Egal ob Beethoven Museum, das Beethoven-Denkmal beim Wiener Konzerthaus oder das Pasqualatihaus: Beethoven-Liebhaber können in Wien ganz viel entdecken. © Bohmann/Mischa Nawrata

 

Wir wandeln auf Beethovens Spuren

Ludwig van Beethoven hat die Wiener Klassik geprägt wie kein Zweiter. 2020 feiert Wien darum den 250. Geburtstag des Komponisten, der quer durch die Stadt seine Spuren hinterlassen hat. Lust auf eine Tour? CLUB WIEN stellt einige dieser Orte vor.

Eigentlich hätte es nur eine Studienreise werden sollen. Doch auch bei Musikgenies kommt unverhofft ziemlich oft. Der Tod seines Vaters, Kriegswirren in Europa und ausbleibende Gehaltszahlungen seiner Gönner in Bonn veranlassten Ludwig van Beethoven dazu, doch länger in Wien zu bleiben. Neue Sponsorinnen und Sponsoren waren schnell gefunden und so wurden es ereignisreiche Jahre für van Beethoven, vom Musikunterricht bei Haydn bis zum Ausbruch seines Gehörleidens.

Die Musik, die er hier komponiert hat, ist unsterblich. 20 seiner 32 Klaviersonaten entstanden in Wien, darunter das landläufig als Mondscheinsonate bekannte Meisterwerk. Auch einige seiner Sinfonien entstanden an der Donau, nicht zuletzt die 3. Sinfonie, „Eroica“, die 5. und die 6. Sinfonie.

Um all das und Beethovens 250. Geburtstag zu ehren und zu zelebrieren, feiert Wien 2020 das Beethoven-Jahr. Die Schnittstelle für alle Events und Veranstaltungen sowie Hort zahlreicher Informationen zum Leben des Komponisten ist das Koordinationsbüro WIENBEETHOVEN2020. Dort finden Sie Programme, Bücher, Aktuelles und vieles mehr. Das perfekte Portal für das Beethoven-Jahr.

Sie haben Lust darauf, einige der Orte, an denen Ludwig van Beethoven seine Spuren hinterlassen hat, selbst zu besuchen? Dann hat CLUB WIEN die Infos, die Sie suchen. Die folgenden Stätten in Wien lassen sich wunderbar zu einer Wanderung durch das Leben Beethovens kombinieren.

 

Beethoven Museum

Das ist der wohl wichtigste Ort überhaupt. Das Beethoven Museum in Heiligenstadt beleuchtet das Leben Beethovens. Doch nicht nur die Ausstellungsstücke sind Spuren des Maestros. Der Ort selbst ist untrennbar mit der Legende Ludwig van Beethoven verbunden. Hier suchte er Heilung und Linderung für das Gehörleiden, das ihn nahezu ertauben lassen sollte. In Heiligenstadt befand sich damals eine Badeanstalt auf dem Gelände des heutigen Heiligenstädter Parks. Gespeist von einer mineralhaltigen Quelle, zog der Ort Kurgäste an, darunter auch sehr viele Prominente.

In der Probusgasse 6 schrieb Beethoven ein nach Überlieferung bewegendes Dokument: das „Heiligenstädter Testament“. In diesem Brief, der an seine Brüder gehen sollte, es aber nie tat, drückte er seine ganze Verzweiflung über die drohende Taubheit aus. Gleichzeitig entstanden hier aber auch wundervolle und wichtige Werke, darunter die sogenannte „Sturm“-Sonate, op. 31 Nr. 2, die „Prometheus“-Variationen, op. 35, und erste Skizzen zur späteren 3. Symphonie, „Eroica“.

Ein Besuch im Museum ist 2020 fast Pflicht. Und wer schon vor Ort ist, kann durch den Park spazieren und über Beethovens gesundheitliche Tragödie nachdenken. Wer weiß, vielleicht flanieren Sie über genau denselben Weg, auf dem Beethoven einst wandelte.

Theater an der Wien

Auf der Linken Wienzeile war Beethoven besonders oft anzutreffen. Ab 1803 war er Hauskomponist im Theater an der Wien. 1805 erlebte die „Eroica“ hier ihre Uraufführung. Im selben Jahr feierte im Theater an der Wien ein ganz besonderes Stück Premiere: Beethovens einzige Oper, „Fidelio“. Die ist übrigens am 30. August auch beim Film Festival am Rathausplatz zu sehen, ebenfalls eine Produktion des Theaters an der Wien.

Pasqualatihaus

Mit kleineren Unterbrechungen wohnte Beethoven acht Jahre lang im Haus eines seiner Gönner, Johann Baptist Freiherr von Pasqualati, auf der Mölkerbastei. Kein Wunder, die Lage beim Schottentor war bestimmt damals schon nicht so schlecht. Apropos „Fidelio“: Komponiert wurde die Oper genau hier. Und nicht nur das. Auch die Sinfonien 5 und 6 wurden in dem Haus geschrieben. Während späterer Aufenthalte gingen hier die Kompositionen des Streichquartetts op. 95, des Klaviertrios op. 97, der 7. und 8. Symphonie sowie der Violinsonate op. 96. vonstatten.

Ein Highlight für Klavierfreundinnen und -freunde: In diesem Gebäude schrieb Beethoven auch sein wohl bekanntestes Klavierstück, „Für Elise“. Wer Elise war, ist übrigens nicht gesichert.

Eroica Saal

Unter all den barocken Stadtpalästen Wiens war das Palais Lobkowitz die Nummer eins. Nach der Ersten Türkenbelagerung erbaut, wies das Palais etlichen anderen den stilistischen Weg. Heute befindet sich hier das Theatermuseum. Zur Zeit Beethovens war das Haus dank des musikverrückten Franz Joseph Maximilian von Lobkowitz ein Ort der Kunst, der in Europa seinesgleichen suchte. Der Hausherr war ein Bewunderer und Förderer Ludwig van Beethovens und Widmungsträger der 3. Sinfonie. Die gab dem Festsaal des Palais seinen Namen: Eroica-Saal.

Ludwig van Beethoven war sehr oft in dem Saal zu Gast und musizierte hier auch. Wenn man sich im Festsaal konzentriert und die Fantasie spielen lässt, kann man ganz sanft die Melodie der „Eroica“ hören. Glauben wir zumindest. Ganz sicher war der Festsaal Schauplatz der Premiere von Beethovens 4. Sinfonie im Dezember 1812. Festliche Veranstaltungen finden hier heute noch statt und von seiner Atmosphäre hat der Saal nichts verloren.

Beethoven-Gedenktafeln

In der Ungargasse 5 vollendete Beethoven seine 9. Sinfonie. Das Werk kennt man am besten für des Komponisten Vertonung von Friedrich Schillers „Ode an die Freude“. Am Haus im 3. Bezirk, Ungargasse 5, wurde im Jahr 1924 eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Uraufführung Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie enthüllt. Sie wurde vom Wiener Schubertbund gestiftet, das Porträtrelief schuf der Wiener Bildhauer Anton Grath.

Ein Abstecher in die Schwarzspanierstraße ist der passende Abschluss unserer Tour. Auch hier befindet sich eine Gedenktafel. Errichtet wurde sie am 3. November 1929 vom Roßauer Männergesangverein. Das Bronzerelief wurde vom Bildhauer Anton Grath geschaffen.

Die Tafel steht hier nicht ohne Grund. An dieser Stelle befand sich bis 1904 ein Haus, in dem Beethoven nicht nur gelebt hat, sondern in dem er auch am 26. März 1827 gestorben ist. Ein geniales und auch tragisches Leben, das unsere Stadt nachhaltig geprägt und uns Musik für die Ewigkeit gebracht hat, ging hier zu Ende.