15.JUNI 2020 
Freizeit
Ein gutes Buch erleichtert das Entspannen im Wiener Bad. © Getty Images

Lesestoff fürs Bad

Egal ob Thriller oder Familiendrama: Ein gutes Buch macht einen Besuch in den Wiener Freibädern noch besser. Doch welches empfiehlt sich? CLUB WIEN hat bei den Wiener Büchereien nachgefragt und vom Team heiße Lesetipps bekommen.

Ein Besuch in den Wiener Bädern ist ohnehin schon sehr entspannend. Wenn Sie aber dann noch das richtige Buch in der Hand haben, wird daraus ein richtiger Mini-Urlaub. Nicht nur passionierte Leserinnen und Leser wissen: Der Liegestuhl ist der perfekte Ort, um sich in den Seiten eines bewegenden Werks der Literatur zu verlieren. Da fällt es auch nicht schwer, den Mindestabstand zu den anderen Badegästen einzuhalten.

Buchtipps aus den Wiener Büchereien

Allerdings: Die Auswahl auf dem Büchermarkt ist groß. Und wie man weiß, ist nicht jeder Roman ein Volltreffer. Gut also, dass es die Wiener Büchereien gibt. Denn die Buch-Profis helfen gerne mit ein oder zwei heißen Tipps aus. Und wer könnte schon besser dafür geeignet sein, uns durch den Liegestuhl-Lesemarathon zu geleiten.

In dem Sinne hat CLUB WIEN beim Team der Büchereien ein paar Buchtitel für den Sommer angefragt. Die Auswahl ist, wie man sie nicht anders wünschen könnte: leiwand! Hier die Bücher für Ihren Sommer in aller Kürze:

  • „Das Leben des Vernon Subutex". Autorin Virginie Despentes wird gern mit Houellebecq verglichen, ist aber um Häuser besser. Böser Witz, der die Protagonistinnen und Protagonisten aber niemals denunziert. Großartig.
  • "Red Grass River", ein wunderbarer Südstaaten-Noir; niemand schreibt so eindrucksvoll über die gewaltreiche Geschichte der USA wie James Carlos Blake.
  • In "Rohstoff" schreibt der 1987 tödlich verunglückte Jörg Fauser ohne jede Larmoyanz über sein Leben als Junkie und (Möchtegern-)Literat. Das ist nicht nur ziemlich brutal, sondern auch ziemlich unterhaltsam. 
  • "Die letzten Entdecker" von Naomi J. Williams über eine desaströs endende Schifffahrtsexpedition im 18. Jahrhundert. Das Buch ist dann am stärksten, wenn Williams ihrer Fantasie freien Lauf lässt.
  • Max Annas: "Die Mauer". Rasanter Südafrika-Thriller, erinnert etwas an einen Coen-Film. Unwahrscheinliches, aber schönes Ende.
  • "Mein Jahr der Ruhe und Entspannung" von Ottessa Moshfegh. Selbstoptimierung durch Selbstauslöschung sozusagen. Lieblingsbuch 2019.
  • Lauren Groff erzählt in "Licht und Zorn" die Geschichte einer Ehe aus der Perspektive des Mannes und der Frau - und damit zwei komplett verschiedene Geschichten.
  • "Die dritte Brücke" von László Szilasi. Selten wurde Obdachlosen eine so starke Stimme verliehen.
  • Marion Poschmann: "Die Kieferninseln". Der kompakte Japan-Roman besticht durch lyrische Naturbeschreibungen und vor allem durch eine überaus witzige Darstellung kultureller Differenzen und existenzieller Lebenskrisen.
  • „Das Mädchen" von Angelika Klüssendorf ist der erste Teil einer autobiografisch grundierten Romanserie. April ist eine der faszinierendsten Frauenfiguren der zeitgenössischen Literatur; präzise Sprache, nie larmoyant.
  • Emma Clines "The Girls" erzählt aus der Perspektive einer Pubertierenden von der Manson Family. Viel mehr als eine Chronik der Morde ist es eine atmosphärisch dichte Coming-of-Age-Geschichte.
  • "Der Gin-Trailer": Leslie Jamison schildert die Tücken der zwischenmenschlichen Kommunikation so eindrucksvoll, dass man über ein paar schiefe Metaphern gern hinwegsieht.
  • Lucia Berlin: "Was ich sonst noch verpasst habe". Tschechow meets Carver, nur mit mehr Humor.
  • Krisztina Tóth: "Aquarium" - über das Leben im kommunistischen Budapest. Tragisch und sehr komisch.

Exklusiv für Mitglieder

Gewinnspiel
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15. Juni 2020 - 12. Juli 2020

Wir verlosen: 3 x 1 Buch "Mein Jahr der Ruhe und Entspannung" von Ottessa Moshfegh

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