Anlässlich seines 20. Geburtstags wartet das Haus der Musik mit neuen Attraktionen auf. © Hanna Pribitzer

 

20 Jahre und kein bisschen leise

Im Juni sind es 20 Jahre, dass das Haus der Musik das erste Mal seine Pforten für das Publikum geöffnet hat. Gefeiert wird aber bereits ab März. Schon jetzt darf sich das Publikum über eine ganze Etage voller neuer Stationen und Soundexperimente freuen.

Seit dem 16. Juni 2000 ist viel Wasser die Donau hinabgeflossen. Genau an diesem Tag im Spätfrühling vor 20 Jahren hat das Haus der Musik das erste Mal seine Tore für das Publikum geöffnet. Seitdem haben knapp vier Millionen Menschen das Klangmuseum im ersten Wiener Gemeindebezirk besucht. Eine Erfolgsgeschichte, nicht nur was die Anzahl der Besucherinnen und Besucher anbelangt. Das erste Museum dieser Art in Österreich widmet sich der Veranschaulichung der Wiener Musikgeschichte rund um die großen Meister der Wiener Klassik und die Philharmoniker. Deren Gründer, Otto Nicolai, residierte im 19. Jahrhundert in dem Haus in der Seilerstätte. Nicht umsonst ist im ersten Stock das Museum der Philharmoniker untergebracht.

"Das Haus der Musik bringt sich auch auf gesellschaftlicher Ebene ein", erklärt Direktor Simon K. Posch. "Wir engagieren uns in der Jugendmusikförderung und schließen Partnerschaften mit NGOs, Organisationen und Menschen, die diesen Ansatz teilen. Ob auf internationaler Ebene an unserem Standort in Mexiko, wo Kindern und Jugendlichen die Chance gegeben wird, einen Zugang zur Musik zu finden. Oder in Österreich, wo wir als Botschafter der 'Lang Lang International Music Foundation' Schulen mit dringend benötigten Instrumenten ausstatten. Oder aber, wenn wir gemeinsam mit dem 'Österreichischen Integrationsfonds' ein Lesebuch für Kindergartenkinder mit Sprachdefiziten erstellen und herausgeben."

 

Interaktive Musikinstallationen

Besonderes Augenmerk wird im Haus der Musik auf die Art der Wissensvermittlung gelegt: Es ist eine Kombination von spielerischem Erleben und Klangexperimenten, interaktiven Musikinstallationen und multimedialen Elementen. Neben Informationen zu Mozart, Haydn und im Beethoven-Jahr 2020 natürlich Ludwig van Beethoven können etwa Instrumente in Übergröße bestaunt und gespielt werden. Hören und Fühlen wie ein Baby im Mutterleib stehen ebenso auf dem Programm wie das Dirigieren der Wiener Philharmoniker. Die Vorzeigeinstallation des Hauses der Musik, der Virtuelle Dirigent, ist gerade erst vom dritten in den vierten Stock gezogen und kann nun in doppelter Ausführung erlebt werden. Somit gibt es kaum noch Wartezeiten, will man sich selbst als Dirigentin oder Dirigent der Wiener Philharmoniker versuchen.

Klangwesen mit individuellem Aussehen

Das ist nur eine der Neuerungen rund um das Jubiläum. Ab März wird der runde Geburtstag mit Konzerten und Publikumstagen bei freiem Eintritt gefeiert. Doch schon jetzt gibt es mit SONOTOPIA eine ganze Etage voller neuer Stationen und Soundexperimente. Höhepunkt ist dabei das "Sonotopia Universe", ein einzigartiges Virtual-Reality-Klanglabor. Hier können die Besucherinnen und Besucher am Labortisch, ausgestattet mit Virtual-Reality-Brillen, ihr eigenes Klangwesen mit individuellem Aussehen und Temperament erschaffen. Mit diesen bizarren, bunten Figuren, sogenannten "Clongs", können sie ein einzigartiges Universum der Klänge mitgestalten.

2005 hat die Wien Holding das Haus der Musik aus Privatbesitz übernommen, seitdem ist die Stadt Wien dafür verantwortlich. Dabei hat sich die Stätte über die Jahre nicht nur als Klangmuseum etabliert, sondern auch als Veranstaltungsort. Mehr als 80 Konzerte gehen hier alljährlich über die Bühne, etwa Auftritte im Dachgeschoß-Konzertsaal oder Mitmach-Kinderkonzerte. Auch das zweitägige, stets zu Frühlingsbeginn programmierte "Sinnesrauschen Festival" im Innenhof findet großen Anklang. Anlässlich des runden Geburtstags ist es heuer gratis und wartet mit hochkarätigen Künstlerinnen und Künstlern wie Garish, Viech, Rebecca Lou, The Family Crest, Vivin, Mark Peters und Good Wilson auf. Am "Haus der Musik Kindertag" kommen Familien mit Kindern auf ihre Kosten. Marko Simsa, Bernhard Fibich und Gernot Kranner lassen mithilfe der Kleinen das Museum hochleben.

Das Programm im Überblick:

  • Freitag, 20. März 2020, ab 18 Uhr: "Sinnesrauschen Festival"
  • Samstag, 21. März 2020, ab 18 Uhr: "Sinnesrauschen Festival"
  • Montag, 15. Juni 2020: "20 Jahre Haus der Musik"-Geburtstag
  • Sonntag, 21. Juni 2020, ab 11 Uhr: "Haus der Musik Kindertag" mit Marko Simsa, Bernhard Fibich und Gernot Kranner
  • Sonntag, 14. Juni 2020: Publikumstag
  • Konzerte für Schulklassen mit Marko Simsa: Freitag, 14. Februar 2020; Freitag, 17. April 2020; Freitag, 2. Oktober 2020; Freitag, 27. November 2020. Jeweils 9 und 10.30 Uhr