Auch daheim sind Ruhe und Konzentration gefragt. © Shutterstock

 

Bildung auf digitalem Weg

Besondere Zeiten erfordern besondere Lösungen. In punkto Bildung heißt das: auf die digitale Variante setzen. Die Stadt Wien stellt Geräte und Lernplattformen zur Verfügung.

Die Corona-Krise ist eine schwierige und herausfordernde Zeit. Es kann aber nicht sein, dass man die Eltern zusätzlich belastet und sie ihren Kindern neue Lehrinhalte vermitteln müssen, sagt sich Bildungs- stadtrat Jürgen Czernohorszky. „Viele Familien schaffen das nicht.“ Sein Vorschlag: Die letzte Schulnachricht könnte als Beurteilung für das Schuljahresendzeugnis gelten. Bei negativer Note im Semesterzeugnis oder wenn sich Schülerinnen und Schüler verbessern wollen, soll es die Möglichkeit geben, Aufgaben nachzubringen. "Auf Sitzenbleiben sollte in diesem Schuljahr verzichtet werden", fordert Jürgen Czernohorszky. Diese Entscheidung müsste aber der Bildungsminister für ganz Österreich treffen.

Geschäfte öffnen

In den nächsten Wochen werden wieder mehr Geschäfte aufmachen dürfen. Schulunterricht soll es ab Mitte Mai geben. Bis dahin werden die Schulaufträge der Kinder zu Hause erledigt. Kinder von arbeitenden Eltern werden weiter in Schulen und Kindergärten betreut. Dieses Angebot wird ab schrittweiser Arbeitsmarktöffnung auch für 14- bis 16-Jährige eingerichtet. Wichtig: der regelmäßige Austausch von Familien und Pädagoginnen und Pädagogen.

 

Laptops für SchülerInnen

Digitales Lernen und Fernunterricht bieten in der aktuellen Situation große Chancen. Doch gerade Kinder einkommensschwacher Familien haben oft keine Möglichkeit zu Hause. Um ihnen das Lernen daheim zu erleichtern, werden sie ab sofort kostenlos mit Laptops ausgestattet. Damit ist ein wichtiger Schritt gesetzt, um zu verhindern, dass manche Kinder und Jugendliche im Unterricht zurückfallen oder Gelerntes nicht festigen können. "Wir investieren als Stadt drei Millionen Euro in 5.000 digitale Endgeräte für Wiener Schülerinnen und Schüler", sagt Digital-Stadtrat Peter Hanke. Ausgestattet sind sie mit einem speziellen Softwarepaket. Dieses gibt es auch für alle anderen Schülerinnen und Schüler der öffentlichen Pflichtschulen und für Lehrerinnen und Lehrer. "Ziel ist eine einheitliche Lernplattform für alle", so Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky.

Lernplattformen

Nicht allen Eltern ist möglich, ihren Kindern beim Lernen zur Seite zu stehen. Damit dennoch jedes Kind die gleichen Bildungschancen hat, gibt es nun die Gratis-Lernhilfe der Volkshochschulen für Schülerinnen und Schüler zwischen zehn und 14 Jahren auch online. Die Förderung unterstützt in Form von Videokonferenzen alle Kinder der öffentlichen Neuen Mittelschulen (NMS) und Gymnasien (Unterstufe) in Deutsch, Englisch sowie Mathematik.