Auf der Donauinsel lässt es sich herrlich baggern und pritschen ;-). © MA 45/Franz Kalab

 

Die Füße im Sand, den Ball in der Hand

Das Beachfeeling gibt es nicht nur am Strand. In Wien bieten zahlreiche Beachvolleyballplätze die Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen und dabei jede Menge Spaß zu haben.

Auf der Donauinsel wogt auch heuer wieder die Beach-Wave. Aber nicht nur beim Beach Major Vienna kann man den Beachvolleybällen beim Flug übers Netz zuschauen. In Wien gibt es viele Volleyballplätze die gratis zur Verfügung stehen. Doch zuerst zu den Basics: was ist Beachvolleyball eigentlich und wo kommt es her?

Seit wann gibt es Beachvolleyball?

Beachvolleyball hat sein Image als reiner Freizeitsport längst abgelegt und gehört heute zu den beliebtesten Ballsportarten. Doch wann wurde es das erste Mal gespielt?

Als zum ersten Mal nachweislich ein Ball an einem Strand über ein Netz geschlagen wurde, war jener Sport, der dafür Pate gestanden hatte, selbst noch sehr jung. Volleyball wurde 1895 von William G. Morgan als Zeitvertreib für ältere Mitbürgerinnen und -bürger sowie als sanfte Alternative zu Basketball im Nordosten der USA erfunden. Mit dem Spiel, wie wir es heute kennen, hatte es zunächst wenig zu tun. So war die Anzahl der Mitspielerinnen und -spieler unbegrenzt, ebenso die Anzahl der erlaubten Ballkontakte. Dass sich heute zwei Zweierteams gegenüberstehen, ist wohl einem Zufall geschuldet: In den 1930ern wartete Paul "Pablo" Johnson vergeblich auf einige seine Mitspieler. So machte man aus der Not eine Tugend und spielte zu zweit gegeneinander. Seit 1996 ist Beachvolleyball eine olympische Disziplin, ein Jahr später gab es dann die erste Weltmeisterschaft.

Die Regeln

Beim Beachvolleyball misst das Spielfeld acht mal 16 Meter. Getrennt wird es von einem Netz, dessen Oberkante sich bei Männern in einer Höhe von 2,43 Metern und bei Frauen von 2,24 Metern befindet. Das Netz darf übrigens nicht berührt werden. Mittellinie gibt es keine, die gegnerische Hälfte darf aber nur betreten werden, wenn die Mitspielerinnen beziehungsweise die Mitspieler dadurch nicht gestört werden. Damit bleibt jedem Team eine Spielhälfte in der Form eines Quadrats. Das Spielgerät, also der Ball, ist mit 66 bis 68 Zentimetern etwas größer im Umfang, außerdem weicher und geschmeidiger und somit weniger hart als ein Hallenball.

Welches Team den ersten Aufschlag machen darf, wird vor Spielbeginn ausgelost. Pro Team gibt es eine Kapitänin oder einen Kapitän. Der Ball muss von den Spielerinnen und Spielern abwechselnd berührt und mit dem dritten Ballkontakt über das Netz geschlagen werden. Es werden drei Sätze gespielt. Gezählt wird nach dem sogenannten Rally-Point-System. Dabei gibt es, unabhängig davon, welches Team gerade Aufschlag hat, für jeden gewonnenen Ballwechsel einen Punkt. Die Sätze werden bis 21 Punkte gespielt. Um etwaige Widrigkeiten wie blendende Sonne oder Wind auszugleichen, wird nach jeweils sieben Punkten die Seite gewechselt.

Kurze Auszeit

Sollte nach den besagten beiden Sätzen keine Entscheidung gefallen sein, gibt es wie im Tennis ein Tie-Break. Das wird allerdings nur bis 15 Punkte gespielt, Seite gewechselt wird nach je fünf Punkten. Um einen Satz für sich entscheiden zu können, braucht eine Mannschaft zwei Punkte Vorsprung. Gelingt das bis 21 beziehungsweise 15 Punkten nicht, wird der Satz unbegrenzt verlängert. Bis ein Team schließlich die benötigten zwei Punkte Vorsprung erreicht hat. Das kann in der Tat länger dauern: Bei einem Spiel in Hamburg 2006 trennten sich die Damenteams aus Frankreich und den Niederlanden mit 46:44.

Gut also, dass sich jedes Team pro Satz eine Auszeit nach Belieben nehmen kann. Außerdem gibt es nach 21 gespielten Punkten eine 30 Sekunden lange technische Auszeit. Dies gilt logischerweise nicht für den dritten Satz. Auch um die Sonnenbrille zu putzen, darf das Spiel unterbrochen werden. Das sollten die Spielerinnen und Spieler aber nicht ausreizen: Wie im Fußball gibt es Gelbe und Rote Karten. Dies führt zwar zum Verlust des Spielzugs, wird aber nicht mit Ausschluss geahndet. Was bei einer Mannschaftsstärke von zwei Personen natürlich denkbar ungünstig wäre.

Kostenlose Beachplätze in Wien

Auch abseits des Vienna Major gibt es tolle Courts in Wien, zum Beispiel auf der Donauinsel - hier wurden die Beachplätze nach dem ersten Major Turnier für die Öffentlichkeit belassen, sowie in den "Sport & Fun"-Hallen. Dort finden Sie beste Bedingungen für den Sport vor. Auf der Schmelz gibt es ein Beachvolleyballzentrum mit zwölf Plätzen. Außerdem gibt es sommerliche Angebote, etwa bei Sand in the City, der summerstage oder beim Vienna City Beach Club.

In der Sportstadt Wien kann man aber auch im Park, ganz ohne Voranmeldung, spielen. Sie brauchen nur eines: einen Beachvolleyball. Am bekanntesten sind die beiden Plätze bei der Jesuitenwiese im Prater. Auch im Türkenschanzpark kann gespielt werden.

Weitere Plätze finden Sie hier:

  • 2., Zirkuswiese (Prater)
  • 5., Parkanlage Mittelzone
  • 6., Fritz-Imhoff-Park
  • 9., Lichtentalerpark
  • 10., Johann-Benda-Park
  • 10., Parkanlage Per-Albin-Hansson-Straße
  • 10., Waldmüllerpark
  • 10., Laaer Berg (kein Netz)
  • 11., Feuerhalle Simmering
  • 11., Hyblerpark
  • 18., Pötzleinsdorfer Schlosspark
  • 19., Hilde-Spiel-Park
  • 21., Parkanlage Dragonerhäufel
  • 21., Parkanlage Gitlbauergasse
  • 21., Parkanlage Überfuhrstraße
  • 22., Ingeborg-Bachmann-Park
  • 22., Parkanlage Raphael-Donner-Allee
  • 22., Teich Hirschstetten
  • 23., Parkanlage Alma-Seidler-Weg
  • 23., Fridtjof-Nansen-Park
  • 23., PaN-Park