Relaxen in den Hängematten im Bruno-Kreisky-Park in Margareten. © BV Margareten

 

Das kleine 1x23 der Wiener Bezirke: Margareten

Spannendes, Skurriles und Unerwartetes aus den 23 Wiener Gemeindebezirken: von ZahnärztInnen, Shoppingzonen und Kinderanzahl bis hin zur Wasserfläche pro Bezirk. Basierend auf den Statistiken der MA 23, Wirtschaft, Arbeit und Statistik der Stadt Wien.

Geburtsstätte von Hans Moser und Falco, die ersten Gemeindebauten sind hier entstanden. Heute ist der Arbeiterbezirk, in den es vermehrt Künstlerinnen und Künstler, Designerinnen und Designer oder Grafikerinnen und Grafiker lockt, Rekordhalter in puncto Siedlungsdichte. Margareten ist nicht unbedingt ein Ort der Gegensätze, aber bestimmt einer der Abwechslung: traditionell, aber modern. Werkstätten neben angesagten Cafés und Lokalen und nur drei Bezirke prozentuell mehr Fläche für Spielplätze.

Dicht besiedeltes Margareten

Kaum mehr als zwei Quadratkilometer Fläche umfasst der 5. Gemeindebezirk, das sind knapp 0,5 Prozent des Wiener Stadtgebietes. Und doch haben dort rund drei Prozent aller Wienerinnen und Wiener ihr zu Hause gefunden. So kämen auf eine Person rechnerisch 37,1 der 2.012.000 Quadratmeter Bezirksfläche, dabei ist noch nicht berücksichtigt, dass der Anteil der Verkehrsflächen rund 32 Prozent einnimmt. Das ist einzigartig in Wien. Vergleichsweise stehen einer Donaustädterin oder einem Donaustädter über 650 Quadratmeter zur Verfügung. Die 88.000 Quadratmeter Grünfläche bestehen großteils aus kleineren Parks oder Grünanlagen, wie etwa dem 6.000 Quadratmeter großen Bacherpark. Ein für Wien typischer „Beserlpark“, der mit Parkbänken, Kinderspielplatz und Hundezone Erholungsraum schafft. In Margareten gibt es 17 städtische Parkanlagen mit 612 Bäumen. Sieben Naturdenkmäler wurden im Fünften unter Schutz gestellt. Darunter eine Weiße Maulbeere in der Schlossgasse. Sie steht repräsentativ für den Maulbeerbaumbestand, der unter Kaiserin Maria Theresia in den Vorstädten zur Seidenraupenzucht gepflanzt wurde.

Freiraum für Freizeit und Bildung

Nach Falco wurde eine Stiege benannt, nach einem früheren Bundeskanzler ein ganzer Park. Einer der bedeutendsten Sozialdemokraten wurde am 22. Jänner 1911 in der Schönbrunner Straße geboren. In der Nähe seines Elternhauses wurde ein Park nach ihm benannt. Der Bruno-Kreisky-Park eignet sich nicht nur zum Spazieren und Spielen für Kinder, sondern auch zum "Abhängen" in den zwischen den Bäumen angebrachten Hängematten. Der erste Gemeindebau Wiens, der denkmalgeschützte Metzleinstaler Hof, wurde im 5. Bezirk errichtet.

1887 erfolgte in Margareten die Grundsteinlegung der Wiener Volkshochschulen. Die VHS polycollege, mit vier Standorten in Margareten und einem auf der Wieden, besteht somit seit über 125 Jahren. Sie ist die größte der 18 Wiener Volkshochschulen und wurde als "Wiener Volksbildungsverein" gegründet. 2012/13 veranstaltete das polycollege mit 1.744 Kursen 13 Prozent aller Wiener VHS-Veranstaltungen, mehr als jede andere VHS.

Wenig Hunde, weniger DentistInnen 

64 Prozent des Bezirkes bestehen aus Bauflächen wovon 89 Prozent dem Wohnbau gewidmet sind. Die 54.246 Margaretnerinnen und Margaretner leben in 33.081 Wohnungen. 64 Quadratmeter beträgt die durchschnittliche Wohnungsgröße. Relativ klein für Wiener Verhältnisse. 50 Prozent der Wohnungen werden von nur einer Person bewohnt, das ist um fünf Prozent mehr als der Durchschnittswert für Wien. In 27 Prozent der Wohnungen leben zwei und in 22 Prozent mehr als drei Personen. Hunde gibt es in dem innerstädtischen Bezirk hingegen weniger. Mit 1.022 Hunden residieren 1,8 Prozent der Wiener Vierbeiner im Fünften. In Margareten ordinieren im Übrigen nach Simmering am wenigsten Zahnärztinnen und Zahnärzte, und zwar 26 der 939 Wiener Dentistinnen und Dentisten.

Bevölkerungsentwicklung im Fünften

1961 lebten im Bezirksgebiet noch rund 70.000 Menschen. In den darauffolgenden vier Jahrzehnten verringerte sich die Einwohnerzahl um ein Viertel auf knapp 53.000. Im letzten Jahrzehnt verzeichnete Margareten wieder leichte Bevölkerungsgewinne, die auf die Zuwanderung aus dem Ausland zurückgeführt werden können. Die Bevölkerungsentwicklung dürfte in den nächsten Jahren weiterhin positiv verlaufen. Bis 2034 könnte der Bevölkerungsstand um etwa 5.000 Personen wachsen und damit wieder das Niveau des Jahres 1971 erreicht haben. In Margareten dürfte sowohl die Geburten- als auch die Wanderungsbilanz mit den übrigen Bundesländern und dem Ausland positiv sein.

Die Entwicklung der Altersstruktur verläuft ähnlich wie auf der Wieden: Starke Zugewinne bei den unter 15-Jährigen und ein Rückgang der Einwohnerzahl bei den 15- bis 44-Jährigen. Der Anteil an Personen, die 60 Jahre und älter sind, erhöht sich von 19, Stand 2014, auf 23 Prozent, angenommener Stand 2034. Falls die Migrationsdynamik sich auf hohem Niveau fortsetzen sollte, könnte im kommenden Jahrzehnt der "foreign­born"-Anteil bereits 41 Prozent betragen.

Quelle: Statistisches Jahrbuch 2018

Das Statistische Jahrbuch 2018 der Stadt Wien unter Federführung der MA 23 steht als kostenloser Download zur Verfügung.