Mit ein paar einfachen Handgriffen und frischen Frühlingsblumen wird Ihr Balkon im Nu wieder richtig schön und die warme Jahreszeit kann kommen. © Unsplash

 

So machen Sie Ihren Balkon in 6 Schritten frühlingsfit!

Ob Balkon, Garten oder Urban Gardening, die WienerInnen haben einen grünen Daumen, und sobald sich der letzte Frost verzogen hat, wird fleißig gegartelt. Doch welche Pflanzen eigenen sich für den Balkon? CLUB WIEN und die GB* klären auf.

Endlich ist er da, der Frühling, in seiner ganzen Pracht. Vöglein zwitschern, Blumen erblühen, und mit den ersten warmen Sonnenstrahlen ist es höchste Zeit, den Balkon wieder frühlingsfit zu machen. Oftmals ist dieser nach der langen Winterzeit nicht im idealen Zustand und Reinigungs- und individuelle Dekorationsarbeiten sind notwendig. Erst dann kann der Balkon wieder in Beschlag genommen und der Frühling im Freien genossen werden. Mit den richtigen Pflanzen verwandelt sich der Balkon zudem schnell in ein kleines Paradies. Doch welche Pflanzen sind am geeignetsten und worauf ist zu achten, wenn man seinen Balkon auf die warme Jahreszeit vorbereitet? CLUB WIEN und Nina Chladek-Danklmaier, Gebietsbetreuung Stadterneuerung-Stadtteilexpertin, verraten Ihnen, was zu tun ist, damit Ihre Grün-Oase aus dem Winterschlaf erwacht.

Schritt 1: Der Frühlingsputz

Bevor der Balkon mit Blumen bestückt werden kann, sollte er erst einmal richtig gereinigt werden, denn der Winter hat mit Sicherheit einige Schmutzspuren hinterlassen. Vogeldreck, Blätter und Pfützen - der Dreck muss weg. Kehren Sie zuerst einmal richtig durch, um kleine Steinchen oder auch abgegangenen Fassadenputz zu beseitigen. Reinigen Sie anschließend ihren Holzboden oder Fließen mit warmem Wasser. Holzböden benötigen zusätzlich ein Mal im Jahr eine gründliche Pflege. Damit das Holz von Anfang an vor Verwitterung und Verfärbungen geschützt ist, behandeln Sie es am besten gleich nach dem Verlegen mit einem speziellen natürlichen Öl für Holzböden. Dieses erhält auch den natürlichen Farbton und schützt vor UV-Strahlung und Feuchtigkeit. Ein Mal im Jahr sollten Sie das Holz mit dem speziellen Pflegeöl behandeln. Der beste Zeitpunkt für diese Prozedur ist das Frühjahr, nachdem Sie den Schmutz der Winterperiode entfernt haben.

 

Schritt 2: Die Pflanzengefäße

Wenn der Balkon blitzeblank ist, sind die Pflanzengefäße an der Reihe. Nehmen Sie fixierte Balkonkästen ab und prüfen Sie diese auf Frost- oder Rostschäden. Überprüfen Sie auch Tontöpfe und weitere Pflanzgefäße, ob diese noch in Ordnung sind. Reparieren Sie kleinere Schäden. Wenn dies nicht möglich ist, besorgen Sie sich neue Töpfe oder Balkonkästen.

Tauschen Sie anschließend die alte Erde mit frischer Erde aus. Torffreie Erde gibt es unter anderem bei den Wiener Mistplätzen zu kaufen. Die Erde "Guter Grund" der Abteilung Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) wird mit Kompost aus der Wiener Biotonne hergestellt und kommt gänzlich ohne Zugabe von Torf aus. Diese Erde kann für sämtliche Bepflanzungen im Haus und Gartenbereich, zum Ein- und Umtopfen von Blüh- und Gartenpflanzen sowie für Blumen- und Gemüsebeete verwendet werden.

Große Balkonkästen oder Blumentöpfe sind in der Regel besser geeignet als kleine. Sie trocknen nicht so schnell aus, und es können mehrere Pflanzen pro Topf eingesetzt werden. Achten Sie darauf, dass die Töpfe eine Öffnung an der Unterseite haben, über die überschüssiges Gießwasser oder Regenwasser abrinnen kann. Eckige Töpfe sparen zudem Platz am Balkon. "Hilfreich ist auch das Einbringen von Blähton in die Erde. Dieser speichert Wasser und das Kisterl oder der Trog trocknet nicht so schnell aus", so Nina Chladek-Danklmaier von der Gebietsbetreuung Stadterneuerung.

Schritt 3: Ab in den Blumenladen

Das Schöne an einem Balkon ist, dass man ihn jedes Jahr anders gestalten kann. Denken Sie aber nicht nur an Blumen, sondern auch an Kräuter, Tomaten, Beeren und vielleicht auch an Kletterpflanzen. Hier können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Im April können Sie bereits die ersten Frühblüher einpflanzen. Diese vertragen ein wenig Frost, wenn es in den frühen Morgenstunden noch einmal niedrige Temperaturen haben sollte. Doch bevor es an das Einpflanzen geht, muss immer die Frage nach der Exposition gestellt werden. Das heißt, in welche Himmelsrichtung ist der Balkon orientiert? Oder anders gesagt: Wie viel Sonneneinstrahlung kommt zu den Pflanzen?

Schritt 4: Die Balkonbepflanzung

"An warmen und stark bestrahlten Standorten eigenen sich Rosmarin und andere Kräuter wie Lavendel, sämtliche Sedum-Arten, auch Mauerpfeffer genannt, und alle Pflanzen, die Hitze mögen und Trockenheit vertragen. Zudem eigenen sich Gräser und fast alle Sommerblumen wie Sonnenblumen sehr gut. Taglilien sind unkomplizierte Pflanzen, die für 'Gartel-Einsteigerinnen und -Einsteiger' leicht zu handhaben sind", erklärt Nina Chladek-Danklmaier.

Wenn der Balkon tagsüber nicht durchgehend auf der Sonnenseite liegt, sollte der Griff beim Pflanzenkauf lieber Richtung Schattenpflanzen gehen. "An eher schattigen Standorten kann man es mit Storchenschnabel, Purpurglöckchen oder anderen eher anspruchslosen Pflanzen probieren. Auch Bergenien vertragen schattige Standorte", so die GB*-Stadtteilexpertin. Wenn Sie sich dennoch nicht ganz sicher sind, fragen Sie im Blumengeschäft oder im Gartencenter nach und lassen Sie sich beraten. Die meisten Pflanzen sind auch mit Etiketten ausgestattet, auf denen die Standortansprüche festgehalten sind.

Schritt 5: Die richtige Bepflanzung

"Verwendet man mehrjährige Stauden, dann muss man nicht jedes Jahr von vorne beginnen. Stauden ziehen sich im Herbst zurück und treiben im Frühling wieder aus, verholzen aber nicht und werden daher auch nicht zu groß. Wer Tulpen und Krokusse liebt, muss die Zwiebeln schon im Herbst in die Erde bringen", rät Chladek-Danklmaier.

Sonst gilt: Frische Erde verwenden, die gut gereinigten oder neu erworbenen Töpfe damit befüllen und die Pflanzen sorgsam einpflanzen. Das Wichtigste ist die Wasserzufuhr, sprich gießen Sie Ihre Pflanzen regelmäßig, und Ihrem grünen Paradies steht nichts mehr im Wege.

Schritt 6: Gartenmöbel & Dekoration

Zu guter Letzt holen Sie Ihre Gartenmöbel aus der Überwinterung. Reinigen und überprüfen Sie diese auf Schäden. Wenn noch alle in einem guten Zustand sind, stellen Sie Stühle und Tisch am Balkon auf. Damit es auch richtig wohnlich wird, darf die passende Dekoration nicht fehlen. Wie wäre es mit ein paar Kerzen, gemütlichen Polstern und einer kuscheligen Decke für die späteren Stunden? Ein kleines Vogelhäuschen oder ein Insektenhotel verleihen dem Balkon zudem Lebendigkeit.

Alles erledigt? Dann nichts wie raus auf den Balkon und genießen Sie die warmen Sonnenstrahlen!

Gemeinsam garteln

Haben Sie Lust auf Garteln bekommen, aber keinen eigenen Balkon oder Garten? In Wien gibt es viele Gemeinschafts- und Nachbarschaftsgärten, die Wienerinnen und Wiener zum gemeinsamen In-der-Erde-Wühlen einladen. Unterstützt werden diese lokalen Initiativen im öffentlichen Raum von der GB*. Ziel ist, die Lebensqualität in den dicht bebauten Vierteln Wiens zu erhöhen und den Gemeinschaftssinn zu stärken. Dazu gehört auch das nachbarschaftliche Garteln. Die Nachbarschaftsgärten werden von einer Gruppe von Menschen aus der Nachbarschaft gemeinsam genutzt und bewirtschaftet. Wie Sie sich anmelden können und wo es in Ihrer Umgebung einen Gemeinschafts- oder Nachbarschaftsgarten gibt, finden Sie hier.

CLUB WIEN wünscht einen schönen Frühling!