Die rechtlichen Rahmenbedingungen und die eigenen Bedürfnisse sollte man bereits vor dem Einzug in eine WG kennen. © Getty Images

Stressfreies WG-Leben

Während des Studiums in Wien in einer Wohngemeinschaft zu leben, hat Vor- und Nachteile. Damit es eine schöne Zeit ohne Ärgernisse wird, sollte man vorweg einige Dinge beachten.

Gesellschaft haben, wenn man sie sucht, eine Rückzugsmöglichkeit, wenn man allein sein will, geteilte Kosten, keine Regeln à la Studentenheim oder "Hotel Mama" und natürlich ausgelassene Partys: Das Leben in einer Studenten-WG hat seine Vorzüge. Aber auch seine Tücken. Damit man auch nach der gemeinsamen Zeit noch befreundet ist, gilt es, einige zwischenmenschliche sowie mietrechtliche Fragen zu bedenken.

Mit wem passt die Chemie?

Bevor man sich mit den Mietverträgen, der Suche nach einem WG-Zimmer oder der Gründung einer WG befasst, ist es günstig, sich einige Punkte bewusst zu machen: Bin ich überhaupt der Typ für eine WG? Wer es gerne ruhig hat, den Einrichtungsstil bestimmen will und es schätzt, dass im Kühlschrank immer alles an seinem Platz steht und die Armaturen der Dusche nach der Benutzung trockengewischt werden, wird in einer WG wohl nicht glücklich.

Auch wenn man nie ganz wissen kann, worauf man sich einlässt: Checke vorher, ob die Leute, mit denen du zusammenziehst, zu dir passen. © Getty Images

Wenn du die Leute, mit denen du zusammenziehen möchtest, nicht gut kennst, checke vorher zumindest die Dinge ab, die dir wirklich wichtig sind: Wenn du kalten Rauch nicht ausstehen kannst, ist es keine gute Idee, wenn ein starker Raucher dein Zimmernachbar ist. Wenn du Ruhe beim Büffeln für die Uni brauchst, ist es eher ungünstig, wenn nebenan auf der Violine geübt wird.

Christian Bartok, Leiter der Mieterhilfe der Stadt Wien: "In puncto Mietvertrag sollte man vorher unbedingt Rat von Profis einholen. Die Mieterhilfe steht dafür kostenlos zur Verfügung." © Wohnservice Wien/Schedl

Sorgfalt beim Mietvertrag

Hat man sich dafür entschieden und die ideale WG gefunden, hängt viel von der Gestaltung des Mietvertrages zwischen Vermieter und Hauptmieter beziehungsweise des Untermietvertrages zwischen Hauptmieter sowie Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern ab. Christian Bartok, Leiter der Mieterhilfe der Stadt Wien, rät: "Angesichts des Konfliktpotenzials empfiehlt sich, alle offenen Fragen vor Gründung der WG zu thematisieren, zu klären und schriftlich unter den Mitbewohnerinnen und -bewohnern zu vereinbaren. Das beugt Unklarheiten vor und hilft, sich mögliche Rechtsstreitigkeiten zu ersparen." Grundsätzlich gilt: Mietvertragspartner sind der Hauptmieter und der Vermieter. Das heißt, der Hauptmieter haftet alleine gegenüber dem Vermieter.

Möglichkeit A: Alle sind Hauptmieter der Wohnung

Alle WG-Bewohnerinnen und -bewohner scheinen als Hauptmieter im Mietvertrag auf. Diese Variante ist ratsam, wenn man einander gut kennt und vertraut und ein längerer Verbleib der WG-Gründungsmitglieder geplant ist. Denn: Alle haben dieselben Rechte und Pflichten. Und alle Entscheidungen sollten gemeinsam getroffen werden. Handlungsfähig ist man also nur, wenn man sich einig ist. Jede und jeder haftet gleichermaßen, also jeder Einzelne in vollem Umfang. Wenn etwa einer im Bunde den Anteil an der Miete nicht pünktlich bezahlt, können die anderen vom Vermieter zur Kasse gebeten werden. Will eine Person ausziehen oder aus dem Mietvertrag austreten, muss der Vermieter seine Zustimmung erteilen. Da in einer WG im Normalfall aber ein Kommen und Gehen im Lauf der Jahre normal ist: Am besten festhalten, dass die Person, die auszieht, die Mitmietrechte an die übrigen WG-Mitglieder oder das neue Mitglied abtreten kann.

Durch die sorgfältige Prüfung des Mietvertrages können Probleme vermieden werden. © Getty Images

Möglichkeit B: Jeder ist Hauptmieter seines Zimmers

Jede Bewohnerin und jeder Bewohner schließt einen eigenen Hauptmietvertrag für sein Zimmer mit der Vermieterin oder dem Vermieter ab. Mit einem Nutzungsrecht an Bad, WC, Küche, Wohnzimmer. Das bedeutet dann aber auch, dass beim Auszug einer Person die anderen nicht über den künftig neuen Zimmer-Nachbarn entscheiden können. Dies ist eine sehr selten vorkommende Variante. Vermieter machen das in der Regel nicht, da sie deutlich weniger Miete verlangen dürfen. Bei der "Zimmervermietung" dürfen die Vermieter nur Kategorie D verlangen, da das Hauptmietverhältnis auf das Zimmer abzielt und somit das WC am "Gang" wäre. Auch sonst nicht empfehlenswert.

Möglichkeit C: Eine Person ist Hauptmieter

Oft der Fall: Eine Mieterin oder ein Mieter hat einen Hauptmietvertrag und hat mit den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern Untermietverträge. Vor der WG-Gründung sollte geklärt werden, ob man als Hauptmieter Zimmer untervermieten darf, und dies im Mietvertrag mit dem Vermieter festhalten. Achtung: Wenn der Hauptmieter ausziehen will und kündigt, ist dann allerdings nicht garantiert, dass der Vermieter den Vertrag auf die verbliebenen Mitglieder überträgt, da das Hauptmietverhältnis somit zu Ende wäre und auch die Untermieter ausziehen müssen. Die Untermieter könnten nur Schadensersatz gegenüber dem Hauptmieter geltend machen.

Auch in puncto Untermietverträge sollte man sich besser von Profis beraten und den Vertrag vor der Unterzeichnung checken lassen. Tipp: Bei der Mieterhilfe ist das kostenlos und ohne Terminvereinbarung möglich. Beratung erhält man zum Beispiel auch bei der Österreichischen Hochschülerschaft, der Mietervereinigung und beim Mieterschutzverband.

Die häufigste Form der "Zimmerüberlassung" findet in WGs an Mitbewohnerinnen und Mitbewohner statt. Hier wird meist eine mündliche Vereinbarung über die Überlassung des Zimmers und die gemeinsame Nutzung der Nebenräume, sowie die Teilung der Wohnungskosten getroffen. Klingt unkompliziert und meist ist es auch so. Doch wenn es einmal Krach gibt, kann es ohne schriftliche Vereinbarung zu bösen Überraschungen kommen.

Ein Kommen und Gehen

Beim Wechsel von Personen ist zu bedenken: Eine normale Abnützung des Zimmers, wie Löcher oder Dübel in der Wand, ergraute Wandecken, kleine Kratzer im Parkett, ist mit der Miete abgegolten, das Zimmer muss also von dem, der das Schiff verlässt, nicht renoviert oder neu ausgemalt werden. Um Mietrückstände und Streit zu vermeiden, sollten die Untermieter fairerweise für ihren Mietanteil Daueraufträge einrichten, damit die Beträge rechtzeitig auf das Konto des Hauptmieters überwiesen werden.

Wechseln Mieterinnen oder Mieter, ohne dass es schriftlich festgehalten wird, kann das im Falle von Forderungen oder Beschädigungen beträchtliche Schwierigkeiten nach sich ziehen. Besser vorbeugen: das Ausscheiden von Vormietern und den Vertragseintritt von Nachmieterinnen mit einer schriftlichen, von allen Beteiligten unterzeichneten Vereinbarung mit dem Vermieter oder der Vermieterin festhalten. Wichtig: auch bei Bezug und Rückgabe der Wohnung oder des Zimmers den Zustand gut dokumentieren und schriftlich festhalten.

Auch ein leer stehendes Zimmer kostet

Ein wichtiger Punkt sind auch Kündigungsfristen. Sonst steht ein Zimmer leer und der Hauptmieter oder die anderen müssen dessen Miete berappen. Feste Fristen, schriftlich festgehalten, helfen. Andernfalls gilt die gesetzliche Frist von nur einem Monat. Da kann es eng werden, ein neues Mitglied zu finden. Mit einer vereinbarten Kündigungsfrist von drei Monaten findet man leichter einen Nachfolger. Achtung: Die Kündigungsfrist beginnt erst zu laufen, nachdem du schriftlich gekündigt hast, zur Sicherheit per eingeschriebenem Brief. Bartok: "Neben diesen Themen kann es natürlich noch weitere Unklarheiten mit dem Mietvertrag geben. Also gilt auch hier: Drum prüfe, wer sich bindet! und der Tipp: Vorher Rat von Profis einholen! Die Mieterhilfe steht dafür kostenlos zur Verfügung."

Mit Putzplänen, Haushaltskassa und fixen Einkaufsdiensten können Konflikte vermieden werden. © Getty Images

Klare Regeln vermeiden Stress

Ein paar Ratschläge sollte man auch beherzigen, um Streit zu vermeiden. Am besten sich darüber einigen und festhalten, wer wann was putzt, einkauft (WC-Papier, Reinigungsmittel), ausmistet (Kühlschrank) und entsorgt (Müll). Wie die Haushaltskasse geführt wird und wie man bei größeren Anschaffungen, die allen zugute kommen, vorgeht. Geklärt werden muss auch, ob und wenn ja wo und wann geraucht werden darf und ob Besuche und Übernachtungen erlaubt sind.

Damit man sich nicht gegenseitig auf die Füße tritt, sollte eine WG ein großes Wohnzimmer zur gemeinsamen Benutzung oder zumindest eine große Wohnküche haben. Und auch das Badezimmer sollte ab drei Personen kein Besenkammerl sein, damit alle ihre Sachen verstauen können. Hat man all dies berücksichtigt, nette Leute um sich geschart und der Mietvertrag beziehungsweise die Verträge sind von Profis abgesegnet und unterschrieben, sollte einem friedlichen WG-Leben nichts mehr im Wege stehen. Vorausgesetzt man übt sich im gemeinsamen Alltag generell in Toleranz und Kompromissbereitschaft.

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