Das Strauß-Denkmal im Stadtpark im dritten Bezirk. © Schaub-Walzer/PID

 

Das kleine 1x23 der Wiener Bezirke: Landstraße

Spannendes, Skurriles und Unerwartetes aus den 23 Wiener Gemeindebezirken: von ZahnärztInnen, Shoppingzonen und Kinderanzahl bis hin zur Wasserfläche pro Bezirk. Basierend auf den Statistiken der MA 23, Wirtschaft, Arbeit und Statistik der Stadt Wien.

Schweizergarten, Stadtpark, Botanischer Garten: einige der schönsten Wiener Parks befinden sich im dritten Wiener Gemeindebezirk. So überrascht es beinahe, dass lediglich 15 Prozent der insgesamt 739,8 Hektar Bezirksfläche aus Grünflächen bestehen. Mit seiner Größe liegt die Landstraße auf Platz 13 und somit im Mittelfeld beim Bezirksvergleich. Der Stadtteil glänzt aber nicht nur mit seinen barocken Parkanlagen, auch Architekturbegeisterten wird einiges geboten. "Schöne Aussichten" bietet neben dem Schloss Belvedere etwa das Hundertwasserhaus, eine bis 1985 erbaute Wohnhausanlage der Gemeinde Wien, und das KunstHausWien. Beide gestaltet vom österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser.

Diplomatie und Naturbesonderheiten

Nicht nur der erste Bezirk, sondern auch die Gegend um das Schloss Belvedere wurde von anderen Staaten für die Sitze ihrer ausländischen Vertretungen entdeckt. So befinden sich im dritten Bezirk 24 der rund 150 Konsulate und Botschaften, die in Wien angesiedelt sind, wie etwa die Botschaften der Kirgisischen sowie der Italienischen Republik, von Moldau und Litauen oder die Honorarkonsulate von Eritrea und Ungarn.

Elf Naturdenkmäler gibt es im Dritten. Darunter die "Morus alba", ein Weißer Maulbeerbaum auf der Landstraßer Hauptstraße. Mit über 300 Jahren ist sie einer der ältesten Bäume Wiens. Auch die Erscheinung des "Donauprallhanges" in der Baumgasse qualifiziert zum Naturdenkmalschutz. An ihm floss vor ihrer Regulierung die Donau in einem Bogen vorbei, wodurch eine über zehn Meter hohe Steilkante entstand, welche heute eine Oase für Singvögel, Säugetiere und Amphibien ist.

Leben im Dritten

Die Landstraßer Einwohnerinnen und Einwohner machen fast fünf Prozent der Wiener Gesamtbevölkerung aus. Diese 88.125 Personen bewohnen knapp 46.000 Wohnungen. Rechnerisch ergibt die Division einen Quotienten von 1.95 Menschen pro Wohnung. Real lebt fast die Hälfte der Landstraßerinnen und Landstraßer in Singlehaushalten, etwa 28 Prozent wohnen zu zweit und lediglich etwas über 23 Prozent zu dritt oder mehr. So stehen einer Person im Schnitt 42 Quadratmeter Wohnraum zur Verfügung. Das mittlere Nettoeinkommen liegt bei 22.519 Euro im Jahr und entspricht 107 Prozent eines durchschnittlichen Wiener Einkommens. Insgesamt erarbeitete sich die Landstraßer Bevölkerung 2013 ein zu versteuerndes Einkommen von 389,1 Millionen Euro. Damit rangiert der Dritte unter den 23 Bezirken auf Platz drei gleich hinter Döbling und Hietzing.

In den insgesamt 3.732 Gebäuden des Bezirks sind aber nicht nur Wohnungen untergebracht. Der Bezirk nimmt zwar nur 2 Prozent der Wiener Stadtfläche ein, beheimatet jedoch 7 Prozent der Wiener Unternehmen und ebenso 7 Prozent der Wiener Arbeitsstätten.

29 Prozent der Bezirksfläche sind dem Verkehr gewidmet. 38.798 Pkws: So kommen auf fünf Prozent der Bevölkerung knapp fünf Prozent aller Autos. Die Straßen sind mit insgesamt 1.852 Bäumen begrünt. Am öftesten vertreten ist die Linde mit 471 Bäumen, dicht gefolgt von 401 Ahornen. Zudem gibt es 48 Kilometer Radwege, zehn Citybike-Stationen un d0,6 Hektar Fußgängerzone. Der Verkehrsknotenpunkt Wien Mitte verknüpft S-Bahnlinien, U3 und U4 sowie Straßenbahn, Buslinien und City Airport Train miteinander.

Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung und Geburten

Die Landstraße hatte seit den 1960er-Jahren große Bevölkerungsverluste zu verzeichnen. Der Tiefststand wurde im Jahr 2001 mit etwa 81.000 Einwohnerinnen und Einwohnern erreicht. In den vergangenen Jahren wurden wieder Bevölkerungszuwächse verzeichnet. Für die kommenden Jahre wird ein deutlicher Bevölkerungszuwachs prognostiziert. Bis 2034 könnte die Einwohnerzahl um fast ein Fünftel, und damit auf über 103.000 Personen, anwachsen. Der Zuwachs ist insbesondere auf die Nettozuwanderung zurückzuführen. Das Niveau des Geburtenüberschusses könnte in den kommenden Jahren konstant bleiben.

Die Zahl der unter 15-Jährigen könnte auf knapp 15.000 steigen. Starke Zuwächse werden auch für ältere Menschen prognostiziert. Im Jahr 2034 dürfte bereits jeder Vierte über 60 Jahre alt sein. Die Zahl der im Ausland geborenen Bewohnerinnen und Bewohner könnte sich bis zum Jahr 2034 um ein Viertel erhöhen und auf über 38.000 Personen ansteigen.

Quelle: Statistisches Jahrbuch 2018

Das Statistische Jahrbuch 2018 der Stadt Wien unter Federführung der MA 23 steht als kostenloser Download zur Verfügung.