Bowling ist gleichsam Spiel und Sport und erfreut sich wachsender Beliebtheit. © Getty Images

 

"Strike!" statt "Alle Neune!"

Schwung holen, die Mitte fixieren, einen Ausfallschritt machen und den Ball loslassen. Die Rede ist nicht von Kegeln, sondern von Bowling. Sport und Spiel gleichermaßen, erfreut es sich immer größerer Beliebtheit. CLUB WIEN bietet einen Überblick.

Bowling entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den USA als abgewandelte Version des Kegelns. Damals wurde für einige Zeit ein Kegelverbot verhängt, da bei den Spielen Geld gesetzt wurde - was nicht immer legal vonstatten ging. Um besagtes Verbot zu umgehen, ersannen die Spielerinnen und Spieler einen ausgefuchsten Plan: Sie fügten den neun Kegeln, den Pins, einen zehnten hinzu und änderten den Namen des Spiels kurzerhand in "Bowling". Heute ist Bowling weiter verbreitet als das ursprüngliche Kegeln.

Der Playground

Irrtümlich werden die Bowlingbälle, mit denen gespielt wird, oft als Kugeln bezeichnet. Sie verfügen über drei Löcher, für Mittelfinger, Ringfinger sowie Daumen und sind unterschiedlich schwer, je nach Vorliebe und körperlicher Kraft der jeweiligen Spielerin, des jeweiligen Spielers. Die Bahn, über die der Ball gespielt wird, besteht aus lackiertem Holz oder Kunststoff und ist teilweise mit einem dünnen Ölfilm überzogen. Dabei teilt sie sich in verschiedene Abschnitte:

  • Anlauf: Hier wird Schwung genommen.
  • Lauffläche: Sie ist bis kurz vorm Ende eingeölt. Hier ist Vorsicht geboten, ist sie dadurch doch extrem rutschig.
  • Pindeck: Hier stehen die Pins, die es umzuwerfen gilt.
  • Rinne: Dies ist der Bereich links und rechts neben der Lauffläche. Landet der Ball dort drinnen, bleiben die Pins leider standhaft.

Die Spielregeln

Die Pins sind in einem Dreieck am Ende der Bahn aufgestellt. Ziel des Spiels ist, möglichst viele, tunlichst alle, davon umzuwerfen. Ein komplettes Spiel besteht aus zehn Durchgängen, auch Frames genannt. Jede Spielerin, jeder Spieler hat pro Frame zwei Würfe. Werden schon beim ersten Wurf alle zehn Pins abgeräumt, macht die jeweilige Spielerin oder der jeweilige Spieler einen Strike. Bleiben nach dem ersten Wurf noch Pins stehen und sie werden beim zweiten abgeräumt, bezeichnet man das als Spare. In einem Spiel können maximal 300 Punkte, umgerechnet in umgeworfene Pins, erzielt werden. Gelingt das tatsächlich, spricht man von einem "perfekten Spiel".

Die Ausrüstung

Beim Bowling darf die Bahn nicht mit Straßenschuhen betreten werden. Dafür gibt es spezielle Bowlingschuhe mit Gleitsohle. So gelingt bei den Anlaufschritten ein flüssiger Bewegungsablauf. Jedes Bowlingcenter in Wien bietet Leihschuhe gegen eine kleine Gebühr an. Auch Bälle gibt es dort zu Hauf. Meistens sind das Universalbälle in Neonfarben. Welcher zu wem passt, kann an Ort und Stelle ausprobiert werden.

Tipps und Tricks

Auch beim Bowling gibt es kleine Tricks , wie man sein Spiel verbessern kann. Entscheidend ist der Bewegungsablauf, etwa wie Arme und Beine zusammenspielen. Wichtig ist die Auslassbewegung, mit der der Ball ins Rollen gebracht wird. Merksatz: Wer sich gut bewegt, spielt auch gut. Dafür müssen die Anlaufschritte stabil und gezielt gemacht werden, wobei das passende Schuhwerk äußerst hilfreich ist. Die Armbewegung sollte beim Abgeben des Balles an die Bahn flüssig und sauber ausgeführt werden, die Spielerinnen und Spieler sollten genau wissen, wo sie die Pins treffen wollen.

 

Wie bei anderen Sportarten auch kann man sich beim Bowling Verletzungen zuziehen. Beim Bowling ist die, im wahrsten Sinn des Wortes, "schwerste" Herausforderung der Ball. Ist es warm in der Halle, kann man schon mal ins Schwitzen kommen und feuchte Hände haben, woraufhin der Ball fallen gelassen wird. Jetzt gilt es schnell zu reagieren und die Zehen in Sicherheit zu bringen. Die häufigste Verletzung beim Bowlingspielen ist jedoch nicht der Bruch des Mittelfußknochens. Fällt der Ball doch einmal auf den Fuß, federt das meistens der Schuh gut ab. Auch Zerrungen im Arm oder die berühmten Sehnenscheidenentzündungen sind seltener, als man womöglich vermutet.

Tatsächlich war früher der häufigste Grund für einen Rettungseinsatz in der Bowlinghalle ein Herzinfarkt. Gründe dafür waren die einseitige Bewegung und die körperliche Überforderung vieler Spielerinnen und Spieler. Dazu kam auch das Alter. Bowling wird allerdings immer jünger. Der einstige Wirtshaus-Sport hat sich zu einem trendigen Funsport entwickelt.

Sport für TeamplayerInnen

Wer sich Bowling widmen will, muss keinem Verein beitreten. Für Leidenschaftliche Teamplayerinnen und Teamplayer bietet sich aber an, sich einem Bowling-Club anzuschließen. Dank des Landesverbands Bowling Wien kann an Turnieren teilgenommen und der Austausch mit anderen Bowlingfans gepflegt werden. Auch große Veranstaltungen wie die Bowling-Europameisterschaft werden ausgetragen. Letztendlich gilt: üben, üben, üben! Ganz wichtig: die Freude am Bowling nicht verlieren. Schließlich macht man das, was man gerne macht, meistens gut. Und schlussendlich gehört zum Erfolg immer auch ein bisschen Glück dazu.

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Gewinnspiel
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