Indische Öle spielen bei den Ayurveda-Massagen eine Hauptrolle. © iStockphoto

 

Ayurveda: Mehr als Wellness

Die traditionelle indische Heilkunst Ayurveda wird oft auf Massage reduziert. Die Praxis Dhanvantari zeigt, dass jedoch viel mehr dahintersteckt. So ist etwa ein Schwerpunkt die Ernährungsberatung. CLUB WIEN hat ein paar Tipps bekommen.

Ayurveda ist eine in unseren Breiten allzu oft missverstandene Behandlungsform. "Bei uns besteht die Gefahr, dass die Leute denken, Ayurveda ist nur leichtes Wellness mit ein bisschen Ölgespritzel", sagt Elisabeth Gamlich von der Ayurveda-Praxis Dhanvantari. In der Tat steckt hinter dem Begriff die traditionelle indische Medizin.

Ein ganzheitliches System

Die indischen Ärztinnen und Ärzte absolvieren jahrelange Medizinstudien und Fachausbildungen, ganz wie bei uns. "Der einzige Unterschied ist, dass ayurvedische Gesichtspunkte die Basis bilden." Diagnose mittels Pulsanalyse, Prävention, Therapie, Kräutheilkunde: Die Massagen sind ein Teil davon. "Das ist so, als würden wir aus der westlichen Medizin die Ergotherapie rausnehmen, damit nach Indien gehen und alle dort denken, westliche Medizin ist das und nicht mehr."

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Elisabeth Gamlich kam vor über zwanzig Jahren zum Thema Ayurveda. Damals war das bei uns völlig unbekannt. "Ich hab das einzige Buch, das auf Deutsch verfügbar war auswendig gelernt und bin dann nach Indien gefahren. Übrigens völlig erfolglos", sagt Gamlich. Just als sie nach Hause kommt, findet sie auf ihrem Küchentisch eine Einladung zu einer Ayurveda-Kur in Sri Lanka. "Das war für mich eine Revolution. Ich war damals in der pharmazeutischen Industrie tätig und war immer unter kranken Menschen, bin bei jeder Grippewelle im Zentrum gestanden. Nach der Kur war ich sieben Jahre lang nicht mehr krank."

 

Umfassendes Massage-Angebot

Gemeinsam mit Masseur und Shiatsu-Therapeut Dieter Ziegelwanger erlernte sie die Kunst des Ayurveda in Deutschland. Jahrelang studierte sie bei indischen Experten. Die Praxis gibt es seit mittlerweile zwanzig Jahren. Heute boomt das Thema. Es gibt Ausbildungen in Wien, die Zahl der Therapeutinnen und Therapeuten steigt und es gibt gut sortierte Ayurveda-Shops. Das Dhanvantari, der Name steht übrigens für den indischen Gott des Ayurveda, war stets Pionier. Noch heute besuchen regelmäßig angesehene Expertinnen und Experten aus den Bereichen Medizin, Kräuterkunde oder auch Vedische Astrologie aus Indien die Praxis.

Ein Fixpunkt im Studio ist das Massage-Angebot. Die Öle spielen dabei eine Hauptrolle. "Wir haben eine Vielzahl an indischen Ölen, die jeweils ganz unterschiedliche Wirkungen haben", sagt Gamlich. Im Dhanvantari findet man für jede Patientin und jeden Patienten die richtige Behandlung. "Im Ayurveda gibt es kein Einheitsrezept. Jeder Mensch ist anders und braucht daher eine individuelle Behandlung." Neben Ölmassagen bietet man auch straffende Pulvermassagen, stoffwechselanregende Massagen mit Kräutersäckchen und Trockenmassagen mit Seidenhandschuh an.

Typbestimmung ist die Basis der Beratung

Elisabeth Gamlich widmet sich mit Hingabe dem Thema Ernährungsberatung. "Ich sehe leider oft, wie sich Leute mit schlechter Ernährung selbst schaden, bis es Ihnen wirklich schlecht geht. Übergewicht, unreine Haut, Unwohlsein. Bei solchen Fällen zu helfen, ist für mich wunderbar und ich freue mich, wenn es den Leuten nach ein paar Monaten sichtbar besser geht. Manche sind fast wie neu geboren." Auch hier gilt: Allheilmittel gibt es nicht, die Kur muss zum Typ passen.

"Sie sind ein anderer Organismus als ich", sagt Gamlich, während sie die drei Bioenergien im Ayurveda erklärt. Es gibt Vata, oder Luft, Pitta, auf Deutsch Feuer, und Kapha, indisch für Wasser und Erde. "Ein Beispiel: Die Vata-Typen neigen dazu, nervös und zappelig zu sein. Dabei kann man helfen, indem man ihnen zu Speisen der anderen Qualitäten rät, zum Beispiel warme Suppen.  Feuertypen aus dem Pitta-Spektrum sind innerlich heiß und mögen schon gar keine Suppe. Der sucht Kühlung. Milde und kalte Sachen tun eher gut." Vor einer Ernährungsberatung wird im Dhanvantari immer der jeweilige ayurvedische Konstitutionstyp bestimmt beziehungsweise die betreffende Störung der Bioenergie.

Ein paar Tipps, die für alle Menschen tauglich sind, gibt es aber doch.

Ayurvedisches Wasser

Für die Reinigung Ihrer Gewebe kochen Sie Wasser 15 bis 20 Minuten, dann fünf Minuten abgedreht stehen lassen, anschließend in eine Thermoskanne füllen. Über den Tag verteilt in kleinen Schlucken trinken, eventuell Ingwerstückchen, Korianderkörner oder Kardamomkapseln zufügen. Hilft zur Ausleitung von wasserlöslichen Toxinen.

Ghee

Zur Ausleitung von fettlöslichen Toxinen. 3/4 Kilogramm Butter schmelzen. Währenddessen Marmeladegläser samt Deckeln auskochen. Die geschmolzene Butter durch Melitta-Filter in die Marmeladegläser füllen. Im Ayurveda kühlt Ghee den Körper und steigert seine Widerstandskraft. Außerdem wirkt es dem Alterungsprozess entgegen. Eine gute Alternative zu herkömmlicher Butter und tierischen Ölen.

Ölziehen

Entfernt eine große Menge Keime aus dem Mund- und Rachenraum und kräftigt Zähne und Zahnfleisch. Morgens ein oder zwei Esslöffel Sesam- oder Sonnenblumenöl rund fünf Minuten im Mund hin und her bewegen. Anschließend in Küchenpapier spucken und im Hausmüll entsorgen. Danach Zähne putzen. Wichtig: Auf Bioqualität achten.

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