Der französische Philosoph Bernard-Henry Lévy referierte zum Thema Antisemitismus. © Paul Pibernig

Neuer Schwung für Traditionsreihe

Die Wiener Vorlesungen positionieren sich nach drei Jahrzehnten neu.

Cobenzl, Brunnenpassage und das Radiokulturhaus: Wer die Wiener Vorlesungen besucht, muss ab sofort genau auf den Veranstaltungsort schauen. Nach 30 Jahren, in denen die beliebte Vortragsreihe vorwiegend im Wiener Rathaus stattgefunden hat, gehen die Veranstalterinnen und Veranstalter neue Wege. Raus in die Bezirke, junges Publikum ansprechen, Wissenschaft in ein anderes Licht rücken, lautet die Devise. Gleich bleiben der freie Eintritt sowie hochkarätige nationale und internationale Vortragende.

NobelpreisträgerInnen zu Gast

Schon bisher waren die Wiener Vorlesungen ein Publikumsrenner. Mehr als 600.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen in den vergangenen drei Jahrzehnten zu 1.500 Terminen mit rund 5.000 Referentinnen und Referenten. Das Erfolgsgeheimnis waren gesellschaftspolitische Themen, ansprechend, verständlich und publikumsnah verpackt. Wo sonst konnte man Nobelpreiträgerinnen und -träger wie Michail Gorbatschow, Eric Kandel und Elisabeth Blackburn direkt Fragen stellen? Diskutiert wurde übrigens alles: von der Frage, wie man Kinder erzieht, bis zum Klimawandel. Das Format sollte nicht nur ein facettenreiches Bild der Forschungslandschaft zeichnen, sondern auch die gesellschaftliche und politische Situation unserer Zeit widerspiegeln.

Das vierte Jahrzehnt des Dialogforums bringt nicht nur eine ansehnliche Bilanz, sondern auch frischen Schwung. Daniel Löcker, Wissenschaftsreferent der Kulturabteilung der Stadt Wien, übernimmt die Programmleitung und richtet die Vortragsreihe, zu der Wiens Bürgermeister einlädt, neu aus. Schwerpunktthema heuer ist das Jubiläum 100 Jahre Republik Österreich. Auf dem Programm stehen unter anderem Veranstaltungen zu den Themen Zivilcourage am 19. April, Flucht und Vertreibung am 3. Mai und Fußball und Diktatur im Herbst. Ausgewählte Veranstaltungen werden von ORF III aufgezeichnet.

Was ist neu bei den Wiener Vorlesungen?

Daniel Löcker: Neben den großen Formaten im Rathaus werden die Wiener Vorlesungen auch in den Bezirken stattfinden. Wir wollen die Menschen direkt in ihrem Grätzel ansprechen und mit ihnen gemeinsam aktuelle Themen diskutieren. Die Zahl der Veranstaltungen wird sich zugunsten einer inhaltlich verstärkten Konzentration auf ein Jahresthema verringern.

Das Format war sehr erfolgreich. Warum eine Änderung?

Die Wiener Vorlesungen waren über Jahrzehnte Initialzündung für einen offenen Diskurs, der eine breite Bevölkerungsschicht erreichte. Das bleibt auch so. Nach 30 Jahren was es aber Zeit für eine Neuausrichtung. Dazu gehörten eine neue Website ebenso wie ein gedruckter Programmfolder, kostenlos erhältlich in der Stadtinformation, und die Einbindung junger Forschender.

Was ist da geplant?

Ab Herbst wird es im Radiokulturhaus die Reihe "Junge Talente stellen sich vor" geben, bei der Nachwuchshoffnungen zu Wort kommen. Damit wollen wir vor allem neues und jüngeres Publikum ansprechen.

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