Beachvolleyball gehört auch in Wien im Sommer zu den beliebtesten Ballsportarten. © MA 45/Franz Kalab

Was Sie schon immer über Beachvolleyball wissen wollten, ...

... aber bisher nicht zu fragen wagten: Nur noch wenige Tage, dann dreht sich auf der Wiener Donauinsel wieder alles um den beliebten Sport im Sand. Doch seit wann wird Beachvolleyball eigentlich gespielt? Und wie lauten die Regeln? CLUB WIEN klärt auf.

Erst letztes Jahr fand auf der Wiener Donauinsel die Weltmeisterschaft im Beachvolleyball statt - ein voller Erfolg. Wenig verwunderlich, dass im Rahmen der Beach Volleyball Major Series bald erneut die besten Spielerinnen und Spieler ihrer Zunft gegeneinander antreten. Mit von der Partie ist neben dem österreichischen Duo Clemens Doppler und Alexander Horst, dem es im Vorjahr gelang, Silber zu holen, auch wieder der CLUB WIEN-Bulli. Mit im Gepäck hat er wieder viele tolle Goodies wie Badeenten, T-Shirts, Wasserbälle und Fächer. Zudem lockt eine Riesendartscheibe von CLUB WIEN Bewegung findet Stadt, wo man ein zusätzliches spezielles Give Away gewinnen kann. Schauen Sie vorbei!

Beachvolleyball hat sein Image als reiner Freizeitsport längst abgelegt und gehört heute zu den beliebtesten Ballsportarten. Doch wann wurde es das erste Mal gespielt?

Zeitvertreib für ältere MitbürgerInnen

Als zum ersten Mal nachweislich ein Ball an einem Strand über ein Netz geschlagen wurde, war jener Sport, der dafür Pate gestanden hatte, selbst noch sehr jung. Volleyball wurde 1895 von William G. Morgan als Zeitvertreib für ältere Mitbürgerinnen und -bürger sowie als sanfte Alternative zu Basketball im Nordosten der USA erfunden. Mit dem Spiel, wie wir es heute kennen, hatte es zunächst wenig zu tun. So war die Anzahl der Mitspielerinnen und -spieler unbegrenzt, ebenso die Anzahl der erlaubten Ballkontakte.

Das änderte sich freilich bald, und als 1915 der US-Amerikaner George David Center mit Freunden am Waikīkī-Strand auf Hawaii spielte, hielt man sich bereits an ein festes Regelwerk. In den 1920er-Jahren breitete sich Beachvolleyball in Kalifornien aus, ab 1922 gab es erste Wettbewerbe zwischen konkurrierenden Strandclubs. Parallel dazu entwickelte sich eine Szene an den Stränden von Copacabana und Ipanema in Brasilien. Gespielt wurde damals wie in der Halle noch mit sechs Personen pro Team. Dass sich heute zwei Zweierteams gegenüberstehen, ist wohl einem Zufall geschuldet: In den 1930ern wartete Paul "Pablo" Johnson vergeblich auf einige seine Mitspieler. So machte man aus der Not eine Tugend und spielte zu zweit gegeneinander.

Als professionelle Sportart anerkannt

Damals erreichte Beachvolleyball auch Europa, wo es sich vor allem in den Nudisten-Camps um Paris großer Beliebtheit erfreute. Ab 1960 erlangte der Sport erste große Bekanntheit am Manhattan Beach im Los Angeles County. Dort werden seit 1965 die von Charlie Saikley initiierten und als "Wimbledon des Beachvolleyballs" geltenden Beach Open ausgetragen. In den 1970ern wurden erste inoffizielle Weltmeisterschaften veranstaltet, in den 1980ern wurde der damalige Freizeitsport zunehmend als professionelle Sportart anerkannt. Seit 1996 ist Beachvolleyball eine olympische Disziplin, ein Jahr später gab es dann die erste Weltmeisterschaft, diesmal hochoffiziell.

Für offizielles Regelwerk zuständig

1947 wurde die Fédération Internationale de Volleyball (FIVB) als Dachverband aller nationalen Sportverbände für Volleyball und Beachvolleyball ins Leben gerufen. Die FIVB ist dabei vergleichbar mit der FIFA im Fußballbereich. Als solche ist sie für das Regelwerk für Volleyball und Beachvolleyball zuständig. Ziel ist, den Ball auf dem Boden der gegnerischen Mannschaft zu platzieren oder diese zu einem Fehler zu zwingen. Naturgemäß gibt es zwischen dem Spiel in der Halle und auf Sand Überschneidungen, aber auch einige Unterschiede.

Kleineres Spielfeld, größerer Ball

Das beginnt bei der Anzahl der Spielerinnen und Spieler pro Team und hört bei der Größe des Spielfelds noch nicht auf. Beim Volleyball ist es 18 Meter lang und neun Meter breit, beim Beachvolleyball misst es acht mal 16 Meter. Getrennt wird es von einem Netz, dessen Oberkante sich bei Männern in einer Höhe von 2,43 Metern und bei Frauen von 2,24 Metern befindet. Das Netz darf übrigens nicht berührt werden. Mittellinie gibt es keine, die gegnerische Hälfte darf aber nur betreten werden, wenn die Mitspielerinnen beziehungsweise die Mitspieler dadurch nicht gestört werden. Damit bleibt jedem Team eine Spielhälfte in der Form eines Quadrats. Das Spielgerät, also der Ball, ist dafür mit 66 bis 68 Zentimetern etwas größer im Umfang, außerdem weicher und geschmeidiger und somit weniger hart als ein Hallenball.

Welches Team den ersten Aufschlag machen darf, wird vor Spielbeginn ausgelost. Pro Team gibt es eine Kapitänin oder einen Kapitän. Der Ball muss von den Spielerinnen und Spielern abwechselnd berührt und mit dem dritten Ballkontakt über das Netz geschlagen werden. Im Gegensatz zum Spiel in der Halle werden im Normalfall nicht zwei, sondern drei Sätze gespielt. Gezählt wird nach dem sogenannten Rally-Point-System. Dabei gibt es, unabhängig davon, welches Team gerade Aufschlag hat, für jeden gewonnenen Ballwechsel einen Punkt. Die Sätze werden bis 21 Punkte gespielt. Um etwaige Widrigkeiten wie blendende Sonne oder Wind auszugleichen, wird nach jeweils sieben Punkten die Seite gewechselt.

Auszeit zum Putzen der Sonnenbrille

Sollte nach den besagten beiden Sätzen keine Entscheidung gefallen sein, gibt es wie im Tennis ein Tie-Break. Das wird allerdings nur bis 15 Punkte gespielt, Seite gewechselt wird nach je fünf Punkten. Um einen Satz für sich entscheiden zu können, braucht eine Mannschaft zwei Punkte Vorsprung. Gelingt das bis 21 beziehungsweise 15 Punkten nicht, wird der Satz unbegrenzt verlängert. Bis ein Team schließlich die benötigten zwei Punkte Vorsprung erreicht hat. Das kann in der Tat länger dauern: Bei einem Spiel in Hamburg 2006 trennten sich die Damenteams aus Frankreich und den Niederlanden mit 46:44.

Gut also, dass sich jedes Team pro Satz eine Auszeit nach Belieben nehmen kann. Außerdem gibt es nach 21 gespielten Punkten eine 30 Sekunden lange technische Auszeit. Dies gilt logischerweise nicht für den dritten Satz. Auch um die Sonnenbrille zu putzen, darf das Spiel unterbrochen werden. Das sollten die Spielerinnen und Spieler aber nicht ausreizen: Wie im Fußball gibt es Gelbe und Rote Karten. Dies führt zwar zum Verlust des Spielzugs, wird aber nicht mit Ausschluss geahndet. Was bei einer Mannschaftsstärke von zwei Personen natürlich denkbar ungünstig wäre.