22.FEBRUAR 2021 
Freizeit
Die Ausstellung "Im Schatten von Bambi" im Wien Museum beleuchtet das Leben des Autors Felix Salten. © Klaus Pichler

Nicht verpassen: Aktuelle Ausstellungen in Wiener Museen

Das Kulturjahr 2021 hat gerade erst angefangen, Highlights gibt’s aber schon einige. Dafür sorgen Wiens Museen. CLUB WIEN hat einen kleinen Überblick über aktuelle Ausstellungen.

Was das Jahr 2021 so bringen wird, lässt sich momentan schlecht vorhersagen. Eines allerdings ist jetzt schon freudige Gewissheit: Kulturell wird’s ein feines Jahr. Der Dank dafür gebührt den Wiener Museen, die uns schon in den ersten Jahresmonaten ein tolles Ausstellungspaket schnüren.

CLUB WIEN gibt einen kleinen Überblick über Ausstellungen, die Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Wir wünschen vorab eine schöne Zeit im Museum!

Im Schatten von Bambi

Felix Salten war ein wegweisender Journalist, ein Kulturkritiker von hohem Einfluss, ein Theatergründer, Repräsentant des Judentums, Literaturfunktionär und Mitstreiter des literarischen Netzwerks „Jung-Wien“ um Hugo von Hofmannsthal und Arthur Schnitzler. Keine Frage: Im kulturellen Leben der Wiener Moderne war er ein Hauptdarsteller.

Und doch kennt man Salten heute hauptsächlich für einen Roman: „Bambi“. Der Welterfolg dominiert, nicht zuletzt dank Walt Disney, die Wahrnehmung des Autors. Anlässlich des 75. Todestags von Salten wirft das Wien Museum MUSA gemeinsam mit der Wienbibliothek, in der sich der Großteil seines Nachlasses befindet, einen ausführlichen Blick auf weniger bekannte Aspekte seines Schaffens. Eine einmalige Chance, den faszinierenden Menschen kennenzulernen. Egal ob Kunstkritiker im Umfeld Gustav Klimts, als Zeitzeuge des Endes der Monarchie oder als Tausendsassa der Wiener Moderne: Mit einer Vielzahl an spannenden Exponaten wird die Geschichte Felix Saltens zum Leben erweckt.

Gestern bei M. E. Mayer eingetroffen

Das Jüdische Museum Wien widmet einem einst sehr beliebten, heute leider vergessenen Wiener Unternehmen eine Schau. Die Parfümerien von M. E. Mayer waren im Vorkriegswien der letzte Schrei. „Gestern bei M. E. Mayer eingetroffen, heute schon eine Mundzier“, schrieb etwa Anton Kuh 1925 im Feuilleton über ein Parfüm. Mit Standorten am Lobkowitzplatz 1 und am Graben 17 und einer Vielzahl an selbst produzierten Cremes, Seifen, Parfüms und mehr verzückte das Unternehmen Wien. Die Fabrik in der Pernerstorfergasse nahm einen ganzen Häuserblock ein.

Wie populär M. E. Mayer war, zeigt das Gästebuch. Franz Werfel, Hedy Lamarr, Carl Zuckmayer, Louise Rainer und viele mehr zählten zur Kundschaft. Franz Lehár ließ sich das Badesalz gar nach Bad Ischl schicken. Nach dem Anschluss wurde das wertvolle Imperium „arisiert“, die Inhaber mussten flüchten. 1950 kauften die Söhne ihre Firma zurück und führten die Geschäfte bis 1978 weiter, die Glanztage waren aber vorüber. Das Jüdische Museum würdigt das einflussreiche Unternehmen mit einer Präsentation im Schaudepot.

Nach uns die Sintflut

21 Künstlerinnen und Künstler zeigen mit Fotografie und Video die verheerenden Ausmaße des Klimawandels. Das ist die Ausstellung „Nach uns die Sintflut“ im Kunst Haus Wien. Das Ergebnis ist eine ebenso ernüchternde wie bewegende Schau, die vor Augen führt, wie schlimm es um den Planeten steht. Schmelzende Polkappen, steigender Meeresspiegel und vieles mehr werden durch die künstlerischen Installationen auf den Punkt gebracht.

Das Kunst Haus Wien als erstes Grünes Museum trägt zur Bewusstseinsbildung bei und möchte zum Handeln anregen. Rund um die Ausstellung plant man ein Programm mit Diskussionsreihen sowie Reading Classes zu Karl Marx. Der Ausstellungstitel geht auf ein Zitat aus „Das Kapital“ zurück: „Après moi le déluge! ist der Wahlruf jedes Kapitalisten und jeder Kapitalistennation“. Schon damals erkannte Marx die Folgen der Profitgier für unser Ökosystem.

Benoit Aquin, Ursula Biemann, Axel Braun, Solmaz Daryani, Verena Dengler und Michael Goldgruber sind nur einige wenige Beispiele für die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler.

Terra Nova - 70 Jahre Siedlung Siemensstraße

Die Ausstellung „Terra Nova. 70 Jahre Siedlung Siemensstraße in Floridsdorf“ ist eine Ausstellung zum sozialen Wohn- und Städtebau in Wien nach 1945 und wurde von den Kuratorinnen und Kuratoren Wolfgang Fichna, Susanne Reppé, Werner Michael Schwarz (Wien Museum), Georg Vasold (Universität Wien) und Susanne Winkler (Wien Museum) nach der Idee von und in Zusammenarbeit mit wohnpartner-Team 21 und den Bewohnerinnen und Bewohnern der Wohnhausanlage entwickelt und gestaltet.

Die Siedlung Siemensstraße ist ein Musterbeispiel des sozialen Wohnbaus der Nachkriegszeit. Architekt Franz Schuster plante die Anlage nach dem amerikanischen Vorbild der „Neuen Nachbarschaft“. Mit vielen historischen Bildern und Objekten aus der Zeit erweckt die Schau nicht nur die Zeitgeschichte zum Leben, sie zeigt, wie der Gemeindebau das Leben in der Stadt bis heute nachhaltig geprägt hat. Die Ausstellung ist in einer Duplex-Wohnung in der Scottgasse 5 zu sehen, also direkt in der Siedlung. Achtung: Eine Voranmeldung ist notwendig.

Mozarthaus Vienna

Es ist zwar keine Ausstellung im eigentlichen Sinne, dennoch ist das Mozarthaus immer einen Besuch wert. In der Domgasse 5 befindet sich die einzige erhaltene Wiener Wohnung von Wolfgang Amadé Mozart. Hier logierte das Genie von 1784 bis 1787 und nirgendwo sonst komponierte er mehr Musik. Zu sehen sind in der Wohnung historische Stücke und eine umfassende Präsentation seiner wichtigsten Werke, etwa eine multimediale Theaterinstallation zu „Die Zauberflöte“.