Das Wiener Rathaus © Christian Fürthner/PID

 

Das kleine 1x23 der Wiener Bezirke: Innere Stadt

Spannendes, Skurriles und Unerwartetes aus den 23 Wiener Gemeindebezirken: von ZahnärztInnen, Shoppingzonen und Kinderanzahl bis hin zur Wasserfläche pro Bezirk. Basierend auf den Statistiken der MA 23, Wirtschaft, Arbeit und Statistik der Stadt Wien.

Stephansdom, Hofburg, Rathaus, Burgtheater: Der erste Bezirk, die Innere Stadt, ist Teil des historischen Kerns und liegt namensgetreu im Zentrum Wiens. Seine Gesamtfläche umfasst 2,9 Quadratkilometer, was ihn mit 0,7 Prozent Anteil der Stadtfläche zum sechst kleinsten der 23 Wiener Gemeindebezirke macht. 16.339 Menschen bewohnen diese Fläche, so wenige wie in keinem anderen Wiener Gemeindebezirk. Über 100.000 Personen sind hier beschäftigt, so viele wie in keinem anderen Stadtteil. Allein diese Tatsache deutet schon auf die besondere Stellung hin, die dieser Bezirk in Wien einnimmt.

Die Innere Stadt ist neben Verwaltungsviertel für Bund, Land und Stadt auch Shopping- und Tourismushochburg. Nirgendwo sonst ist dem Fußverkehr so viel Fläche gegeben: Rund 91.390 Quadratmeter baulich gestaltete Fußgängerinnen- und Fußgängerzone laden zum Flanieren und Shoppen ein. Geschäfte sämtlicher Nobelmarken bis hin zu kleinen Boutiquen. Juweliere, Cafés, Museen, Theater und Wahrzeichen locken Wienerinnen und Wiener sowie Touristinnen und Touristen in die Innenstadt. Das Zusammenspiel all dieser Faktoren und ein hohes Angebot an Hotelbetten führen dazu, dass der erste Bezirk auch die meisten Gästenächtigungen zu verbuchen hat: 2.201.172 waren es im Jahr 2014. Ebenso herrscht eine hohe Dichte niedergelassener Ärztinnen und Ärzte wie Apotheken. So sind im Zentrum mit 80 von insgesamt 939 die meisten Zahnärztinnen und Zahnärzte zu finden.

Teures Pflaster mit großen Wohnungen

All das macht diesen Bezirk zu einem eher teuren Pflaster. Dennoch gibt es hier die größten Wohnungen mit im Schnitt 104 Quadratmetern pro Wohnung. Das macht 55 Quadratmeter pro Bewohnerin beziehungsweise Bewohner. Denn auf eine der 8.846 bewohnten Wohnungen kommen durchschnittlich lediglich 1,89 Personen pro Wohnung. Das durchschnittliche Jahresnettoeinkommen einer oder eines unselbständig Beschäftigten liegt bei 32.852 Euro: Knapp 157 Prozent eines durchschnittlichen Wiener Einkommens. 47 Prozent der 25 bis 64-Jährigen haben einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss, das ist die höchste Akademikerinnen- und Akademikerquote in Wien.

Da in der Inneren Stadt Arbeitsplätze und Geschäfte des täglichen Bedarfs in Gehweite liegen, möchte man annehmen, dass auf den Besitz eines Autos verzichtet wird. Dem ist aber nicht so: Auf eine Bevölkerung von 16.339 Menschen kommen 16.906 Pkws. Damit kommen auf 0,9 Prozent der Wiener Bevölkerung 2,5 Prozent aller in Wien gemeldeten Pkws.

Von Parkbänken und der Kaukasischen Flügelnuss

Die 27 Hektar Grünfläche des "Ersten" bestehen ausschließlich aus Parkanlagen, also keine Wälder oder landwirtschaftliche Nutzflächen. In diesen Parkanlagen befinden sich insgesamt zwölf Naturdenkmäler. Das ist im Bezirksvergleich zwar keine herausragende Menge, aber die Namen der Denkmäler sind eine Erwähnung wert. "Als Naturdenkmal qualifiziert sich eine Hervorbringung der Natur, angesichts deren imposanten Erscheinung sich der Mensch innerlich verneigt. Einzelbäume sowie Baumgruppen sind mit großem Abstand am häufigsten Gegenstand des Naturdenkmalschutzes." So findet eine geneigte Baumliebhaberin oder ein geneigter Baumliebhaber im Stadtpark einen Japanischen Schnurbaum oder die Kaukasische Flügelnuss, am Schmerlingplatz die Persische Parrotia und im Rathauspark einige zum Naturdenkmal erklärte Platanen. 1.197 Parkbänke laden in den innerstädtischen Parkanlagen zum Verweilen ein.

Wien wächst, der erste Bezirk nicht

Seit dem Höchststand von fast 73.000 Einwohnerinnen und Einwohnern im Jahre 1880 ist die Bevölkerungsentwicklung rückläufig. Der jahrzehntelange Bevölkerungsrückgang dürfte sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Bis 2024 wird für die Innere Stadt ein Rückgang von etwa sechs Prozent prognostiziert und die Einwohnerzahl könnte bis auf etwa 15.400 mit weiter fallender Tendenz bis 2034 sinken. Das ist auf die negative Geburtenbilanz zurückzuführen. Die Zuwanderung aus dem In- und Ausland reicht nicht aus, um die Wanderungsverluste gegenüber den anderen Gemeindebezirken zu kompensieren. Wie in der Vergangenheit ist auch in den kommenden Jahren mit einem geringen Wanderungsdefizit zu rechnen.

Die Veränderung in der Altersstruktur dürfte insgesamt gering ausfallen. Die Innere Stadt verzeichnet von allen Gemeindebezirken mit 32 Prozent den höchsten Anteil der über 60-Jährigen und dieser Wert dürfte sich bis 2034 nur mehr geringfügig auf 34 Prozent erhöhen.

Quelle: Statistisches Jahrbuch 2018

Das Statistische Jahrbuch 2018 der Stadt Wien unter Federführung der MA 23 steht als kostenloser Download zur Verfügung.