Eva Breger
Orgellehrerin Eva Breger hat in der Favoritner Musikschule eine elektronische Orgel zur Verfügung. © Bohmann/Bubu Dujmic
Spielhilfen
Auch bei den Pedalen gibt es Spielhilfen, die gedrückt werden können. © Bohmann/Bubu Dujmic
Die Spielhilfen für die Register der Manuale sind direkt unter den Tasten angebracht.
Die Spielhilfen für die Register der Manuale sind direkt unter den Tasten angebracht. So erspart man sich Registranten. Das sind Personen, die links und rechts neben der Orgel stehend während des Spiels die Register ziehen. © Bohmann/Bubu Dujmic
Die Spielhilfen für die Register der Manuale sind direkt unter den Tasten angebracht. So erspart man sich Registranten. Das sind Personen, die links und rechts neben der Orgel stehend während des Spiels die Register ziehen. © Bohmann/Bubu Dujmic
Rückspiegel erleichtern das Zusammenspiel mit anderen MusikerInnen oder die Koordination mit einem Priester während einer Messe. © Bohmann/Bubu Dujmic

Mit der Orgel in Klangwelten eintauchen

Die Luft scheint zu vibrieren. Sie ist erfüllt von Klängen, die in jede Pore des Körpers dringen. Volle Töne beherrschen den Raum. Eva Breger, Orgellehrerin an der Musikschule Wien, scheint mit der Musik zu verschmelzen.

"Auf meinem Instrument lassen sich unzählige verschiedene Klangfarben erzeugen. Man kann somit mit einem Instrument gleichsam ein ganzes Orchester darstellen", sagt Eva Breger. Sie ist seit 1983 die einzige Orgellehrerin der Musikschule Wien.

Notenblatt
Notenblätter für die Orgel haben im Gegensatz zu jenen für das Klavier drei Notensysteme, also eine Reihe mehr. Eines für jede Hand, eines für die Pedale. © Bohmann/Bubu Dujmic

Liebe auf den ersten Ton

Vor über vierzig Jahren hat sich Eva Breger in das Instrument verliebt. Mit 17 kam sie erstmals auf Schullandwoche bei einem Besuch der Radstädter Stadtpfarrkirche mit einer prachtvollen Orgel, der Paul-Hofhaymer-Gedächtnisorgel, in Berührung. "Ich habe die Orgel gesehen und man erlaubte mir, darauf zu spielen. Also habe ich mich hingesetzt und begonnen. Ich konnte bereits gut Klavier spielen. Und da war dieses große Gefühl, das mich sofort überwältigt hat hoch oben auf der Kirchenempore. Mir war sofort klar: Ich möchte das Orgelspiel beherrschen können", erzählt Eva Breger.

Elektroorgel
Die Elektroorgel der Favoritner Musikschule hat zwei Manuale. Links und rechts seitlich davon sind die weißen Register-Tasten. Unter den Manualen befinden sich kleine Druckknöpfe, die Spielhilfen. © Bohmann/Bubu Dujmic

Lernen, um zu lehren

Eva Bregers Wunsch, später einmal in Kirchen spielen zu können, war stets begleitet von der Idee, auch andere an ihr Musikinstrument heranführen zu können. So machte sie neben ihrem Orgel- und Klavier-Studium auch eine Pädagogikausbildung. 1983 war schließlich, nach einigen Jahren als Lehrkraft für Klavier, ihr erstes Jahr als Orgellehrerin bei der Musikschule Wien. Damals wie heute war sie Teil der Favoritner Musikschule Wien. "Mit großartiger Unterstützung des einstigen Standort-Leiters Erwin Rieger haben wir relativ rasch eine Orgelklasse auf die Beine gestellt. Aber erst im Jahr 1999 wurde eine elektronische Orgel für die Musikschule Favoriten angeschafft. Anfangs gab es an diesem Standort nämlich gar keine eigene Orgel, der Unterricht fand in nahe gelegenen Kirchen statt", erzählt Eva Breger.

Schuhwerk
Ohne gutes Schuhwerk lassen sich die Pedale von Orgel-Schüler Tobias nur schwer bedienen. Wichtig: Weiche Schuhe mit dünnen Sohlen aus Leder. Dicke Turnschuh-Kunststoffsohlen sind ungeeignet. © Bohmann/Bubu Dujmic

Geeignetes Schuhwerk mit dünnen Ledersohlen

 Zwei bis vier Orgel-Schülerinnen und -Schüler hat Eva Breger im Schnitt pro Schuljahr. Im Vergleich dazu unterrichtet sie jährlich rund 20 Kinder und Jugendliche im Klavierspielen. Beide Musikinstrumente werden dabei von Mädchen und Buben in gleichem Ausmaß gewählt. Die meisten beginnen mit der Orgel, nachdem sie schon ganz gut am Klavier sind. Das heißt, die Koordination der beiden Hände funktioniert bereits einigermaßen. Das vereinfacht in Folge das Herangehen ans Orgelspielen, bei dem auch die Füße parallel zum Einsatz kommen. "Die meisten meiner Schülerinnen und Schüler waren bei ihrem Start nicht jünger als zehn Jahre alt. Oft sind sie über den Kirchenverband beziehungsweise über ihre Pfarre auf die Orgel aufmerksam geworden", sagt Eva Breger. Grundvoraussetzungen sind, wie bei allen Musikinstrumenten, eine gewisse Grundmusikalität. Und zusätzlich ein gutes Koordinationsvermögen, körperliche Geschicklichkeit und die Körpergröße, um das Pedal erreichen zu können. Notwendig ist auch geeignetes Schuhwerk mit dünnen Ledersohlen. "Ich trage am liebsten Schuhe, die eigentlich für den Tanzsport vorgesehen sind", sagt Eva Breger. "Mit denen hat man einen guten Kontakt zum Pedalwerk."

Register
Bei alten, mechanischen Orgeln werden Register häufig gezogen und nicht wie hier gedrückt. Ein Register ist bei einer Orgel eine über den gesamten Tonumfang reichende Reihe von Pfeifen gleicher Klangfarbe und Bauart. Sie kann als Einheit ein-, aus- oder dazugeschaltet werden. © Bohmann/Bubu Dujmic

Hand-Fuß-Koordination

Herausforderungen beim Erlernen des Orgelspielens gibt es viele. Orgeln können über mehrere Manuale, das sind Tastenreihen beziehungsweise Klaviaturen, verfügen. Diese werden mit den Händen gespielt. Darüber hinaus gibt es die Pedale, die mit den Füßen bedient werden. Zudem muss vor dem Spielen eine Registrierung gewählt werden. In Folge kann man, wenn sich beim Spielen die Register ändern sollen, die Spielhilfen drücken. Diese haben die voreingestellten Register gespeichert. Angebracht sind sie unter anderem direkt unter den Manualen. Register sind übrigens Reihen von Pfeifen in verschiedener Größe, aber gleicher Form und Bauart, mit denen man die verschiedenen Klangwelten erschafft. Für jedes Manual und die Pedale gibt es ein eigenes Registerwerk. Der Spieltisch der Passauer Domorgel, der größten Orgel Europas aus dem Jahre 1981, hat etwa fünf Manuale, 229 Register plus Nebenregister und unzählige verschiedene Spielhilfen, mit denen fünf Teilorgeln mit 17.974 Pfeifen elektrisch angesteuert werden. 

Hat man keine Orgel, die mit Spielhilfen ausgestattet ist, braucht es außerdem noch die Zusammenarbeit mit Registranten. Das sind Personen, die während des Spiels der Organistinnen oder Organisten die Register manuell ziehen. "Ich denke, üben muss man das Orgelspielen ein Leben lang. Man muss stets darauf achten, die Beziehung zum Instrument nicht zu verlieren", sagt Eva Breger.

Unterricht
Tobias ist seit einem halben Jahr im Unterricht von Eva Breger. Davor hat er bereits Klavier gespielt. © Bohmann/Bubu Dujmic

Täglich eine Stunde

Einer der Schüler von Eva Breger ist der 14-jährige Tobias. Seine beiden Brüder spielen im Kirchenverband Orgel und so hatte auch er schließlich irgendwann das Verlangen danach. Sein Ziel ist es, später einmal hauptberuflich in seiner Meidlinger Heimatpfarre Namen Jesu spielen zu können. Dafür hat er einmal pro Woche Unterricht mit Eva Breger und übt täglich in der Kirche rund eine Stunde. "Das Spielen der Orgel gibt mir Kraft. Irgendwie ist sie mitreißend, eindringlich und voll, zart und stark zugleich", sagt Tobias. "Und es stärkt die Konzentrationsfähigkeit total. Das macht sich auch bei den Schulnoten gut bemerkbar."

"Festliches Singen 2017"

Tobias ist einer von 350 Schülerinnen und Schülern am Musikschulen-Standort Favoriten. Insgesamt erhalten an den 17 Musikschulen mit insgesamt 31 Standorten in Wien jährlich rund 13.000 Kinder und Jugendliche bis zum maximal 25. Lebensjahr Instrumental- beziehungsweise Vokalunterricht. "Erlernt werden können rund 40 verschiedene Instrumente. Neben klassischen wie der Gitarre, der Flöte oder dem Klavier gibt es auch 'Exoten' zur Auswahl. In Favoriten kann man beispielsweise auch Dudelsack erlernen", erzählt Elisabeth Pilwachs von der Musikschule Wien. "Zudem gibt es in der Musikschule Favoriten einen Weltmusik-Schwerpunkt." Tipp: Am 27. und 28. Mai findet im Wiener Konzerthaus das „Festliche Singen 2017“ statt. Es zählt zu den Highlights der Musikschule Wien. Einige hundert Kinder der Singklassen und wienweiten Kinder- und Jugendchöre musizieren gemeinsam mit dem Sinfonischen Jugendblasorchester Wien stimmungsvoll und mit ganzem Körpereinsatz festliche Melodien und fröhliche Lieder aus aller Welt. Karten gibt es ab 10 Euro. Nicht verpassen!

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