnahme Februar ganzjährig geöffnet. Neben den Stell- und Zeltplätzen stehen hier auch 15 Quadratmeter große Bungalows zur Verfügung, in denen von April bis Oktober bis zu drei Personen übernachten können. Gerade bei Schlechtwetter freuen sich so manche Camperinnen und Camper über ein festes Dach über dem Kopf. Bettwäsche ist vorhanden.

Reibungslos und harmonisch

Damit das Zusammenleben auf dem Campingplatz möglichst reibungslos und harmonisch für alle Beteiligten abläuft, gilt es, einige Regeln zu beachten. So sind Lärm und offenes Feuer tabu, lediglich Elektrogrillgeräte sind erlaubt. Während der Nachtruhe von 23 bis 6 Uhr früh dürfen Fahrzeuge freilich nicht in Betrieb genommen werden. Untertags darf nur auf gekennzeichneten Wegen und im Schritttempo gefahren werden. Wer sich vom geliebten Haustier auch während des Campingurlaubs nicht trennen will, darf dieses mitnehmen. Hunde sind allerdings am Platz an der Leine zu führen.

Aber wer macht eigentlich Urlaub auf dem Campingplatz? Woher kommen die campenden Wien-Besucherinnen und -Besucher? "Die meisten Camping-Gäste kommen aus Deutschland, gefolgt von Österreich, Italien, den Niederlanden und Frankreich", erklärt Andrea Zefferer. Auch Wienerinnen und Wiener könnten ihre Stadt einmal von einer anderen Seite kennenlernen: vom Campingplatz aus.