Der Bildungscampus Attemsgasse wird für alle Kinder zum großen gemeinsamen Erlebnis. © Bohmann/Bubu Dujmic
Das gesamte Areal umfasst 26.000 Quadratmeter. © querkraft architekten ZT GMBH
Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky am neuen Campus. © PID/Martin Votava

Schule zum Wohlfühlen

Der neue Campus plus Attemsgasse im 22. Bezirk ist ein Ort, an dem Kinder vom Kindergarten bis zum Ende der Volksschule miteinander lernen und gemeinsam ihre Freizeit verbringen.

Tony hat seine ersten Wochen in der Volksschule am neuen Bildungscampus Attemsgasse gut hinter sich gebracht. Auch seine Schwester Sophie fühlt sich bereits richtig "angekommen". Die sechsjährigen Zwillinge sind nicht in derselben Klasse, aber im selben Stockwerk auf einer Ebene in einem von vier Bildungsbereichen, den sogenannten Bibern, untergebracht. Dort, wo auch Cousin Max seine Kindergartengruppe hat. Durch die kurzen Distanzen im Biber durchmischen sich die Kinder etwa bei gemeinsamen Projektarbeiten, in den multifunktionalen Flächen, kurz Mufu. Das heißt: Die drei haben untertags weiterhin die Möglichkeit, miteinander Zeit zu verbringen und voneinander zu lernen.

Schulleiterin Claudia Kollmer hat sich sechs Monate auf ihre Aufgabe vorbereitet. © privat

Vier Bildungsbereiche, sogenannte Biber

Ein Biber umfasst je zwei Kindergartengruppen, vier Volksschulklassen und eine Sondergruppe oder -klasse, die sich verschiedenste Mufus teilen. Fix in jedem Biber ist neben den Bildungsräumen ein gemeinsamer Speisebereich mit größeren und kleineren Tischen für die Kinder, die hier gemeinsam jausnen oder mittagessen. Darüber hinaus hat jeder Biber ganz individuelle weitere Mufus. "Dank offenem Raumkonzept leben wir ein offenes Miteinander", erklärt Schulleiterin Claudia Kollmer. "In der Attemsgasse wird der Campus plus für alle Kinder zum großen gemeinsamen Erlebnis. Er ist eine wundervolle Weiterentwicklung der bisherigen Campus-Konzepte, der die unterschiedlichen Altersstufen noch mehr verschränkt", ergänzt Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky.

Im Familien-Mufu locken Puppen und Verkleidungen. © privat

Multifunktionale Flächen zur gemeinsamen Nutzung

Im Biber der Zwillinge zum Beispiel steht ein Sport- und Bewegungs-Mufu mit Hula-Hoop-Reifen oder Balance-Geräten zur Verfügung. Sie dienen der Stärkung des Körpergefühls, was sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit auswirkt. Weiters gibt es einen Kreativbereich und einen Mufu mit Bausteinen, in denen die Geschicklichkeit der Kinder gefördert wird. Ein andreer Bereich beinhaltet Spiegelwürfel, Glitzersteine und Lupen. Sie regen die Fantasie der Kinder an und erhöhen ihre Vorstellungskraft. Eine Fähigkeit, die in Folge im leichteren Schreiben von Geschichten zum Ausdruck kommt. "Bei der Gestaltung der Räume war es uns wichtig, dass es zu keiner Reizüberflutung kommt", sagt Kollmer. "Die Mufus sind nicht vollgestellt mit Spielmaterial. Wir achten sehr darauf, dass es Platz zum Entfalten gibt. Mit der Zeit werden wir Neues hinzufügen und dafür anderes weggeben."

Nicht nur im Klassenraum wird Wissen vermittelt. © Bohmann/Bubu Dujmic

Doch wie, wann und von wem werden die Räume genau genutzt? Die Antwort ist einfach: von allen Kindern sowie Pädagoginnen und Pädagogen des Kindergartens und der Schule. Immer wenn es gerade erwünscht ist. Kollmer: "Das Konzept der Schule sieht vor, dass einander immer Freizeit- und Lernphasen abwechseln. Zwischen neun und zwölf Uhr, sagt man, können sich Kinder besonders gut konzentrieren. Also macht es Sinn, in dieser Zeit den Volksschulkindern anstrengendere Gegenstände wie Deutsch oder Mathematik zu vermitteln. Das geht genauso gut in einem der Mufus, wenn gleichzeitig diese von Kindern aus den Kindergartengruppen genutzt werden, als auch im Klassenraum. Die Großen können den Kleinen vorlesen und so sowohl Lese- wie auch soziale Kompetenz trainieren. Die Drei- bis Fünfjährigen erfahren, was es bedeutet, rücksichtsvoll leise zuzuhören. Die Sechs- bis Zehnjährigen lernen laut und langsam zu lesen, damit es die Jüngeren einfacher haben zuzuhören."

Gemeinsam lernen, spielen und essen. Das wird beim Bildungscampus Attemsgasse groß geschrieben. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

Alltag am Campus plus

Im Kindergarten dient die erste Phase des Tages dem Ankommen und Orientieren. Die Kinder wählen Spiele und Spielpartnerinnen oder -partner und finden ihre Freundinnen und Freunde. Danach können die Kinder aus unterschiedlichen Aktivitäten wählen und sich in den verschiedenen Bereichen aufhalten.

In der Schule steht nach dem Morgenblock das gemeinsame Mittagessen in drei Zeitblöcken an, dem sich wieder Unterricht, durchbrochen von einer Bewegungseinheit, anschließt. "An zwei Tagen in der Woche wird zudem musiziert. Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule Wien beziehungsweise von der Institution Monsterfreunde kommen im Rahmen des Pflichtschulunterrichts dazu in die Klassen", so Kollmer.

Der Campus plus ist eine ganztägige Bildungseinrichtung und hat bei Bedarf von sechs Uhr früh bis 18 Uhr geöffnet. Die unter 3-jährigen Kinder haben ihre Bildungsräume kinderwagenfreundlich im Erdgeschoß." Im Kindergarten und in der Schule begleiten unter anderem 25 Kindergartenpädagoginnen sowie Assistentinnen der Magistratsabteilung 10, neun Regellehrkräfte, vier Religionslehrer, eine Beratungslehrerin, eine Sprachlehrerin und sechs Freizeitpädagoginnen und -pädagogen die Kinder auf ihrem Bildungsweg. Letztere verrichten zusätzlich auch die Früh-, Mittags- und Spätdienste sowie die Ferienbetreuung.

Zusammenarbeit und Zusammenhalt

Durch den alltäglichen Umgang und Austausch profitieren Kinder und Personal gleichermaßen. "Kindern im letzten Kindergartenjahr werden die Ängste vor der Volksschule genommen. Sie können schnuppern und an Unterrichtseinheiten teilnehmen und behalten das gewohnte Umfeld, bis sie die Volksschule beenden. Pädagoginnen und Pädagogen lernen Verständnis für die jeweils andere Berufsgruppe zu entwickeln. Sie können problemlos gemeinsame Aktivitäten, Projekte oder Feste organisieren und einander bei Bedarf unterstützen.

"Im Bildungscampus Attemsgasse wird vorwiegend auf Kleingruppenarbeit gesetzt, womit individueller auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder eingegangen werden kann", so Kollmer. "Dafür gibt es auf 26.000 Quadratmetern genügend Platz. Und ausreichend teamfreudige Pädagoginnen und Pädagogen."

Sportangebote am Standort

Ein weiterer Vorteil, den der Bildungscampus bietet, ist das breite Sportangebot. "Lernen und Freizeit finden an einem Ort und unter kontinuierlicher Begleitung statt. Die Kinder müssen nicht quer durch die Stadt fahren, um Fußball oder Eishockey zu spielen", sagt Kollmer. Neun Vereine kooperieren mit dem Campus plus und ermöglichen je ein Mal die Woche Sportarten von Basketball bis Judo. Die Kinder dürfen dabei selbst entscheiden, was sie ausprobieren möchten. Merken sie nach einem halben Jahr, dass es doch nicht so gut gefällt, können sie etwas Neues probieren.

Auch im Garten treffen die Kinder spielerisch aufeinander. © Bohmann/Bubu Dujmic

Gigantische Gartenanlage

Der große Garten steht allen Kindern zur Verfügung. Es gibt eine große Wiesenfläche, einen Hartplatz, Kletterbereiche mit Rindenmulch, Sandkisten, Wasserspielbereiche, eine 60-Meter-Laufbahn, zwei Tischtennistische, Spielmöglichkeiten für Rollstuhlkinder, einen Naschgarten, jede Menge Sitzbänke zum Ausruhen sowie Tretautos und Roller in verschiedenen Größen zum Tollen.

In den Turnsälen sind für verschiedene Sportarten Bodenmarkierungen angebracht. © Bohmann/Bubu Dujmic

Lässt es das Wetter nicht zu, im Garten zu sein, locken indoor zwei große Turnsäle. Beide sind komplett ausgestattet, haben Klettergeräte, höhenverstellbare Basketballnetze, Tore für Hand- und Fußball, Ringe, Taue und vieles mehr. "Darüber hinaus kann einer der Säle auch als zweiter Veranstaltungsraum im Haus genutzt werden. Dafür legen wir einfach spezielle Platten über den Boden. Der andere Turnsaal ist wiederum mit einer Zwischenwand teilbar und sogar mit Bolderhacken ausgestattet", erzählt Kollmer.

Offenes Miteinander durch offenes Raumkonzept

"Das Umsetzen des Konzeptes mit offenen Räumen und viel Miteinander ist eine spannende Herausforderung", sagt Kollmer. Sechs Monate bereiteten sie und die Kindergartenleitung sich im Vorfeld gemeinsam vor. "Ich bin stolz, diese Aufgabe als Schulleiterin übertragen bekommen zu haben. Und stolz auf mein ganzes Team, das tolle Leistungen vollbringt. Wer sich davon überzeugen möchte, kann das am 4. Oktober beim Tag der Wiener Schulen. Ich lade alle Mamas und Papas und ihre Kinder herzlichst ein, uns zu besuchen." Auch Bürgermeister Michael Häupl ist von dem Campusmodell überzeugt: "Wien ist eine Stadt, in der jeder alles lernen kann und damit ein Leben voller Chancen vor sich hat. Mit dem neuen Standort Attemsgasse verfügt Wien über eine weitere Einrichtung, die für Chancengleichheit und modernste Pädagogik auf Weltklasseniveau steht."

Tag der Wiener Schulen

Neben dem Bildungscampus Attemsgasse stehen am 4. Oktober natürlich alle 670 Wiener Schulen interessierten Eltern und Kindern von neun bis elf Uhr offen. Dazu zählen Volksschulen, Zentren für Inklusiv- und Sonderpädagogik, Neue Mittelschulen, Wiener Mittelschulen, Polytechnische Schulen, allgemeinbildende höhere Schulen, berufsbildende mittlere sowie höhere Schulen und Berufsschulen. Sie alle gewähren ihnen Einblick in die individuellen Konzepte und Schwerpunkte. "Damit kann auch wirklich jedes Kind am richtigen Standort ankommen", so Kollmer.

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