"Wir wollen mit den Gurgeltests – bis wir Impfstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung haben – eine Art Schutzschild für die Bevölkerung aufbauen", so Bürgermeister Michael Ludwig. © PID/Dieter Steinbach

 

Alles gurgelt

Die Gurgeltests gibt’s seit April kostenlos für alle WienerInnen. Sie können bequem zu Hause gemacht werden und helfen dabei, Infektionen noch früher zu erkennen.

Test abholen, vor der Kamera gurgeln, Test abgeben und Ergebnis abwarten: So einfach kommen die WienerInnen seit Anfang April zu einem PCR-Test. Der Vorteil: PCR-Tests sind der Goldstandard unter den Tests und noch zuverlässiger als Antigen-Schnelltests. "Alles gurgelt" ist daheim durchführbar, das Ergebnis kommt innerhalb eines Tages aufs Handy und man braucht zur Probenentnahme kein qualifiziertes Fachpersonal.

Auch gültig für den Friseurbesuch

Gegurgelt wird vor dem Computer oder Smartphone. Um die Identität der Testperson zu bestätigen, muss ein Ausweis in die Kamera gehalten werden. Das stellt sicher, dass der Test eindeutig einer Person zugeordnet werden kann. Das Testergebnis gilt nach Ende der aktuellen Schutzmaßnahmen auch für den Besuch von körpernahen Dienstleistungen wie einem Friseur. Die Test-Sets können in jeder Bipa-Filiale abgeholt werden, Abgeben ist bei Billa, Billa Plus, Bipa und Penny sowie bei den dazugehörigen Tankstellenshops, die auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet haben, möglich. Die Auswertung erfolgt im Labor. Die Testpersonen werden, wenn das Test-Set vor 9 Uhr abgegeben wurde, innerhalb von nur 24 Stunden digital über das Testergebnis informiert. Es ist 72 Stunden lang gültig. "Die einfachen und beweiskräftigen PCR- Tests bedeuten eine große Chance, die wirtschaftlichen Einschränkungen so gering wie möglich zu halten", freut sich Wirtschaftskammer-Wien-Präsident Walter Ruck. Regelmäßiges Testen ist nicht nur wichtig für die eigene Gesundheit, es schützt auch das Umfeld.

200.000 Tests pro Tag

Für die vielen Tests hat das Labor der Wiener Lifebrain Group seine Kapazitäten ausgebaut. Im Pavillon 16 und 17 des Otto-Wagner-Areals können derzeit jeden Tag bis zu 200.000 Proben analysiert werden. Das Test-Set wurde vom Wiener Start-up Lead Horizon entwickelt.

 

Impfplan für den Frühling

Das Impfen wirkt: "In städtischen Alten- und Pflegeheimen sind bereits 27.000 Menschen geimpft – mit überwältigendem Resultat: Nur 27 von 18.000 Bewohnerinnen und Bewohnern sind seither positiv auf eine Infektion getestet worden“, sagt Gesundheitsstadtrat Peter Hacker. In den Alten- und Pflegewohnhäusern und Spitälern sind Bewohnerinnen und Bewohner und Personal durchgeimpft. Im April erhalten die meisten Menschen über 70 Jahre die erste Impfung. Geplant sind 172.600 Erststiche und 97.100 Zweitstiche.

Checkbox wird Impfbox

Hausärztinnen und -ärzte mit Kassenvertrag können auf die fünf neuen Impfboxen zugreifen und dort Termine für ihre Patientinnen und Patienten (gestaffelt nach Alter und Risiko) buchen. Täglich können pro Box bis zu 200 Menschen geimpft werden. Kassenärztinnen und -ärzte mit Schwerpunkt Allgemeinmedizin, Innere Medizin sowie Pulmologie starten ab 19. April mit Impfungen direkt in ihren Praxen.

Liefermengen im April

Insgesamt sind im April 295.000 Impfdosen für Wien vorgesehen, davon 170.000 von Biontech/Pfizer, 87.000 von AstraZeneca, 28.000 von Moderna und 10.000 von Johnson & Johnson. Ende April sollen rund 470.000 Menschen in Wien zumindest ihre Erstimpfung erhalten haben und 191.000 Menschen vollimmunisiert sein.

Die Impfung ist aktuell das beste Mittel, um die Pandemie einzudämmen. EU-weit werden derzeit vier eingesetzt.

mRNA-Impfstoffe

Biontech/Pfizer und Moderna sind mRNA-Impfstoffe. Sie übermitteln dem Körper die Anleitung zur Herstellung eines Bausteins des Virus SARS-CoV-2. Das Immunsystem reagiert auf den Impfstoff und bildet Abwehrstoffe (Antikörper und Abwehrzellen). Kommt man nach der Impfung mit COVID-19-Erregern in Kontakt und infiziert sich, wird das Virus erkannt und vom Immunsystem unschädlich gemacht. Durch die Impfung selbst kann man nicht an COVID-19 erkranken.

Vektorimpfstoffe

AstraZeneca und Johnson & Johnson sind sogenannte Vektorimpfstoffe. Dafür wird ein für den Menschen harmloses Virus (= Vektorvirus) verwendet. Dieses transportiert auch die genetische Information eines SARS- CoV-2-Bausteins. Gegen diesen bildet das Immunsystem Antikörper und Abwehrzellen. Dadurch sind wir vor zukünftiger Infektion geschützt.