Der Walzer steht in der Ballsaison besonders hoch im Kurs. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich auch andere Tänze wie der Quickstepp. © Barbara Pálffy/fotopalffy

Alles Walzer und noch mehr

Wien und der Walzer sind seit Jahrhunderten untrennbar miteinander verbunden. Dabei dreht sich bekanntlich alles im Dreivierteltakt. Doch auch andere Tänze sind zur Ballsaison beliebt. Quickstepp etwa geht in die Beine und verlangt einiges an Kondition.

Während der Ballsaison kommt man um eines nicht herum: den Wiener Walzer. Dass dem überhaupt so ist, ist auch dem Wiener Kongress geschuldet. Zwischen 1814 und 1815 wurde Europa neu geordnet, neue Grenzen wurden gezogen und neue Staaten ausgerufen. Nach harten Verhandlungen wurde auch ausgiebig gefeiert und so erlebte der Tanz im Dreivierteltakt seine erste Hochblüte in der Wiener Gesellschaft. Nicht umsonst lautete ein geflügeltes Wort seinerzeit: "Der Kongress tanzt." Heute, mehr als 200 Jahre später, ist der elegante Walzer so populär wie eh und je.

Auf dem gesellschaftlichen Parkett gibt es einige Spielregeln. Wir zeigen, wie man es am besten nicht macht. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

Tornado im Ballsaal

Seinen Ursprung hat der damalige Modetanz wohl schon Ende des 18. Jahrhunderts oder noch früher in volkstümlichen Tänzen. Der Name kommt dabei von den charakteristischen Fußbewegungen: Sich walzen hieß sich drehen. Und wie Tausende schwindlige Tanzschülerinnen und Tanzschüler bestätigen können, wird beim Wiener Walzer ordentlich gedreht und gewirbelt.

Etwa um 1815 war die Evolution dann abgeschlossen und der Walzer hatte seine heutige Form. In der zugeknöpften Biedermeierzeit war der Wiener Walzer wie ein Tornado im Ballsaal und erfreute sich rasender Beliebtheit. Doch nicht ganz ohne Gegenwind: Manch ernste Zeitgenossen fanden die Berührungen im Tanz obszön und die gut sichtbaren Damenknöchel geradezu widerlich.

Von Opernball bis Maturaball: Der Walzer spielt seit Jahrhunderten die Hauptrolle. © Barbara Pálffy/fotopalffy

Soundtrack für Tausende von Ballnächten

Doch mit dem Kongress waren alle Bedenken verschwunden, der Siegeszug des Wiener Walzers war nicht mehr aufzuhalten. Wien sollte Dreh- und Angelpunkt der Entwicklung bleiben. Verantwortlich dafür: unsere Walzerkönige. Vor allem die Strauss-Dynastie ist untrennbar mit dem Tanz verbunden. Egal ob Johann Strauss senior oder seine Söhne Johann, Josef und Eduard: Sie legten den Grundstein der heutigen Walzermusik. Vor allem Johann junior schuf mit dem "Kaiserwalzer", "Wiener Blut" und vor allem dem Klassiker "An der schönen blauen Donau" den Soundtrack für Tausende von Ballnächten. Auch in den Wiener Operetten spielte der Walzer die Hauptrolle.

Wiener Walzer und Ballnächte sind untrennbar miteinander verbunden. Auch die Tanzbälle erlebten im Biedermeier ihr erstes Hoch. Während generell eine eher restriktive Atmosphäre herrschte, tat das dem wilden Walzern keinen Abbruch. Tanzpaläste vermehrten sich in rasendem Tempo. Der Apollosaal, der Odeonsaal und später auch die Sofiensäle entstanden damals. Sie waren Jahrmärkte der Eitelkeiten, beliebt, um auf Braut- beziehungsweise Bräutigamschau zu gehen, und die strikte Etikette erlaubte keinerlei Verstöße. Dennoch lebt der Spirit der Bälle heute noch weiter, von Opernball bis Maturaball.

Der Walzer mag gemächlich wirken, ist aber der schnellste Tanz des internationalen Welttanzprogramms. © PID/Christian Fürthner

60 Takte pro Minute

Doch wie funktioniert er nun, der Wiener Walzer? Die augenscheinlichste Eigenschaft ist seine Geschwindigkeit. Mit 60 Takten pro Minute ist er der schnellste Tanz des internationalen Welttanzprogramms. Er wird im berühmten Dreivierteltakt getanzt. Ein Grundschritt hat sechs Schritte und umfasst somit zwei Takte. Damit sollte man es schaffen, bei einer Vorwärtsbewegung 360 Grad um die eigene Achse zu kommen. Figuren, wie man es aus anderen Tänzen kennt, gibt es hier weniger.

Es gibt eigentlich nur Rechts- und Linksdrehungen. Wichtig ist die ganz enge Haltung, dass man exakt im Kreis tanzt und dabei gleichzeitig auf seiner Linie bleibt. Andernfalls endet man als Querschlägerin und Querschläger auf dem Tanzparkett. Wie schon erwähnt, es geht flott zur Sache und gelegentliche Pausen sind empfehlenswert.

Die überbordenden Bewegungen des Quickstepps erinnern mitunter an einen Freudentanz. © Alphonus&Partner

Flott, flotter, Quickstepp

Flott ist auch der Quickstepp, zählt er doch zu den schnellsten und spritzigsten Standardtänzen überhaupt. Dabei soll er nicht weniger als die pure Lebensfreude symbolisieren. Dafür ist der Tanz auch bestens geeignet. Die hüpfenden und drehenden Bewegungen erinnern in der Tat an einen Jubeltanz. Der überbordende Charme des Tanzes begeistert seit Jahrzehnten nicht nur Tanzprofis. Entstanden ist er aus dem Quick Foxtrott und dem Onestepp, woraus sich auch der Name ergeben hat.

Tänzerinnen und Tänzer nennen den Quickstepp auch gerne den "Champagner unter den Tänzen". Der Grund ist, dass es einfach keinen zweiten Tanz gibt, der so spritzig ist. Die kleinen Sprünge und die luftigen Posen passen da gut ins Bild. Bei Turnieren ist der Quickstepp der fünfte Standardtanz, der zum Besten gegeben wird, und die Paare sind besonders gefordert, Freude auszustrahlen.

Für Tänzerinnen und Tänzer mit Dynamit in den Beinen ist der Quickstepp bestens geeignet. © PID/Christian Fürthner

Spezielle Figuren und Bewegungsabläufe

Die Bewegungsabläufe sind jenen des Foxtrotts recht ähnlich. Das Grundgerüst bilden bei beiden Tänzen zwei lange Vorwärtsschritte und zwei kurze Seitwärtsschritte. Der Quickstepp bezieht aber auch einen langen Vorwärtsschritt und ein Chassé mit ein. Das Chassé ist dabei ein Ablauf von zwei sehr schnellen und einem langsamen Schritt. Das Tempo ist beim Quickstepp durchgehend hoch und man erkennt den Tanz an seinen speziellen Figuren und Bewegungsabläufen.

Kurze Luftsprünge sind ein charakteristischer Teil des Tanzes. Doch nicht nur die. Ein Rechtskreisel und Kreuzschritte sind ebenfalls fixe Bestandteile des Quickstepps. Sehr beliebt bei Zuseherinnen und Zusehern wie auch bei Profis sind aber auch die Passagen, die gelaufen werden. Es gibt sowohl eine gelaufene Links- als auch Rechtsdrehung und der sogenannte Endlauf darf nicht fehlen. Obwohl der langsame Walzer so ziemlich das exakte Gegenteil vom Quickstepp zu sein scheint, haben die Tänze doch eines gemein: das konstante Heben und Senken.

Steigende Beliebtheit

Musikalisch weist der Quickstepp Verwandtschaft zu Swing-Tänzen wie dem Charleston auf. Das ist angesichts des Booms der Swing-Tänze sicher auch ein Grund für die wieder steigende Beliebtheit des Quickstepps. So nebenbei tut man seiner Fitness etwas Gutes, denn der actiongeladene Quickstepp fordert die Beine und ist auch als Ausdauertraining durchaus nicht ungeeignet. Für lebenslustige Tänzerinnen und Tänzer mit Dynamit in den Beinen ist der Tanz auf jeden Fall genau der richtige.

Wer Walzer tanzend elegant durch den Saal schweben oder einen heißen Quickstepp aufs Parkett legen möchte, sollte sich eine Tanzstunde gönnen. Die Wiener Tanzschulen sind dabei der perfekte Ansprechpartner für Sie.

Unser Tipp: Schauen Sie doch bei unseren Vorteilspartnern vorbei. Für CLUB WIEN-Mitglieder gibt es in einigen Tanzschulen Ermäßigungen.

Exklusiv für Mitglieder

Gewinnspiel
Bild zum Gewinnspiel

10. Jänner 2018 - 24. Jänner 2018

Wir verlosen: 3 x 2 Karten für den Wiener Ball der Wissenschaften am 27. Jänner im Wiener Rathaus

  • Teilnahme zu diesem Gewinnspiel ist bereits geschlossen

Vorteilspartner CLUB WIEN

Figurentheater Marijeli

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten 1 Euro (rund 15 Prozent) Ermäßigung im Figurentheater Marijeli.

Erfahren Sie mehr 34620

Klassik Cool!

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten 1 Euro Ermäßigung bei Klassik Cool!-Konzerten für Babys und Kleinkinder.

Erfahren Sie mehr 42950

John Harris Fitness

CLUB WIEN Mitglieder erhalten 50 Prozent Ermäßigung auf die erste Tageskarte oder auf das Startpaket bei John Harris Fitness.

Erfahren Sie mehr 45520

Storebox – Dein Lager nebenan

CLUB WIEN Mitglieder erhalten 10 Prozent Ermäßigung auf die Monatsmiete eines Lagerabteils in ganz Österreich.

Alle Vorteilspartner