Katrin Zell, MA 10 – Wiener Kindergärten, und Sprachförderin Johanna Wlcek bei einer BAKABU-Sprachfördereinheit. © Bohmann/Bubu Dujmic

Ein Ohrwurm erobert den Kindergarten

Lustige Lieder hören, mitsingen und nebenbei Grammatik üben. Das funktioniert mit dem Sprachförderprogramm Bakabu. inwien.at hat mit Katrin Zell von der MA 10 – Wiener Kindergärten und Sprachförderin Johanna Wlcek gesprochen.

"Bei der Sprachförderung im Kindergarten geht es darum, Kinder im Spracherwerb zu unterstützen. Der Fokus liegt zwar auf Deutsch, aber es ist auch der Aspekt der Mehrsprachigkeit zu berücksichtigen. Die Sprachförderung ist kein Sprachunterricht, sondern sie erfolgt sehr spielerisch. Die Kinder erhalten Unterstützung im Tun, im Spiel, überall dort, wo sie Sprache brauchen", erklärt Katrin Zell, Leiterin des Referats Sprachliche Bildung der MA 10 - Wiener Kindergärten. Grundsätzlich richtet sich Sprachförderung an alle Kinder.

Die Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen fördern bei ihrer täglichen Arbeit mit den Kindern auch die Sprache. Seit 2008 sind zusätzlich zu den Pädagoginnen und Pädagogen 250 Sprachförderkräfte in den Kindergärten im Einsatz. Bei rund 15 bis 20 Prozent der Kinder mit Deutsch als Erstsprache ist die Sprachkompetenz nicht altersgemäß entwickelt. Beispielsweise fehlt es an Wortschatz. Er ist zu wenig differenziert. Manche Kinder können zum Beispiel keine Geschichten nacherzählen. "Für das Erzählen und Lesen brauchen Kinder Vorbilder. Wenn sie keine Geschichten hören, haben Kinder später manchmal Schwierigkeiten selbst eine nachzuerzählen", meint Zell. Bei Kindern mit nicht-deutscher Erstsprache hingegen geht es bei der Förderung vor allem darum, den Wortschatz zu erweitern und um Grammatik, wie zum Beispiel um die richtige Satzstellung.

Beim „Aufwachlied“ sind alle begeistert dabei. © Bohmann/Bubu Dujmic

Welches Kind braucht Sprachförderung?

"Als Grundlage für meine Arbeit dient mir die Sprachstandsfeststellung", sagt Sprachförderin Johanna Wlcek. "Ich schaue mir an, wo steht das Kind steht und was es braucht. Je nach Bedarf gibt es spezielle Spiele und Materialien. Oft arbeite ich einfach situationsbedingt und begleite das sprachliche Handeln des Kindes." Wlcek spielt zum Beispiel gemeinsam mit den Kindern mit kleinen Figuren und erfindet eine Geschichte oder sie stapelt mit den Mädchen und Buben in der Bauecke Bausteine und übt so ganz nebenbei die Präpositionen.

Zell erklärt: "Sprachförderung hat zwei Säulen. Einerseits ist sie alltagsintegriert. Die Kinder werden unterstützt, wo sie es brauchen. Dabei geht es darum, den Spracherwerb möglichst natürlich zu fördern. Die zweite Säule ist, den Kindern ganz gezielte Angebote zu geben Aktivitäten anzubieten. Etwa den Wortschatz in einem bestimmten Bereich zu verfeinern. Die Kinder hören zum Beispiel ein Lied zum Thema Obst und bereiten anschließend selbst einen Obstsalat zu. Dabei lernen sie verschiedene Obstsorten und ihre Bezeichnungen kennen."

Video: Sprachliche Frühförderung

Sprachförderung mit Bakabu

Die Liederalben "Hör zu, Bakabu" zur sprachlichen Frühförderung bestehen aus zwei CDs mit neu komponierten Kinderliedern sowie jeweils einem Begleitbuch. Das Programm gibt es seit etwa einem Jahr. Zell: "Grundsätzlich haben wir in den städtischen Kindergärten Methodenfreiheit und setzen auf Vielfalt. Die Sprachförderinnen können jenes Material verwenden, das sie selbst für sinnvoll erachten. Bakabu ist ein zusätzliches Angebot." Ein Angebot, das sehr gut angenommen wird. "Die Sprachförderkräfte sind von den Liedern überaus begeistert, auch weil sie bei den Kindern sehr gut ankommen", so Zell.

Was ist der Unterschied zu anderen Fördermaterialien?

Die 60 Kinderlieder auf den beiden Bakabu-CDs sind nach einer sprachwissenschaftlichen Grundlage aufgebaut. Es gibt Lieder in drei Schwierigkeitsstufen. Sie orientieren sich an den Beobachtungsbögen, die in 80 Prozent der Kindergärten in Österreich verwendet werden. Zell erläutert: "Die Lieder sind so komponiert beziehungsweise getextet, dass jedes Lied bestimmte sprachliche Phänomene aufweist." So werden im Lied "Wie komme ich in den Kindergarten?" beispielsweise die Bewegungsverben und die W-Fragen behandelt. Die einzelnen Lieder sind zu einer Geschichte verknüpft. Sie erzählt von der Reise des Bakabu, das ist ein Ohrwurm, der vom Singeland auf der Suche nach Musik auf die Erde gekommen ist.

Der Ohrwurm BAKABU ist bei allen Aktivitäten im Kindergarten mit dabei. © Bohmann/Bubu Dujmic

Ohrwurm Bakabu ist immer mit dabei

"Die Kinder lieben Bakabu und würden am liebsten jeden Tag die Lieder von Bakabu singen und spielen. Es ist wirklich ein großer Erfolg", meint Wlcek. Im Kindergarten Arnethgasse gibt es auch einen Bakabu-Stoffohrwurm. Das Stofftier ist Teil der Gruppe und darf bei allen Aktivitäten, ob beim Spielen, Mittagessen oder im Garten, mit dabei sein. "Die Lieder sind einfach gestrickt, sie gehen sofort ins Ohr", erklärt Wlcek und sagt schmunzelnd: "Sie sind echte 'Ohrwürmer', ich träume mittlerweile von Bakabu." Beeindruckt zeigt sich die Sprachförderin auch davon, wie die Kinder die Inhalte der Lieder im Alltag umsetzen. "Sie übernehmen Phrasen und Sätze, die der Wurm sagt, und verwenden sie richtig in ihrem Sprachgebrauch." Weil Bakabu bei den Kindern so gut ankommt, lädt der Kindergarten nun auch die Eltern zu einem Bakabu-Nachmittag ein. Wlcek: "So können die Eltern miterleben, wie motiviert und begeistert die Kinder bei der Arbeit mit Bakabu sind."

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