Die Fassadenbegrünung bringt die Natur zurück in die Stadt. Anwendbar auf allen Bestands- und Neubau-Gebäuden, auch auf gedämmten und denkmalgeschützten Fassaden möglich. © tatwort/Julia Beck

 

BeRTA machts grün

BeRTA: So heißt das extra für Wien entwickelte Grünfassaden-Modul, das innerhalb der Hauptstadt Hausfassaden grün werden lässt. Was dahintersteckt und wie diese Pflanzen eine ganze Stadt kühlen können, erfahren Sie hier.

Wussten Sie, dass es in Wien im Hochsommer um mehr als zehn Grad heißer werden kann als in den Gebieten rund um die Stadt? Ausgelöst wird das unter anderem durch die Versiegelung der Böden, durch zu wenige Grünflächen oder durch die direkte Ableitung des Niederschlagswassers in Kanäle und Sickerschächte, wodurch keine natürliche Verdunstung stattfinden kann. Die Abwärme des Straßenverkehrs verschärft diesen Effekt obendrein. Diese extremen Hitzeinseln sorgen für zahlreiche Probleme: Tropennächte werden zur Qual, die Infrastruktur leidet unter der Hitzewelle ebenso wie der Tourismus und die Wirtschaft. Doch vor allem wirken sich die hohen Temperaturen negativ auf unsere Gesundheit aus – betroffen sind insbesondere Kranke, Schwache, Alte und Kinder.

Gezielte Maßnahmen wie beispielsweise Begrünung, reflektierende Dachfarben, geeignete Arten der Bebauung und Wasserflächen oder auch Regenwassermanagement können die extreme Hitzebelastung in einer Stadt jedoch effizient vermindern. Ein Angebot für geförderte Grünfassaden in Wien ist beispielsweise das Grünfassaden-Modul BeRTA. Was das genau ist und wie auch Sie bei der Begrünung der Stadt mithelfen können, erzählt Ihnen der Vorteilsclub der Stadt Wien und das Wiener Projektmanagement-Unternehmen tatwort.

 

Was ist BeRTA?

Im Kampf gegen klimawandelbedingte Hitzeinseln gibt es in Wien eine Vielzahl von Maßnahmen, darunter die Begrünung von Fassaden. Fassadenbegrünungen tragen maßgeblich zu einer höheren Wohnqualität bei. Sie sorgen im Sommer für ein positives Mikroklima, indem sie die gefühlte Umgebungstemperatur um rund 13 Grad kühler halten. Zudem schaffen sie attraktivere Aufenthaltsräume und bringen dank der Bepflanzung Natur und Tier zurück in die Stadt. Da die Begrünung vor allem auf der Straßenseite bis dato jedoch immer sehr kompliziert und behördlich sehr aufwändig war, wurden nur wenige Fassaden begrünt.

"Nicht mit uns", dachte sich das Team von tatwort und entwickelte speziell für die Begrünung bestehender Gebäude das modulare BeRTA-System. Das Projekt wurde unter dem Motto "Machen wir die Stadt gemeinsam grün" zusammen mit der Stadt Wien, GRÜNSTATTGRAU, DIE UMWELTBERATUNG und der BOKU Wien entwickelt und an bereits über zehn Standorten in dicht verbauten Wiener Stadtgebieten erprobt. "Im Rahmen des Forschungsprojekts '50 Grüne Häuser' wurden die ersten 50 Prototypen des BeRTA-Begrünungsmoduls im dicht verbauten Innerfavoriten an neun Gebäuden errichtet. Seit einigen Monaten gibt es auch in anderen Bezirken in Wien die ersten 'BeRTA'-Projekte in Umsetzung. Einige davon sind bereits fertiggestellt, unter anderem die Begrünung einer Fassade eines denkmalgeschützten Gebäudes in der Rotenturmstraße, direkt beim Stephansdom. Weitere Projekte in Wieden, in der Josefstadt und am Alsergrund sind gerade in Planung", erklärt Susanne Lins, Projektleiterin von tatwort.

BeRTA steht für "Begrünung – Rankhilfe – Trog – All-in-one" und bietet ein All-in-one-Begrünungsangebot an. Was heißt das? "Mit dem BeRTA-Modul wird straßenseitige Fassadenbegrünung erstmals wirklich einfach. Mit insgesamt 6.880 Euro Förderung durch die Stadt Wien und einem geringen Selbstbehalt ab rund 560 Euro pro Modul erhalten Bestellerinnen und Besteller ein Rundum-sorglos-Paket, das aus einer persönlichen Beratung, Planung und Errichtung besteht", so Lins.

Die Begrünung besteht aus langlebigen Faserzement-Trögen mit Wasserreservoir und Spezialsubstrat, individuell auf die jeweilige Fassade angepassten Pflanzen und falls nötig einer Rankhilfe. Doch wie funktioniert dieses Modul und wie kommt man dazu?

So funktioniert es:

BeRTA ist ein All-in-one-Paket, das die Bestellerinnen und Besteller in drei Schritten durch den gesamten Planungs- und Abstimmungsprozess – von der ersten Idee bis zur fertigen Grünfassade – führt.

Schritt 1: Der Beratungstermin

Bevor es ans Begrünen geht, ist der erste Schritt ein geförderter Beratungstermin durch das Wiener Kompetenzzentrum für Gebäudebegrünung "GRÜNSTATTGRAU".

Das heißt, wenn Sie an einer Fassadenbegrünung interessiert sind, machen Sie eine Bestellung über die BeRTA-Website. Daraufhin werden Sie von einer Begrünungsexpertin oder einem Begrünungsexperten kontaktiert, um einen persönlichen Termin bei dem zu begrünenden Gebäude auszumachen. Vor Ort können Sie Ihre individuellen Wünsche aufzeigen und erfahren mehr über die passenden Begrünungsmöglichkeiten für Ihr Gebäude.

Anschließend wird ein BeRTA-Protokoll erstellt und es werden eine Modulkonfiguration und eine Visualisierung vorgenommen.

Schritt 2: Die Planung & Förderung

Nachdem der Vor-Ort-Termin abgeschlossen ist, kann die Planung inklusive Kostenschätzung erstellt werden. Zudem werden bei der Aufstellung auf öffentlichem Grund alle notwendigen Genehmigungen eingeholt. Mit den erstellten Unterlagen und dem Kostenvoranschlag können Sie anschließend um eine der Förderungen für Fassadenbegrünung der Stadt Wien ansuchen.

Für die gesamte Grünfassade des Gebäudes belaufen sich die Kosten auf insgesamt 8.004 Euro, davon können bis zu 6.880 Euro über die Grünfassadenförderung der Stadt Wien gefördert werden. (Erfahren Sie hier mehr zu Förderung)

Doch aufgepasst: Wer diese Tage aktiv wird, sich unverbindlich informiert und dann einen Vor-Ort-Termin bestellt, hat die Chance, dass die eigene BeRTA-Begrünung noch bis zum Sommer errichtet wird. Doch die Fördertöpfe sind begrenzt, finanzielle Zuschüsse werden an Schnellentschlossene vergeben.

Gefördert werden alle anfallenden Kosten für Privathaushalte mit 5.200 Euro. Unternehmen wie Lokale, Hotels, Hausverwaltungen oder Betriebe können außerdem eine OekoBusiness-Kofinanzierung von 75 Prozent (480 Euro exklusive Umsatzsteuer) für den Vor-Ort-Termin und bis zu 1.200 Euro (exklusive Umsatzsteuer) für die Planung in Anspruch nehmen. Die komplette Begrünung ist damit bereits ab circa 560 EUR Selbstbehalt pro Modul erhältlich, inklusive Beratung, Planung, Einreichung um Genehmigung und Errichtung von zwei Modulen inklusive Substrat und Pflanzen.

Schritt 3: Die Errichtung

Das BeRTA-Grünfassadenmodul bietet alles, was es für die rasche und unkomplizierte Begrünung von Fassaden braucht: einen stabilen Trog mit Lebensraum für die Wurzeln, passende Pflanzen und gegebenenfalls auch eine Rankhilfe. Die Modul-Bestandteile sind von Profis entwickelt, ideal aufeinander abgestimmt und können individuell konfiguriert und erweitert werden.

So kann es nach der Planung endlich mit der Errichtung losgehen. Die BeRTA-Grünfassadenmodule werden nun laut Bestellung von Fachexpertinnen und -experten durchgeführt. Diese kümmern sich um die Detail- und Ausführungsplanung.

Wenn die BeRTA-Grünfassade fertig aufgebaut ist, heißt es jetzt nur noch hegen und pflegen und die Pflanzen beim Wachsen beobachten. In der mitgelieferten Pflegeanleitung finden Sie eine genaue Anweisung und weitere Infos zur Pflege Ihrer Grünfassade. 

Großer Erfolg und viel Grün

Die vor einigen Monaten angesetzten Pflanzen an den Fassaden in Innerfavoriten entwickeln sich inzwischen bestens, wie Messungen der Universität für Bodenkultur bestätigen. Auch die Zufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner ist hoch: „Mir gefällt es sehr gut und es macht mir viel Spaß, die Pflanzen aufzuziehen. Ich freue mich, wenn sie gedeihen. Und es soll auch so weitergehen“, erzählt eine Pflegebeauftragte in einem der ersten begrünten Gebäude. Auch ein Eigentümer eines der ersten begrünten Gebäude erzählt stolz: „Das Projekt hat mir von Anfang an gut gefallen. Mit BeRTA kann man nicht nur etwas Positives für die Umwelt machen, sondern dem Haus auch einen einzigartigen Charakter geben.“

Wollen auch Sie Ihre Fassade begrünen und so für ein besseres Klima und mehr Grünraum in der Hauptstadt sorgen? Wie wäre es mit dem BeRTA-Basismodul? Es besteht aus einem Pflanzgefäß, Substrat, einer Rankhilfe und zwei Kletterpflanzen. Der Trog bietet mit 40 Zentimeter Tiefe und 80 Zentimeter Höhe 300 Liter Fassungsvermögen und ist mit Wasserspeicher so konzipiert, dass er möglichst wenig Betreuung benötigt. Je nach Gegebenheiten ist der Einsatz verschiedener Kletterpflanzen möglich, außerdem stehen 15 verschiedene Farben für den Trog zur Auswahl.

Mehr Infos zum BeRTA-Grünfassadenmodul finden Sie hier.

Der Vorteilsclub der Stadt Wien wünscht viel Spaß mit Ihrer Grünfassade!