Wiens größte Photovoltaikanlage wurde auf dem Wasserbehälter Unterlaa in Betrieb genommen. BürgerInnen können sich über ein Gutscheinmodell daran beteiligen. © PID/Christian Fürthner

 

Mit der Kraft der Sonne die Umwelt schonen

Das Klima schützen und dabei Geld sparen? Ja, das geht. Jüngstes Beispiel: Auf einer Fläche von umgerechnet vier Fußballfeldern wurde auf dem Wasserbehälter Unterlaa das größte Solarkraftwerk Wiens mit BürgerInnenbeteiligung in Betrieb genommen.

Die Stadt Wien und Wien Energie haben sich schon seit Langem den Ausbau von Sonnenenergie auf die Fahnen geschrieben. Unterstützung ist dabei durchaus gefragt, und diese können die Wienerinnen und Wiener über ein Gutscheinmodell leisten. Im Fall der kürzlich in Betrieb genommenen Photovoltaikanlage auf dem Wasserbehälter Unterlaa in Favoriten etwa standen 5.000 Gutscheinpakete zum Verkauf. Und diese waren, sehr zur Freude von Wien Energie, innerhalb einer Woche ausverkauft. Grund genug, weitere 5.000 aufzulegen. In Anbetracht des Zuspruchs sollte sich, wer noch welche ergattern möchte, also rasch an der zweiten Tranche beteiligen und unter www.klimaschützen.at zuschlagen.

Gutscheinpakete im Wert von je 250 Euro

Erworben können bis zu drei Gutscheinpakete im Wert von je 250 Euro werden, die über einen Zeitraum von fünf Jahren laufen. Pro Paket erhalten Wien-Energie-Kundinnen und -Kunden jährlich 60 Euro in Form von SPAR- oder Energie-Gutscheinen ausbezahlt, was einer Vergütung von über sechs Prozent entspricht. Keine Sorge, auch wer nicht Kundin oder Kunde von Wien Energie ist, profitiert und bekommt immer noch 52 Euro pro Jahr in Form von Gutscheinen. "Jede und jeder kann Klimaschützerin und Klimaschützer sein und Wien zur Sonnenstadt machen", so Michael Strebl, Wien-Energie-Geschäftsführer. "Mit dem BürgerInnen-Solarkraftwerk bieten wir ein optimales Modell für alle, die nicht die Möglichkeit haben, eine eigene Anlage am Dach zu errichten. Das Gemeinsame steht gerade in Zeiten wie diesen im Mittelpunkt. Nur gemeinsam gelingt uns auch der Klimaschutz."

 

Mit der Photovoltaikanlage auf dem Wasserbehälter Unterlaa klappt das bestimmt. Diese kann sich sehen lassen: Mit einer Gesamtfläche von 28.000 Quadratmetern oder umgerechnet vier Fußballfeldern ist sie die größte Wiens. 6.500 Module liefern in Summe rund zwei Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom jährlich. "Die neue Photovoltaikanlage speist direkt die Pumpanlage des Wasserbehälters. 40 Prozent des Energiebedarfs können wir so ab sofort mit sauberem, lokal erzeugtem Strom decken", so Wolfgang Zerobin, Leiter der MA31 - Wiener Wasser. "Das BürgerInnen-Solarkraftwerk sorgt so dafür, dass unser Wiener Hochquellwasser noch umweltfreundlicher in die Haushalte fließt." Eingespart werden insgesamt 706 Tonnen CO2 pro Jahr.

600 Haushalte im Jahr

Dabei bleibt immer noch genug Strom übrig, der ins Netz eingespeist werden kann. Mit diesem Überschuss können zusätzlich umgerechnet rund 600 Haushalte im Jahr versorgt werden. Dem Wasserbehälter an sich kommt in Sachen Wiener Wasserversorgung eine entscheidende Rolle zu. Immerhin fasst er ein Volumen von 162.000 Kubikmetern, womit er mehr als ein Drittel des täglichen Wiener Wasserbedarfs abdeckt. Von hier aus fließt das Wasser, das von der I. Hochquellenleitung gespeist wird, Richtung Handelskai über die Floridsdorfer Brücke und Nordbrücke und versorgt Tausende Wiener Haushalte.

Warum die Wahl für den Standort eines neuen Photovoltaik-Kraftwerks überhaupt auf den Wasserbehälter Unterlaa gefallen ist, ist schnell erklärt. Die Fläche war bis dahin ungenutzt, zur landwirtschaftlichen oder ähnlichen Nutzung war sie aufgrund der Konstruktion des Wasserbehälters nicht geeignet. Für die Photovoltaikmodule bietet sie aber reichlich Platz. In Summe betreibt Wien Energie derzeit rund 215 Photovoltaikanlagen, davon 27 BürgerInnen-Solarkraftwerke. "Dass sich die Wienerinnen und Wiener an Klimaschutzprojekten beteiligen können, ist uns ein großes Anliegen", so Lisa Grohs von Wien Energie. "Wir werden da vom BürgerInnen-Solarkraftwerk über Gemeinschafts-Photovoltaikanlagen im Wohnhaus bis zur Energiegemeinschaft immer wieder Möglichkeiten bieten."